Werf.
* werf (Peter van der). Adrians jüngererBruder, dessen imLex. am Schluße des Art. diesses letzter» Erwähnung geschieht. Derselbe hatteeine Schülerin von Adrian geheurathet, welcheselbst viele Talente verrieth, die sie aber späther-hin vernachläßigte; und diese Heurath war es wahr-scheinlich, welche perern bewog, auf eigene Rech-nung zu arbeiten, da er sich vorher begnügte,seinem Bruder mit Untermalen u.s. f. beholfen zuseyn Seine Gattung war das Bildniß, und Ge-genstände aus dem täglichen Leben; und nochhätte er sich eine seinen nicht unfeinen Talentenangemessene Achtung erwerben können, wenn erin seiner Lebensweise die gleichen ehrenvollen Wege,wie sein Bruder, eingeschlagen, und sich nichtbesser im Schenkhause als in guter Gesellschaftgefallen hätte. Er versank in Hypochonder, glaubteimmer vergiftet zu werden, und starb bekanntlich,erst 53 I. alt. Mehreres über ihn und seine Ar-beiten findet sich bey van Gooll. 2 Z 5 — 4 >- 3 "Deutschland besitzen, als sicher von ihm darge-geben, unsers Wissens einzig, die Galerie zuSanssoucy ein mit Daphnis und Chloe rubrizir-tes Galanteriestück: Schäfer, der eine Schäferinüberrascht, von correcker Zeichnung, schöner Har-monie, und dabey kräftigerm Colorit als sonstdem Unsrigen eigen war. Dieses Bild (sagtOesterreich ) habe sehr viel von der Manier desRitter von Moor ; dann ein sitzendes Mädchen(anderwerts: Ein Frauenzimmer, das sich badenwill). Dieses letztere Bild kam aus der Samm-lung des H.Winklers zu Leipzig *). Wieder aneinem andern Ort werden von dem Confusions-rathe von Oesterreich : Loth mit seinen Töchtern,und eine H. Familie, als zwey sichere Bilder vonperer zu Sansoucy angegeben, und noch aneiner dritten Stelle nennt er diese lctztre undeine Grablegung schöne Bilder, an welchen aberauch Adrian Theil gehabt. Dann nennt der Ka-talog des Kabinetts Schmidt zu Kiel von demUnsrigen: Adam sitzt im Schatten eines Frucht-baums, auf dem ein Papagay huckt; Eva stehtneben ihm mit Früchten in den Händen, zu ihrenFüßen eine Eidechse, ein Kaninchen und zwo Tau-ben; neben und zwischen ihnen Blumen. „Sehrschön", heißt es, „aber nicht völlig conservirt".Gestochen nach ihm nennt einzig der Katalog vonWinkler ein sitzendes Mädchen das auf der Lautespielt, von C. H. van Meurs für eine kleine Samm-lung von 19. Bl. nach Niederländischen Gaktungs-malern, wie Mieris, Douw, Slingelandt,Netschcr, und dann eben nach dem Unsrigen.BUcLs löse p. Ion. Anderwerts heißt es noch:Daß I. Gole das Bildniß des GottesgelehrtenA. Hellenbrock nach ihm geschabt, und P. Philippedes Künstlers selbst gemaltes (wo er perer Adrianheißt) gestochen habe.
Werf ( ). Des I. Gradier Buch:
Ueber die vereinigten Mederlande, Gocha1792. 8°. S. 119. erzählt, daß ein solcher ganzer18 Jahre an einem Schachspiele schnitzelte, wasum 1790 noch bey seinem Enkel, dem H. H. Geversin Rotterdam , zu sehen war.
wergmann ^Niels H.), erhielt 1797 einePreißmedaille im Zeichne» nach dem Modell, aufder Kunstakademie zu Kopenhagen . Runst-HistorietDanmark afweinrvich.
Werkmeister (Rndolph Heinrich Jacob),Direktor einer Lesebibliothek und eines musikali-schen Instituts zu Oranienburg im Brandenburgi-schen um i8oo. Man findet Bildnisse u. s. f. dieaus seinem Verlage erschienen. A-rc.
Werkner (Thomas), ein alter erfahrenerKricgsbaumeisier und Ingenieur in Chursächsischen
Wermuth. 5045
Diensten. Er gab heraus: fnnflamenta derRrieges-Baukunst -- durch ihrer churfürst-liehen Durchl. zu Sachsen in Feld - und Bau-^ct'ionibus, ansetze» bei der <thur - veftungwfttenberg Diener, Thoma wercknernIngenieur herausgegeben. Wittenberg i697. 4°.In der Dedikation sagt der Verfasser, er habesich sowohl in Feldzügen, als in Belagerungenin seiner Kunst perfectionirt; dann daß er geson-nen sey, falls dieses Werk Beyfall fände, nochanderes mehr über die Kriegsbaukunst herauszu-geben; was jedoch, unsers Wissens, nach unter-blieben ist. Er starb zu Wittenberg (wo er denFestungsbau leitete) 1702, wie die dortigen Kirchen-bücher besagen.
werkstareer (Benedikt), ein Maler zuSalzburg , der 1768 einen Prospekt dieser Stadtzierlich und mit vielem Fleiß auf einer langenhohen Tafel malte, oder vielmehr nach einem äl-teren Bilde kopirte. Solche Kopie fand sich 179Zin dem Erzbischöflichen Sommerpallaste Mirabellezu Salzburg . Hüdner's Beschreib, v. Salz burg 1. 891.
Werke ( ), ein geschickter Architecturmaler
zu Wien um 1720. Der berühmte Daniel Gran heurathete seine Tochter.
werlin (Abraham), Meßner (?) und Maler zuMemmingen . Man gedenkt seiner 1292, wo ereine — Mißgeburt abmalte. <s. Sch 0 rer Mem-minger-tshronlk. Ulm i6öo. 4°. S. riZ.
— — (Match.), ein Kupferstecher, der, nebstandern solchen, zu Sal.Kleiner's Abbildungen derGebäude des Herzogs Eugen Franz von Savoycn,(Augsburg bey Jer. Wolff's Erben 1781 ff. gr.qu. Fol.) «Wirte Blätter nach Kleiner fertigte.
— — oderwö rlin(Zacharias). Ein Kupfer-stecher zu Nürnberg , dessen Bildniß in Fol. (ohne eineKünstlerbezeichnung) Panzer I. S. 270 anzeigt.
*Werm, auf Schaumünzen, eine Verkürzungdes Namens wermuth.
Werme(J.H.), ein irriger Name, für (denunten folgenden) Ioh. Hemr. Werner.
*wermoth, s.wermuth imLex. und gleichnachstehnd.
* wermuth (Christian), fälschlich setzen ei-nige seine Geburt in 1666. Sein GroßvaterMatthäus war Bürgermeister und Gürtler zuGlaucha im Schönburgischen; scinRaterEhristlanaber Fürstlicher Hofgürtler zu Altenburg bis rb 64 ,wo er in eben dieser Eigenschaft nach Dresden berufen wurde, und hier rbLo oet. 43 Jahr, 7 Monatstarb. In r68r wurde der Unsere dem Chursäch-siichen Münzeisenschneider E. C- Dürr in die Lehregegeben, und da dieser von Dresden nach Leip zig , Jena , Zerbst , Magdeburg , Berlin und Son,dcrshausen verschrieben wurde, so zog er mit sei-nem Lehrer umher und schnitt Münzen und Pet-schiere. Von diesem seinem Lehrer erlernte er denGebrauch des damals noch ungewöhnlichen Keil-werks, obwohl wermuth spater sich des vor-theilhafteren Stoß - oder Preßwecks bediente, (inili8t) nahm der letztere Dienste zu Sondershausen als Münzeisenschneider, und befliß sich sodanninnerhalb vier Jahren, die Kenntnisse eines Münz«meisters und Wardeins bey dem Gorhaer-Münz-meister Thun zu erlangen; wurde auch selbst zuGotha (1688 ) als Münzeisenschneider bestallt, undversah dabey jedoch noch mehrere andere Höfemit Münzrüstungen. Kurz vor seinem Absteroen,faßte er die Idee auf, einem jeden nur die
«) S. den Katal. d. KabinetS N? LSü.