Zozv Weitsch.
Teufel (1789.) nennt ein von ihm 1787 vollemdetes großes allegorisches Gemälde auf den TodFriedrich II. das sich in einem Saale der Aka-demie zu Berlin befinden soll *); dann, schonum 1782 eine Menge Landschaften, besondersAnsichten vom Harzgebürge. Eine solche befindetsich in der erwähnten Galerie, deren Aufseher erwar, wo der Künstler selbst im Vorgrunde sitzt,und die Gegend zeichnet. Zwey andere (daruntereine große, 7^ 10" hohe und 7^ breite „mit Wild-prat") besaß die Galerie im Söder, deren An-zeige der Hr. von Ramdobr S. 77. mit der Be-merkung begleitet: »Obgleich ich mir vorgenom-men habe, von den werken noch lebender künstlermein urtheil nicht zu sagen, so darf ich doch an-führen, daß der künstler ein braver lieber mannist, den ich sowohl seines Herzens als seiner ta-lente wegen ungemein schätzet Eine Biographievon ihm kündigte 1809 der Hofrakb Packeis an,die aber, unsers Wissens, niemals erschien. Erst. 180Z. In Meusei's Arch. I. (2.)170—71.findet sich von ihm ss. Nekrolog: „Am 6 . Aug.dieses Jahrs st. der berühmte Landschaftmaler,pasPa Johann Friedrich Weitsch,. Inspektorder Herzogt. Braunschweigischen Gallerie zu Salz«!dahlum, Professor der Kurpfälzischeu Akademiezu Düsseldorf , und Ehrenmitglied der Akademieder Künste zu Berlin, im achtzigsten Jahre seizvrs Lebens. Er hat iZ Jahr als Krieger gedientuad 46 Jahr für die Kunst gelebt. Unter denjetztlcbenden Landschaft- und Viehmalern war ereiner der vorzüglichsten, und, was er war, warder ganz durch sich selbst, ohne andere Leitung,als die ,der Natur. Die mehrsten und beßten sei-ner Gemälde sind Waldstücke, und nicht leichtwird man etwas mehr Wahres sehen, als dieStämme seiner Eichen. Seine Landschaften sindfreylich nicht Werke der ersten Klasse, wie dieeines sslaude de LorraineOIcBoth u. s. w. abersie haben als Waldstücke einen eigenen Reiz, undgeben denselben frohen Anblick, den ein Eichen-hayn in der Natur gewahrt. Noch kein Malervor ihm hat diesen Theil der Natur so ausschließ-lich bearbeitet; seine Landschaften sind daher ein-zig in ihrer Art, und unterscheiden sich ganz vor-züglich als vaterländische Stücke, da sie ganzdie Natur , besonders von Nord - Teutschland,darstellen; viele derselben sind wirkliche Gegendendes Draunschweigischen Landes. Er war ein sehrthätiger Mann und fleißiger Künstler, und vollen-dete , noch fast wenig Tage vor seinem Tode,eine schöne nach Rußland bestimmte Landschaft.Unter seinen Schülern zeichnet sich einer, Hialtalm,ein geborner Isländer, vorzüglich aus. Auf derBerliner-Ausstellung desselben Jahrs sah mannoch (wir glauben von ihm, nicht von seinemnachfolgenden Sohne) vortreffliche Viehstücke.Irgendwo führt man 11 seltene kleine Blatter in
Oktav- und Duodezformat mit Ziegen, Kühmund Schaafen an, die er selbst geistreich geetzthabe; so wie nach ihm von D. Chodowiecki einekleine Landschaft, und von G.W. Weise die Roß»träne am Unterharze.
weitsch oder wairsch (JohannFriedrich),der Sohn. Bey Mensel Misc. IX. 102.heißt er Friedrich Georg , Bildniß- Geschichts-und Landschaftsmaler, geb. zu Braunschweig ,lernte bey seinem Vater, und hernach bey dem RathTischbein in Cassel, und ist seit 1798 Königl. Preußi-scher Hofmaler, und zugleich Rector der Akademieder Bildenden Künste und mechanischen Wissen-schaften zu Berlin . Derselbe hielt sich eine Zeitlangin Italien auf; von dort kehrten er und ein andrerseiner Brüder **) in 1788 mit großen Erwartungenvon ihnen, zurücke. Schon Meusel II. (1789 )nennt von ihm eine Kopie von Raphael's Madonnadella Sedia; dann Ebenders III. (1809.) dasOpferfest des Krodo auf der Harzburg , ein großeshistorisches Bild aus der alten Vaterlandsgeschichte.Eine Bandwurmlange Beschreibung, und („ kurz"genannte) Erläuterung desselben findet sich in denMeuseI' schen Miscellen XI. S. Zig-ZZü.nebst dem (wie wir nicht zweifeln) verdienten Preißdavon. Eine Copie des Unsrigen von Bäckersschlafenden Venus mit dem Satyr» aus der GalerieSalzthulum ( 3 ^ 4 ^-" hoch, i* 4 ksbr.) besitzt die-jenige imSöder. Auf dem Berliner-Salon 1804sah' man von ihm: Den Tod Boisma's, der Toch-ter Fingal's, nach Offian, in Oel . Der Vatererschlägt den Räuber des Mädchens und ihrerEhre; aber, indem er sich triumphirend zurück-zieht, findet er die geliebte Tochter, um die erkämpfte, ermordet. Kenner fanden es, in meh-rere Rücksichten, sehr schön; doch wollte mandarin einige Verzeichnungen, und allzuzerflreute,blendende Lichter bemerken, wodurch gerade derCharakter einer Schilderung aus dem Offian ver-fehlt sey. Auch ein anderes Urtheil über diesesBild nennt solches zwar mit markigtem Pinselgemalt, aber sonst sehr fehlerhaft. Dann aufderselben Ausstellung eine schöne Landschaft, dieviel Talent, aber zu große Flüchtigkeit verrieth.In i 8 o 5 malte er die Abschiedsscene des Russischen und Preußischen Monarchen am Grabe Friedrich II.welches, wie wir glauben, späterhin von D. Bergergestochen wurde. Dann nennt Meusel III. vonseinen Bildnissen (1809.) diejenigen der noch le-benden verwittibten Herzogin von Braunschweig,und des Königl. Preußischen Ministers von Heinitz,(besondern Gönners des Künstlers) beyde in ganzerStatur, und wenigstens letzteres lebensgroß;ferner des tz. Alex. von Humboldt, mit seinem Ar-beitskleid angethan, in einer Amerikanischen Land-schaft, unter Palmbäumen und einem Pisang sitzend,(vor ihm sein Herbarium), von sprechender Aehn-
Weile den Namenszug seine» Compagniechefs, in sehr großem Format, mit ausgestochenen Rasenstücken vorden Zelten seiner Compagnie auf der Erde zusammengesetzt. Dieses Kunstwerk machte Aufsehn, so daßbald nachher ein Offizier ihm den Antrag that, ein Paar kleine Landschaften in Oel zu copireu. Anfäng-lich erschrack er selber vor diesem Zutrauen; allein das bewundernswürdige Gelingen war der Funke, der inseine Seele fiel, um sie auf immer für die Kunst zu entflammen. Alsdann ward er in die Herzvgl. Porzellan-fabrik angestellt, und späterhin ging er auf kurze Zeit nach Düsseldorf , »m in der dortigen Gallerie dieniederländische Schule zu studieren. Und so ward der Mann, der keinen andern Führer als die Natur undsein Genie hatte, allmälig einer der größten Landschaftsmaler. Anfangs hatte er gerne freye, offene Gegen-den gemalt; nachher fertigte er lieber mehr oder weniger schauerliche Waldparthien mit täuschender Wahr-heit. Vorzüglich alte, kräftige Eichen find der Triumph seiner Kunst. I- I- >798 (-°>- 73.) war seineLaune noch vom Alter ungetrübt, seine Geisteskraft »»geschwächt, und an Wärme der Phantasie und desGefühls übertraf er tausend junge Künstler. Sein Lieblingsvergnügen war selbst damals noch die Jagd;und diese Zeitverkürzung, in Gesellschaft naher Verwandten u. s. f. verschmähte er selten. Dabey war inseinem ganzen Wesen so viel Einfachheit, Biedersinn und Gutmüthigkeit, daß ihn jederman lieben mußte,wer nur je für solche Lugenden Sinn hatte. Sein Kopf ist wahrhaft patriarchalisch schön!"
H Mit vielen überflüssigen Worte» beschrieben ist solches in Meusel's Mus. vm. 167 — 74.
uk ) Dieses letztern, des jüngeen, wird von nun au, in den uns bekannten Quellen nirgends mehr gedacht.(So eben vernehmen wir jedoch von einem Freunde, daß derselbe noch (-L-8-) als Miniaturmaler zuBrannschweig lebt« soll).
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