Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
5015
JPEG-Download
 

Weigrl.

wir werden einige derselben, aus W-E-Wagner'«seltener Schrift: »Die Angabe des OolleZü^rtls-Consultoruw. d. i. Verzeichniß verschiedener Musternützlicher Kunst - Erfindungen L-äarckr Ä^i§e/rr.Regensburg 1648. 40., wo sie in 38 Nummernbeschrieben find, hier nicht übergehen. NämlichX. die Verkehr - Brücke; eine Treppe ohneAbsatz-Stufen, worauf man im stäken Nieder-fchreilen, doch in die Höhe hinauf, zum zweitenStocke kömmt. XX. Die vielbändige Schreib-Regel (?ol^8rsmmum),womit ein Direktorihrer vielen mit einander, die da lesen, schreiben,reisten, rechnen lernen wollen, auf einmal dieHände führen kann, daß alle wie er (einer wieverändere) sobalden schreibt, reißt"(d.i. zeichnet)rechnet. Wann sie kostbar wird elsborirt, kanneiner wenigstens vier Briefe schön allein auf ein-mal schreiben, oder eines Risses so viel Exem-plare abzeichnen". X--.XXII. Das Maler-Spiel(1.USNL opticus), ein expedirtes und verstecktesMittel, durch ein Bretspiel der gemeinen Art,daran nichts Künstliches zu sehen, alles Sichtbarevon ferne, z.B. eine Festung abzureißen. R°.XXV.Ein wohlriechender im Sommer kühler HauswindjuÄcmächern. Ist ein doppelter Luftschöpfer,derdurch Eanäle den Gemächern, wenn der Hahnnur ausgedreht wird, die kühle Luft sammt dem Ge-ruch connnunicirl". XS. XXXVIIl. Ein Kreutz-Dach (I'ectum äecusatum), das dreifache Erkerübereinander hat auf allen Seiten und doch keineKehl - noch Winkel-Rinne, so daß alle Ziegel»»verhauen ganz das Haus bedecken; unter wel-chem viel bequeme Wohnungen und mitten durch»nd durch von oben an bis unten aus, auch inden untersten Keller hinein eine Oefnung als eintiefer Brunnen ist, daraus man über sich desTages die Stern am Himmel sehen kann; umwelche Oefnung eine bequeme Vierecks - Wende-Treppe durch und durch von unten an bis obenausgeführt, auf welcher mau nicht über fünfzumAuftritt in bequemster Proportion der Höhe undBreite, als sieben gegen zwölf, sanft angelegteStufen fallen kann. Darunter ein Verna H-Is-ckaniörw. ein Haus-Kranach angeordnet ist, durchdessen Hülf ein Mann gar schwere Fässer in denKeller und große Lasten in die Höhe leichtlich brin-gen kann; wie das Modell zu Jena in der Jo-hannis-Gaffe ausweist.Wenn solches KreutzrDach über einen ins Gevierte um und um mitWohnungen verbauten Platz und Hof erhaben unddie Erker mit correspectiven Fensterladen, die sichselber schließen und aufmachen, überbauet wird,daran die ^sterismi oder sonderbar namhaftenSternhaufen, nach der Ordnung und Proportiondurchbrochen, künstlich vorgestellt, und die Ladenallesammt geschlossen werden, präsentirt sich inder Finstere der gestirnte Himmel, wie im Win-ter aus dem Feld, wenns hell gestirnt ist. Baldmacht man alte oder einige wieder auf, so wirdes Morgen, Mittag, Abend, und kann also Alles,was, im Finst. cn besser als bei Tage zu sehe»,vorgestellet werden soll, bei Tage geschehen, alsodie Svectatores die unbequeme Finsterniß der Nachtverhüten können", u.a.m. In einem Vüchelchen:weigei's: tsleuerfundetter Haust-Rath.Jena. s.A. 4°. nennt er uoch andre Erfindungen; soz.B.kornsx praeAnsnz, ein trächtiger Ofen,d. i. ein gemeiner Ofen mit einem jungen zurErspa-rung vieles Raumes und Holzes; ?snro8mus.die groß verjüngte Welt, in welche man aus - undeinreiten kann, unbeschadet derselben Bewegung rc."Noch führt er an, daß er nicht zweifle, eine ihnso eben beschäftigende Erfindung bald zu vollenden,nämlich ein » mechanisches Mittel zur Rettung der

Weigel. §or§

Christenheit in allgemeiner Türkengefahr".Erwollte damit zu stände seyn, ehe noch, bei demdamals zu erwartenden Türkenkriege, die ersteAttaque geschähe", u.s.f. Das Haus was weinetzu Jena sich erbaut hatte, war wegen seiner eig-nen Bauart und vielen angebrachten Künsteleienso berühmt, als ehedem das des Jesuiten Kircher,und ist es zum Theil noch heut zu Tage. Manhat davon ein durch B. Georg! radirtes Blattchen,was sich aber sehr selten gemacht hat. Seine sehrvielen Schriften sind in des: i vitas ?ro»

sessor. )enss 1711. angezeigt.Erhard" (heißtes in einer andern unsrer Quellen)bekleidete.zuJena eine Professorstelle, so wie zu Jena diejenigeeines Hofmathemalikers und Ober - BaudirekwrS,und trug daneben den Titel eines Kaiser!. undHoch-fürstl.Sulzbachische» Rathes. Dann gab beneide,neben Anderm, Vorschläge zur Verbesserung desKalenders, welche von dem Reichstage genehmi-get wurden. Auch kennt man von ihm ein SchockFantasien, in (wohl nicht zu viel!) 66 Blättern,Viele andere seiner Schriften haben" (wir haben'sschon oben vernommen)eben so seltene Titel."Endlich lesen wir bey Earperger S. 466 66.daß er auch als Baumeister des Vordcrtheils desschönen Jenaischen Collegiums (> 65 ?.) so wie desdortigen Observatoriums, und dann (jenes) seineseignen (1667.) so künstlich eingerichteten Hausesbekannt sey, so daß dieses letzterewegen seinerschönen Ordonnanz und Comnlodikat, wie auch dertrefflichen darinn befindlichen Maschinen halber"unter die VII. (so. Jenaische) Wunderwerkegezählt worden.

weigel (Hieronymus). Stückgießer an der.Hofgießerei zu Wien ; in 1786 erscheint er mitTitel eines Ättkerlieutenants und >795 mit demeines Hauptmanns. Hoss- und Sraarsr Sche-matismus von Wien .

(Jacob), hat ein Bildniß des Christian Ernst , Markgrafen von Brandenburg (welcher 17 >2als kaiserlicher General -Feldmarschall starb) sehrschön auf einem halben Bogen geschabt. Schad'«Oinacothek S. 56 . Da dieser Künstler sonst ganzunbekannt ist, so vermuthen wir fast, daß derVorname Jacob ein Druck - oder Schreibfeh-ler ist.

*-- (Johann), der Formschneider desLex. Von diesem Künstler sind zwey Holzschnittebekannt: Ein schlafendes nacktes Weib nachJoh.Sebald Behem, und die von Weibern bethönenSimson, Salomon und David, beide in Folio;dann hat er auch das Porträt des Zaars IwanWasilewitsch in Kupfer gestochen. Ferner hat eri 555 eine Landcharte des Herzogkhums Würtem-berg geschnitten *). Lipowsky.

(Johann Christoph), des obigen Chri-stophs Bruder; ein Kupferstecher und Kunsthänd-ler zu Nürnberg im Anfang des vorigen Jahrhun-derts. Wir kennen aus seinem Verlage mehrereFolgen von Kupferstichen, die Gefäße, Verzierun-gen, Grotesken rc. für Goldschmiede, Schlosserundandre Profrssionisten enthalten und in dem schlech-ten Geschmacke ihrer Zeit von Wolf Hier. vonBemmel , P. Decker, Heinr. G. Förster, GeorgHeumann, Johann Friedr. Lauch rc. gezeichnet wa,ren. Meist sind dieselben ohne Namen des Kupfer-stechers ; Vieles hat jedoch Loren; Beger gefertigt.Schad'« pinacorhek S.2i6 besagt, daß 179;der Buchhändler, Professor und Prediger Degenzu Nürnberg der Jnnhaber seiner Kunsthandlung

*) Viele lesen das Monogramm dieses Künstlers i. W. für Jakob walch, der des Joh. von Rulmbach Lchkmeister gewesen.

N ir