Band 
Zweyter Theil [5].
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gr.4°. (dieser nach I. de Pey) in Kupfer gebrachthabe. Mrc.

wicker (Anna Rosina), geb. weitz, Gattindes Folgenden, Zeichnerin und Kupferstecher,« zuFrankfurt am Mayn, geb. daselbst.Von ihr"(heißt es bey Hüsgen N. A. S. 36 g 70.)kannteman, angeätzt (?) unterschiedliche Platten (Blatter)mit Blumen, Insekten, Historien, Portraits rc.Sie brachte sich dadurch männliche Ehre und vie-len Beyfall zuwege, wovon die Vignette aufdem Titelblatt meiner Nachrichten von Frank­ furter Künstlern uud Kunstsachen zeugen kann,daß ihr ein solches Lob gebühret. Nur Schade,ewig Schade, daß diese rechtschaffene und ge-schickte Frau das große Unglück betroffen hat,vor einigen Jahren stock blind zu werden." Sielebte noch 1790. Bey Meusellll. (1809.) findetsie sich indessen nicht mehr. Und Ebend. (2. S. 181.also in 18.4) heißt es: »Lebt vermuthlich nicht mehr,wenigstens kann sie nicht mehr arbeiten, indem sieschon längst stockblind ist."

(Johann Heinrich), Kupferstecher zuFrankfurt a. M., geb. daselbst 1722. »Der,selbe wurde anfänglich von seinem Vater GeorgDaniel w. zur Klein-Uhrmacher-Kunst ange-halten; da er aber natürliche Neigung zum Zeich-nen und Kupferstechen in sich fühlte, und schonals ein Knab von 9 Jahren nach Kupferstichen,so wie sie ihm vor die Hand kamen, ohne Lehr-meister zeichnete, und in seinem vierzehnten JahreHistorien, Köpfe, theils mit Röthel, theils mitTusch, besonders aber eine große Feld-Schlachtmit vielen hundert Figuren, mit der Feder undgemeiner Dinte verfertigt hatte, so fienge er 173gan zu stechen: Dabey mußte er aber, nach demWillen seines Vaters, das Klein-Uhrmachen, fort-setzen, bis endlich, nach dessen erfolgten frühzei-tigen Tod, der Trieb zum Stechen freuen Laufbekam, das Uhrmachen völlig abgeschaft, hinge-gen ersteres einzig erwählt und sofort mit größ-tem Eifer betrieben wurde. Die Anfangs vonWicker verfertigte Arbeiten bestanden in allenArten gestochenen, durchbrochenen und erhabengeschnittenen Verzierungen in Gold, Silber, Stahl,Kupfer und Messing. Nach Verlauf verschiedenerJahren machte er auch Pettschafte in allen ArtenMetall, die meisten aber in Stahl, die bishermit vielem Beyfall ihrer Schönheit wegen sindaufgenommen worden: In Stein hat er aberniemals geschnitten. Seine Kupferstiche hat ernicht auf gewöhnliche Art, mit Etzgrund undSchcidwasser radirt und gebeitzt, sondern er hakalle Arbeiten mit einer stählern Zeichen-Nadelauf die zuvor polirte Kupferplatte gezeichnet, undalles, sowohlen die allerfeinste als auch gröbsteStriche, von freyer Hand, mit dem Grabstichelgestochen und bearbeitet. Wirker har zu vielenWerken Wappen und Vignetten mit großemFleiß geliefert. In den verschiedenen Arten Schrif-ten that er es an meisterhafter Starke den beßrenEngländern gleich, und seine letzte Manier, Por-traite zu stechen, hatte ihn einstens bis zur Höheeines Baust geschwungen. Seine darinnen bewie-sene Arbeiten sind die sehr gleiche Bildnisse deSbekannten großen Schmetterling- und Jnsckrcn-Sammlers Joh. Christ. Gerning, und eines hie-sigen französischen Sprachmeistcrs Joh. JacobCollomb. Hält man dagegen das Portrait desPfarrer Franz Nie. Weiß, so er einige Jahre vor-her nach F. L. Hauck gestochen hat, so legt sichseine zugenommene Gcschicklichkcit klar zu Tag.wicker hat auch in ein Buch, meistens auslän-dische Blumen »ach der Natur mit Wasscrfarbsehr fleißig und wahr gemalt, und dadurch man-ches feine Kenner-Aug schon öfters mit Vergnü-gen unterhalten. Aus welchem allen ersehen wer-den kann, wie weit ein fähiger Kopf, ohne Lehr-

meister, ohne Leitung, ohne Unterstützung, einzigdurch sich sechsten es zu bringen vermag, undohne wie der niederträchtige Schmeichler zu krie-chen, seinem Leben hernach mehr Eigenthum, und,seinem Namen mehr ediern Stolz angemessen siehet."So kauderwelsch über den Unsrigen lautet es beydem ehrlichen Hüsgen N.A. (S. 26769.) Joh.Heinrich st. 1786.

Wicker (Rupert). Ein von Main ; gebürtigerBaumeister, und LFiclaus Selbherr ein Wagner,bauten 1^82 die beyden Thurmspitzen des Klosterszu Saalfeld im Sächsischen von Neuem auf.Rupert erhielt dafür 100 Gulden und 10 ScheffelKorn; (Ficlaus 100 Gulden und 5 o ScheffelKorn S. eine handschriftliche Ehronick vonSaalfeld .

* Wirkgram (Jacob oder Georg). »Wiees mir scheint" (bemerkt einer unserer Freunde)gab es zwey Maler dieses Namens, beyde vonSpeyer gebürtig. Der eine Georg mag sich um1696 in der Türkey aufgehalten haben. Wirkennen vier in etwas mittelmäßig radirteBildnisse, die bey Dominik. Custos 1696 und ihgkerschienen und bezeichnet sind: 6eor§ ^icL§ra«r8pirsnsiz invenc. (auch statt des invent. bisweilenpinx). Nämlich Sultan Mehemet (erschien 1290;Muhamed III. aber regierte von 1696 1603);Ferat Bassa, Sinam Bassa, und Zigala Bassa.Er ist nicht zu verwechseln mit einem Georgwickgram (der sich auch wickram schreibt)von Colmar , welcher schon 1627 (wo er Stadt-schreiber zu Colmar , so wie er 1666 solches zuBurkhain war) als Schriftsteller sich bekanntmachte, aber, so weit unsre Untersuchung geht,sich mit den bildenden Künsten nicht befaßte.Der andre Jacob (W-) soll, zufolge des Carlv.Mander, ein Schüler des Hans Bocksbergcrgewesen seyn, und späterhin zu Antwerven, alsein Freund des Spranger, der Malerkunst obgele-gen haben. Da sich unter dem Bildniß des BassaSinam eine gedruckte lateinische Unterschrift inVersen (Ors tibi quonösm öco.) so wie die Buch-drucker Signatur ?p. findet, so mögen diese Blat-ter zu irgend einem Buche gehören." Auch bkyDescamps 1II. i 85 . wird er (hier als I. Wickran),wie schon erwähnt, ein Schüler und Freund vonB. Spranger genannt, der diesen letztem zuerstaufmunterte, Figuren zu zeichnen. Dann gingensie mit einander i 565 nach Paris . Mrc.

wickherodt oder Wickerode (Thiel-mann), General-Münzwardein des Niederrheini-schen- Kreises, vermuthlich zu Cölln. Er st. 1696.Hirsch teutsch. Lsttünzarchiv VII. 552 . 5 §o. 544.

W ick mann oder Wpck mann (Andreas),wird in des A. I. von Hene!: Das Anno,729 stör,rende Schweden . Lübeck S. 160. un-ter der Rubrik: Das Honigs. Bruck Awesta,da das von Fablun kommende Hupfer ge-schmiedet und die Münzplarten gestempeltwerden, als Königlicher Eiscnschneider genannt.

(CarlI.), so wie (vielleicht sein Sohn)Johann Gabriel wickmann, lebten beyde zuStockholm 1797 als Hofmedailleur's und wirklicheMitglieder der dortigen Kunstakademie,

oc/r < 7 rv:/-Oa/rirstr»' 1797. 8korküolm isjo.Ein C. I., wahrscheinlich unser Carl I. fertigte(wie es irgendwo heißt), schon in 1766 eineprächtige Schaumünze auf den Präsidenten desSchwedischen Obcr-Hofgerichts, Sam. Ackerhi'elm.Dann nennt der Eong>ch'sche Münzgant-katalog ebenfalls von einem E- J> (w) einenJetton auf Olaus Rudbeck den Vater, Professorzn llpsal (S./ls); einen desgleichen auf den Frey-herr« Carl Harlemann (S. 177 ); cik!.'!, desgleichen