Band 
Zweyter Theil [5].
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5074
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Weygand.

ringen, geb. zu Bruchsal 1764. Doch wohl dernämliche, von welchem es imMeusel'schenArch.H ( 4-)58 5 g. um 1808 heißt: Der Fürst-lich Hohenlohe-Ingelfingische Hofmaler Weygand,der sich am Hofe des Fürsten in Breslau aufhält,würde sich einen guten Namen als Künstler zuerwerben wissen, wenn er Bestellungen auf histo-rische Sachen bekäme. Er ist ein Mann von Ta-lent und bedarf nur Aufmunterung. Er malt auchPorträte und hat sich darin durch das Brustbilddes damaligen Prinzen Hieronymus Bonaparke,jetzigen Königs von Westphalen , vortheilhaft aus-gezeichnet".

Ueber diesen Künstler erhalten wir so eben voneinem unserer deutschen Kunstfreunde ff. ausführ-lichen Aufsatz:

»Derselbe war geb. zu Bruchsal (nicht i 76 -,sondern) 1760. In seinem vierzehnten Jahre er-hielt er den ersten Unterricht im Zeichnen durchCarl Engelhard, der ihn, als er ein Jahr späterseine Reise nach Rom antrat, dem berühmtenHofbildhauer Günther empfahl, bey dem er aberwieder nur ein Jahr zeichnen konnte, weil Güntherdem Rufe der Kaiserin Maria Theresia folgte, diedamals ihr Lustschloß Schönbrunn durch die beßrenBildhauer Teukschlands ausschmücken lassen wollte.Hierauf übernahm ihn der Hofmaler Schweickart,der zugleich die Stelle eines Kammerdieners beydem Fürstbischöfe bekleidete, und damals noch dereinzige war, der sich in Bruchsal mit der Kunstbeschäftigte. Erst nachdem Weygandr vier Jahrebey diesem gezeichnet hakte, wurde ihm gestattetden Pinsel zur Hand zu nehmen; doch raubte ihm«in Schlagfluß auch bald den letzten seiner Lehrer.Sebastians Vater, der kein Künstler war undnicht wünschte, daß sein Sohn ein solcher werdenmöchte, erlaubte ihm etwa ein Jahr nach diesemEreignisse zwar nach Manheim und Düsseldorf zureisen, doch berief er ihn bald wieder zurück, zugrößtem Leidwesen unseres jungen Mannes,, dereinen unbesiegbaren Hang zur Kunst in sich fühlte.Dieser vermochte ihn auch kurz darauf, heimlich(wenn auch mit Vorwissen seiner Mutter) Bruchsal zu verlassen und nach München auszuwandern.Da endlich nach 18 Monaten sein Vater von sei-nem Aufenthalte in Kenntniß gesetzt wurde undnunmehr Anordnungen traf, daß die bisher stattgefundene mütterliche Unterstützung weiter nichterfolgen konnte, so wurde weygandrs Lage sobedenklich, daß er sich genöthigt sah, die Historiezu verlassen, und sich der Bildnißmalerey zu wid-men. Es geschah um diese Zeit, daß zu Augsburg die Akademie der bildenden Künste wieder auflebte,und man das Möglichste that um dort die Künstein ihren alten Flor zu bringen, und auch aus-wärtige Künstler durch Einladungen herbeyzuziehensuchte. Weygandr folgte einer solchen, und esglückte ihm Augsburg mit dem Bildnißmalenüber Erwarten wohl. Der bekannte Kunstliebha-ber Paul von Stecken und der berühmte Mecha-nikers Brander schenkten ihm ihre Freundschaft.In der nächsten Preißaustheilung (1781.) erhielter in der Zeichnung nach dem Leben den ersten,und in der Malerey (durch ein niedliches Familien-gemälde mit vier Kindern) den zweyten Preiß.Unterdessen gab solches Veranlassung, daß derNeid, der (sich so nennenden) Kunsigenossen er-weckt wurde. Alle und jede, die nämlich bey ih-ren verschiedenen Berufsarbeiten sich der Farbenund des Pinsels bedienten, waren damals zuAugsburg in einer Zunft vereinigt, und dieseZunft klagte nun bey dem Handwerksgerichte, daßWeygandr ihrer Nahrung Abbruch thue. Da un-ser Künstler jedoch auch den diesfallstgen Beweis ver-langte und die Verantwortung der drey Kläger nichtgenüglich ausfiel, weil der eine als Wagenlackirerund die beyden andern als Stubenmaler haiid-thierten, so wurden dieselben abgewiesen. Nach-

Weygand.

dem «ine zweyte an den innern Rath gerichteteAnklage ebenfalls von keinem bessern Erfolge fürsie gewesen war, griffen sie die Sache auf ande-ren Wegen an. Man beschuldigte weygandrenbey dem geheimen Gerichte des verdächtigen Um-ganges mir einer jungen schönen Frau, die ihmvon Person sogar noch unbekannt geblieben war.Weil verschiedene Männer von Einfluß sich indiese hämische Geschichte verwickelt hatten, sowurde ihm nunmehro sein Aufenthalt zu Augsburg ,wenn gleich der wackere Stecken zu seinen Gunstenfocht, durch viele Kabalen und Nachstellungendergestalt verbittert, daß nur sein Ehrgefühl ihnbewog, bis nach endlich erfolgter (wenn auch nurzum Theil erlangter) Genugthuung in dieser Stadtnoch zu verweilen Nun ging es nach Wallen-stein und Oettingen . In beyden Orten malteer die fürstlichen Familien, und in Wallenstein auch zwey Altarblätter. Eins seiner Bildnisse warunterdessen der bekannten Lady Craven zu Gesichtegekommen und hatte derselben so wohl gefallen,daß sie ihn nach Driesdorf berief, wo er sie undden Markgrafen von Anspach abschildern mußte,weygandr kam auf diese Weise an den Anspacher-hof, wo er zwey Jahre blieb, freyen Tisch undWohnung erhielt, und auch zum Hofmaler ernanntworden war. Unglücklicherweise hatte man aberdie Ausfertigung seines Hofmaler-Patentes ver-nachlässigt; und als der Markgraf ganz unver-muthet sein Land an Preußen abtrat, befand sichdasselbe noch ununterschrieben bey dem Kabinets-sekretair. Er verlor dergestalt eine Pension, aufdie er außerdem bey dem hier eintretenden FalleAnspruch zu machen hatte. Der Zufall gab es,daß indem er bey dem Geh. Rathe, Freiherr» vonSeckendorf zu Erkenbrechlshausen (wo er frühermit dem Markgrafen einige Zeit gewesen war)Abschied nehmen wollte um nach Berlin zu gehen,er an den unfern gelegenen Hohenlohischen HöfenKirchberg-Langenburg und Jngelfingen bekanntwurde, Arbeit erhielt, und den Fürstlichen Familienselbst Unterricht ertheilen mußte. Nachdem der inPreußischen Diensten siehnde Erbprinz von Hohen-lohe nach Jngelfingen zum Besuche gekommen war,dessen talentvolle Gemahlin die Malerey zu ihrerLieblingsbeschäftigung auserkohren halte, so wurdedie Kunst noch weit eifriger dort betrieben undweygandr durchlebte hier einige Jahre in denangenehmsten Verhältnissen. Der Erbprinz nahmihn auch mit sich nach Berlin , und unterstützteihn dort vier Jahre. Unser Künstler dachte nundaran Italien zu sehen, und wandte sich ausdieser Ursache an seinen ehmaligen Lehrer Engelhard,der Rom noch immer nicht verlassen hatte. Alleinderselbe widerriech ihm diesen Plan mit so trifti-gen Gründen, und riech ihm dagegen die Be-nutzung vaterländischer Akademien so an, daßjener Vorsatz nicht in Ausführung gesetzt wurde;wohl aber nahm er einen Ruf seines Gönners deSErbprinzen an, der ihn als Hofmaler nach Bres-lau verlangte. Als diese Stadt in dem unglück-lichen Kriege i8«6 eingenommen worden, gabenihm die französischen Officiere viel zu thun; undHieronymus Bonaparke, den er ebenfalls gemalthatte, nahm ihn in Dienste und sandte ihn,nachdem er zum König von Westphalen ernanntworden, 1807 als Hofmaler nach Cassel . Nach-dem späterhin sein nunmehriger Herr, zum Beß-ren seiner Unterthanen, eine Kunstakademie in Rom begründen wollte, so wurde Weygandr zumDirektor derselben bestimmt. Ebe er aber an seineneue Bestimmung abgehen konnte, ergaben sichandere Verhältnisse; Hieronymus mußte entfliehen,das Königreich Westphalen wurde aufgelöst undweygandr büßte seine Stelle als Hofmaler ein.Er lebte noch 1818 zu Cassel , wo er sowohl wegenseiner Kunst in Bildnißmalen, als wegen seinesbiedern Charakters in vorzüglicher Achtung stand.Nach ihm hat J.E. Haid den obbemerkren Mecha-