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Wahrheit trocken weg zu sagen und fing auchnoch in seinem Todesjahre 1709 deswegen an,seinen Namen — warmurh zu schreiben. UnsereQuelle giebt viele seiner Schaumünzen an, die inKupfer gestochen worden; dann die Schriften diedurch seine Sorge ans Licht traten, und anderesich auf ihn beziehende Abhandlungen. Hainsburgisches Magazin XIII. i/ 5 ,. S. K^Z-öhri.N?ermuth hak über i 3 oo Medaillen gefertigt;man weiß inzwischen, daß seine Schüler, seinen Na-men auch auf die von ihnen geschnittene Arbeitensetzen mußten. So z.B. sind seine schönsten aus
Wermuth.
den Jahren 1700 bis 1708, nicht von ihm, son-dern von Roch. In Beckmann's Historie desFürstenthums Anhalt ist eine Vormundschafts s undHuldigungsmedaille (von 169s) der Henr. Cathartna,Fürstin von Anhalt, abgebildet, die dort einemG-Wermorb bengelegt wird, ersichtlich, die aberdem Unsrigen zugehört. Er war auch in andernTheilen des Müuzwesens, der Chemie u.s.f. sehrerfahren. Seine satyrische Schaumünzen wurdenihm viele Jahre zu Leipzig , wo er die Meßen zubesuchen pflegte, mit Arrest belegt. Er hatte neunKinder, und darunter 5 Sohne *).
"-) Da wir eben und sonst noch mehrmals der Münzmaschinen in unserm Werke gedachten, so wollen wir die-sem Artikel kürzlich dasjenige anfügen, was einer unserer Freunde in Rücksicht der Erfindung und der Ein-führung derselben (worüber sich die Teutschen und Franzosen die Palme streitig machen) gesammelt hat.Es mag zur Ergänzung verschiedener Art. des Ler. und dieses Supplem dienen; wie z B des Art- desStablschneiders Aub. Dlivier (oder des Srahlschnei'derö Ant. Brulier oder Brücher) der die Mühle zumMünzprägen oder das Streckwerk erfunden haben soll, welches um >550 in Frankreich eingeführt wurde;des Stahlschneiders Nicvl. Driot, der um 1617 den Balancier oder Anwurf (eine Maschine, wo die Mün-zen, die früher mit einem Hammer geschlagen wurden, nun vermittelst einer Mühle oder Schraube sichschöner und besser prägen ließen), die Presse, die Scheere und die Plattenwalze erfand, welche ErfindungFrankreich nicht, wohl aber 1645 England annahm; und noch anderer Künstler mehr.— Bey stengnichliest man V- I- Lh- 2. in seinen Neuen Nachrichten zur Bücher- und Münzkunde . Danzig undDessau 1782. 8? S. -04. ff. was folgt: „!>e Blanc behauptet, der Anwurf sey schon unter Heinrichil.(regierte >547 — 59, also zur Zeit des Dlivier) in Frankreich erfunden und gebraucht worden; undJoachim beruft sich auf den Miegr und Lenke, wenn er in seinem Unterrichte von Müuzwesen S. 2Z2,so wie Graumann in seinen Briefen vvm Gelde S->oi. versichert, man habe in England nicht früher alsunter Carl I>. (regierte 1660 — 88) den Anfang gemacht, mit dem Anwurf zu prägen, bis dahin aber dieGewohnheit gehabt, das Geld mit dem Hammer z» schlagen. Das letztere widerlegen jedoch des CromwelsMünzen (die sicher nicht mit dem Hammer geprägt wurden) augenscheinlich; doch wissen wir die Zeit nichtnäher zu bestimmen, wo das Stoßwerk erfunden und wo es in Frankreich und England eingeführt wordenist. Möhsen's Berliner-Medaillensammlungl. 296. erwähnt beyläufig, daß die Salzburger in ihrer Münzeeinige alte Anwürfe zeigten, deren sie sich bereits früher bedient hätten, als solche aus gedachten beyden Reichenzu uns nach Teutschland gekommen seyen. — Ioh. Seckmnn's Literatur der älteren ReisebeschreivungenB I. St. I. 89 Göttingen 1807- S.45. bemerkt aus der Reifebeschreibung des >621 enthaupteten Christoph Harant : »Zu Halle in Tyrol ließ er sich die Münzen zeigen, wo schon damals grobe Münzen unrer demvon, Wasser getriebenen Walzwerke und die kleinen unter der Presse oder dem Druckwerke geprägt und diePlatten, mit dem Durchschnitte, aus den geprägten Zainen geschnitten wurden". »Diese Nachricht",fährt Seckmann fort, »welche durch die von mir in der Anleitung zur Technologie S.64z.649, angeführ-ten Zeugnisse des pighius, Montagne und Hemzner's bestätigt wird, beweist das Alter dieser Erfin-dungen, welche teutschen Ursprungs und aus dem Anfange des xvi.Jahrh. zu seyn scheinen. Mit Unrechtbehaupten die Franzosen , daß das Druckwerk erst am Ende des xvil. Jahrh, in Frankreich erfunden sey;schon 100 Jahre früher ist es in Teutschland gebräuchlich gewesen".
Das erste der von uns selbst gesammelten Citate findet sich in Dom Speckle's Architektur»von Festungen. Ttrasburg -598 Fol., worin der kunsterfahrene Speckel bey Anführung der Erfindungen,die den Teutschen angehören, besagt, daß die neuere Art zu prägen von den Teutschen am schärfsten erfun-den und ausgedacht worden sey. Vielleicht drückt Speckel sich noch deutlicher aus; allein der wörtlicheAuszug aus dessen Werke, ist uus so ebeu unter den Händen verschwunden. In dem Bedenken überdas Münzrvesen . was Dach. Geitzkofler dem Kaiser überreichte, heißt es, daß vor etlichenJahren die Münzverständigen uneinig gewesen wären, ob Münz -Druckereien zuzulassen seven, »mit An-ziehung vieler Vrsachen, warumb die gedruckte Müntz nicht so just vimd gerecht, als die vom Hammergeschlagen, seyn konnte", weswegen denn auch an Sr.Majestät Vater weiland Marimilian il. (regierte von1664 — 76.) als er eine solche in Böhmen anrichten wollte, ein Bedenken deshalb eingegeben worden sey,und weswegen anch die Münzer mit dem Hammer, diejenigen, welche druckten, nickt für ehrlich anerken-nen und halten wollten. Daß aber die lctzrern im teutschen Reiche wirklich vorhanden waren, geht auseiner andern Stelle hervor, in welcher «»gerathen wird, die Hammermünzer, die Präger und die Drucker,zu besserer Haltung der Münzordnung. sämmtlich in eine Bruderschaft zu vereinigen. Der BaumeisterSchickhart in seiner Keisebeschreibung Herzog Friedrichs von Würtenberg nach Italien ,4? Tübingen 160z. S-9Z. b. zeigt als eine Merkwürdigkeit an, daß man zu Halle im Jnnthale die Mün-zen mit Schraubenwerken prägte, und daß dies auch im Oberelfaß zu Ensishcim und Gcbweiler statt fände.Das teutsche Münzarchiv von Hirsch vm. 8>- rc. bemerkt, daß llaz.Gottlieb Lauffer der alterezu Nürnberg , der erste gewesen sey, der das Glück gehabt härte» den heimlich gehaltenen Anwurf 1676(mit vielen Unkosten) aus Frankreich nach Teutschland zu bringen. Dieseiiinach mußte es also den Hammermünzern früherhin wirklich gelungen seyn, die Druckmünzer aus Teutschland zu vertreiben, da ein solchesin Teutschland wiederum als eine neue Erfindung auftreten konnte. Man bediente von nun an sich dieserMaschine bey den Reichsmünzen» und ihr Besitz und Gebrauch wurde jedem Privatmanne verbothen; dochgab man unserm Lauffer und dem Drechsler Friedrich Aletner die Erlaubnis, sich derselben auf Lebens-zeit bedienen zu dürfen. Sie mußten dieferhalb einen besondern Eid ablegen, so wie auch stauffersSohn Caspar Gottlieb (dem gleiche Vergünstigung wurde), obwohl er bereits als General-Münzwardeineine verendete Person abgab. In ,7,4 erhielt der letztere wegen der von ihm und seinen Vater, in Hinsichtdes Anwurfs aufgewandten Unkosten und erworbenen Verdienste, ein Kaiserliches Privilegium, was den Besitzdieser Maschine auch auf seine Kinder ausdehnte Dem Stahlschneider vestner schlug dagegen der frän-kische Münz-Kreiskonvent ,750 die Benutzung derselben ab. — Aus Tenzel s sächsischem Medaillen-kabinet II. erfahren wir, daß der Hofmedailleur E- C- Dürr zu Dresden , 1679 eine große Medaille aufeinem Keilwerke ausprägte, was damals noch niemand i» Sachsen besaß und weshalb auch niemand dortgleich große Schaustücke zu liefern vermochte. Einige Jahre darnach bediente sich Sorberger (vergl. obendessen Art.) des KeilwcrkS, und dann unser wermuth, wie bereits gedacht worden ist, der sich durch seineKaiser-Suite 1699 das Privilegium erwarb, selbst prägen und in seinem Hause eine Presse halten zu dürfen.In 17,1 war, nach Tenzel's Ausdrucke, das Stoß- und Preßwerk allenthalben bekannt. Hammermünzenbestanden um ,705 in Tcutschland nur noch zu Dresden , Zellerselde, auf dem Harze, und zu Srollberg.Tenzel I. c. 1. <)2>. — Reller zeigt in seinen Nachrichten von Dresdner Künstlern S-202 inder Biographie des Stahlschneiders Christian Siegm. Wermuth an, daß derselbe die Münzmaschine, die