Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
4096
JPEG-Download
 

4096 Wate au.

von Aliamet, und die vier Jahreszeiten, wie mansich denken kann, unter Götterfiguren, von I.Audran, Desplaces, Dubos und Aeffard; weitmehrere dann der mit belle so freygabige Katalogvon Brandes, wareler zeichnet unter der großenMenge aus: Die bezauberte Insel von le Bas,die Dorfhochzeit von Cochin, und die Einschiffungnach Cythere von Tarbieu. Wir nennen hier noch:Die Kranke ungebehrdige Katze, ihre noch unge-behrdigere Meisterin, und den für beyde besorgtenArzt, ungemein geistreich geetzt von I. E. Liotard ,und schließen hier mit der Bemerkung, daß dieserKram immerhin das große Jntereße hat, den Fran­ zösischen Geist des Jahrhunderts Ludwig XV. jäm-merlichen Andenkens, schädeltreffend zu bezeichnen.Merkwürdig genug ist es, daß sich von seinen Wer-ken, unsers Wißens kein einziges, weder in der al-ten königlichen Gallerie, noch viel weniger im Mu-seum Napoleon befand. Auch dem klaßtsch - lüdersliehen Herzoge von Orleans mochte der kleinlich-tüdcrliche Geschmack von Watteau nicht zusagen.Im Verzeichniße der Galerie im Palais Royal fin-den wir daher von ihm einzig ein ganz kleines 3"10", höh. und s" 8 ", br. Bildchen auf Kupier:Ies8iriAes pelritres, noch dazu mit der ausdrück-lichen Bemerkung, daß solches einer Katzenmusikvon Breughel zum Pendant dienen sollte. In denbeygefügten kurzen Notizzen über den Unsrigenwerden namentlich auch seine tanzenden Figurenwegen ihrer schönen Stellung, leichten und richtigenBewegungen, und dann überhaupt die wunderbareGrazie (?) seiner Köpfe höchlich bewundert.

Wareau (L.) Noch einem uns sonst ganz un-bekannten Künstler dieses Namens nennt der Ka-talog von Brandes: Einzug Blanchard's unddes Chevalier Chapinard's zu Lille , drey Tage nachihrer Luftschiffahrt. S. auch den gleich ff. Art.

( ). So heißt irgendwo ein Enkel

von Anton (ob mit dem vorstehenden L- wareauEine Person ist uns unbekannt), nach welchem Lh.Chambars den Tod des General Montclam gesto-chen habe.

(der holländische). So nennt manetwa den tsornel. Troost des Lex. und der gegen-wärtigen Zusätze.

Ware! e, Ware! ö, Wareler, watrele,und Darre. Derselbe arbeitete um ikilib., mitwelcher Jahrszahl das von G. Edelink gestocheneBildniß des Arztes M. Graaf bezeichnet ist, undscheint ein Künstler von Verdienst gewesen zu seyn.Sein Werk ist auch weder uninteressant, noch unbe-deutend. Es besteht aus Geschichte, einer ziemlichenAnzahl H. Familien, Allegorien, Bildnissen, nebsteiner Menge Titelkupfern und Vignetten: alles zu-sammengenommen etwa g^en 100 Blatt. Vor-züglich ließ P. Landry zu Paris vieles nach ihmstechen. So z. B- erschien aus seinem Verlage eineH. Familie, wo zwey Engel einen Korb mit Blumendarbringen, gr. fol., die Hochzeit zu Canaan qu. fol.(dies ein großes schönes Blatt), beide von Nicl.le Clerc gestochen (das letzte Blatt wurde noch-mals blos mit dem Nahmen des Mahlers und dem«XL. des Landry in sehr großem Format geliefert);bann die Brustbilder (Blätter in sehr gr. fol.) derH. H. Petrus, Markus, Andreas, Simon, Thomas(dieses von F. Langet gestochen), Jacob, Philipp(von vorigem Langet), Lhaddeus (von G. Altzen-bach); Matthäus, Darnabas, und Margarilha.U«berdies von Jo. Ant. Bosius 1717 zu Venedig für den Verlag des Joh. B. Finazzi ein Bischof dereine Monstranze hält gr. 4. Von G. Edelink ein alle-

Watelei.

gorisches Titelkupfer zu: I» Vision pnrkaite äu?.Cherubin; es zeigt Ludwig XIV. in ganzer Sta-tur gr. 4°.; ein anders solches wo Ludwig XI V.von zwey Löwen gefahren wird, die ein Engel,gelt 80. Dann den schon genannten Arzt Regn.de Graaf 80. N. Poilly eine H. Familie, wo wie-der ein Engel einen Korb mit Weintrauben undFrüchten herbeygebracht hat; Unterschrift: Olori»ezus etc. kol. Eine H. Familie wo das Chri-stuskind auf einem Steine stehend eben von derMaria auf den Schooß gehoben werden will, gr. 4 ".(auf unserm beschnittenen Exemplar fehlt derName des Stechers ). Anderwärts heißt es noch,daß der Name des G. Edelink auf einem von ihmgestochenen Titelkupfer (die Religion die das H.Sakrament hält) nachgehends weggenommen unddafür Gauve aufgesetzt worden sey. Wieder andreunserer Quellen nennen noch nach ihm: Von I.Edelink ebenfalls ein Bildniß Ludwig XIV. ; danneine H. Familie, und eine Himmelfahrt der H. Jung-frau; von G. Scokin drey andre H. Familien; voneinem Ungenannten in Landry's Verlage: St. Jo-hann predigt in der Wüste; endlich wieder von G.Edelink: Einen Cherubin*) in der Glorie, von meh-rern Affen angefallen, mit der Inschrift: ssu-tll8 sbistis(?); Ein allegorisches Titelblatt: ZweyGenien übergeben Ludwig XIV. des P. Cherubimsvon Orleans : Vision psrsiüte, und ein anderesfür die: Csrmins ^.Commirii, 8. ch Diese dreyvon G. Edelink, und zwar die beyden letzter»schöne und seltene Blätter. M'-rL/e--.

warelet (Claudius Heinrich), Generalfinanz,Einnehmer, Zeichner, Kupferetzer und Stecher inverschiedenen Manieren, geb. zu Paris 1718. derSohn ebenfalls eines Generalfinanzeinnehmers.Derselbe bildete sich auf dem Collegium zu Har-court. Frühzeitig bemerkte man an ihm einen sehrlebhaften Geschmack für Zeichnung und Musik, undseine Eltern legten der Entwickelung dieser natür-lichen Anlagen um so weniger Hinverniße in denWeg, da, bey seiner schwächlichen Gesundheit, einesanfte, schonende Erziehung für ihn Bedürfnißward. Sein einsichtiger Vater ließ ihn, in Begleitdes aufgeklärten Arztes Leroi von St Ageant, schonin seinem neunzehnten Jahr eine Reise nach Deutsch­ land und Italien thun. In Rom stiftete er mitPierre eine enge Freundschaft, und dort entwarfer gleichsam den Plan seines ganz dem Studiumder Wissenschaften und Schönen Künste gewiedme-ten Lebens. Bey seiner Rückkehr nach Paris zeich-nete er sich bald als Maler und Dichter aus; dieglänzendste Gesellschaft drängte sich um den ebenso liebenswürdigen als talentvollen jungen Mann,und mehr als einmal stand er in Gefahr, daß einso rascher Fortschritt in der großen Welt der Reifeseiner Ausbildung schaden möchte. Das Studiumder Künste war indeßen diejenige Beschäftigung zuwelcher er immer von jeder andern, so wie vonjeder Zerstreuung zurückkam, und sich, so oft es ihmmöglich war, auf seiner Freundin, Madame leComte, schönes Landgut IVIouIin-joli zurückzog,als jetzt (1761.) sein Gedicht Art <ls peiuüre er-schien, welches jederman in Erstaunen setzte, undihm den gedoppelten Lorbeer des Dichters und desKunstlehrers erwarb **). In einem andern un-vollendet gebliebenen Werke von ihm: Ueber denUrsprung und die Bestimmung der FrepenLünste zeigte er vielleicht noch mehrere Gründ-lichkeit. Seiner Uebersetzungen oder vielmehr Nach-bildungen von Ariost und Tasso, seines Versuchsüber die Garren, und am allerwenigsten seinertheatralischen Arbeiten erwähnen wir hier nicht, da

*) Wohl de» gleich folgenden P. Cherubin. Aus Versehn ist dies Blatt oben zweymal angeführt.

«!'-) In demselben sind die ersten Grundlagen seines Dictiovaire des beaur Arts enthalten, dessen Ausarbeitung ihnsein ganzes Lebe» durch beschäftigte. Uebrigens zählt die Schrift: tDiokelmnnn u.s. Jahrh. S. -9-. diesGedickt mit Reckt zu den ästhetischen Werken dieses Zeitraums, welche auf den Gang der Kunst keinen bedenkenden Einfluß gehabt.