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Wieriz.
nebst Tod und Himmelfahrt Maria (69 Bl.) *).Endlich nach Andern, wie z. B. nach I. de Bä-cker, C> Procaccini und M. de Vos; nach Pro-caccini eine Ruhe in Egypten, wo St. Josepheine Weintraube hält, und einen Tod von St.Franziscns (diese beyden von guter Ausführung,und breiterm, als seinem gewöhnlichen, Stiche).Andre nennen noch als Meister, nach denen ergestochen habe: F. Floris , eine H. Familie mitSt. Anna, wo der kleine St. Johann, auf einemTisch ausgestreckt, den Finger in den Mund steckt,(von ungemeiner Zartheit); dann Ph. Galle, L.van Leyden und I. Stradanus. Gandelliniendlich führt von ihm 14 Blatt zu der Schrift:^mori sac'rr e stivim rie'euori, an.
Den Nokizzen eines unserer Freunde zufolge,lebte Anron noch 1694 zu Antwerpen , und arbei-tet für den Verlag von W. van Hächt; Eduardab Hoenvinkel (für diesen z. B. ein Blatt in querFol., wo Christus im Vordergründe mit der Dor-nenkrone, im Mittelgrunde das Kreuz tragend,und im Hintergründe am Kreuze selbst); Gerhardde Jode (für diesen z. B. ein großes Blatt aufzwey Platten, welches die Würdetrager des deut-schen Reichs darstellt); Joh. Baptist Vrinks,Hieron. Wiery u. s. f. Er stach theils nach eige-ner Zeichnung, theils soll er dieß, nebst den schongenannten, nach folgenden gethan haben: LucasCambiast, M. v. Cleef, Cornel Jngherams, Quint.Messis, Primaticcio, Rubens , Spranger, Titian ,Hier. Wierx. Nach Anton selbst heißt es, daßJohann v. Methelen den 1617 verstorbenen Al-phsns Rodrigucz in Kupfer brachte. Dann fahrtgedachter unser Freund also fort: »Die beßtcnArbeiten der Gebrüder wiery (die sich unterschied-lich Wrericy, Wterinc, wteriny, Wierty,w>ery, w-riex und Wirix schreiben) zeichnensich durch ihr nettes Wesen, und durch eine aus-serordentliche Feinheit der Striche aus. Dahergehören auch zu ikreu Meisterstücken (die in Haupt-drücken selten zu finden sind) eiuescheils kleineBlatter, höchstens bis ins Quartformat, (dennobwohl sie auch gute Arbeit in größerm Formatelieferten, so sind dieselben doch nicht so fleißig aus-geführt, und immer etwas kalt und nicht markiggenug gerathen), und anderntheils Bildnisse, weildieselben weniger eine Abwechselung des Stichelsverlangen, als andere Blatter. Amcm (am anGeist und verständiger Ausarbeitung seinem Bru-der Hieronymus nicht gleich; übrigens hat er,wie dieser, manches schone und gute, und man-ches sehr mittelmäßige gefertigt. Folgende seinerBrustbilder geben ganz besondere Muster von Zart-und Feinheit ab; das mit der Unterschrift: ?arsilkt-rent aocorä etv. (es ist der Prinz Philippvon Oranien) in 12°; das Heinrich I V. von Frank reich zwo er mit entblößtem Haupte dargestellt ist),das seiner Gemahlin Maria Medicis , und dasPhil. Eman. von Lothringen , diese drey in 16°;das des Erzherzog Ernst von Oestreich, Gouver-neurs der Niederlande , von 1694 in ist nichtminder sehr artig- Letztere vier Bildnisse erschie-nen in seinem eigenen Verlage."
wieriz (Hieronymus), der zweyte von dendrey Brudern, geboren zu Amsterdam um i 55 l.
Wieriz.
Zeichner und Kupferstecher, wie sie, und ungefährin dem nämlichen reinlichen aber trockenen Ge-schmacke. Er war der fleißigste von ihnen, undzeichnete seine Blätter, wie sie, mit dem Anfangs-buchstaben seines Namens. Rost V. i 5 o — 62.nennt von ihm theils Bildnisse und Anderes voneigener Erfindung, theils dann (Alles religiösenInhalts) nach Andern; als B. nach H. P. Aqui-lanus, H. van Baien, M. 8. Doneanus, C. vanden Broeck, M. A. Buonaroti, D. Calvart, A.Frank, van Haecht, H. Hondius, I. Mabuse,G. Mostaert, R. Sanzio, I. Stradan, O. Vce-nius, und M. de Vos . Als sein schönstes Blattfür Reinheit des Grabstichels wird dort genannt:Christus am Kreuze, nach Aquilanus; nach die-sem die Taufe Christi nach Hondius **), und dieAuferstehung nach Boneanus *"). Noch nennteiner unserer Freunde, als von ausgezeichneterFeinheit des Stiches, eine Geiftlung Christi nachStradanus. Gegenstände, wie z, B die folgen-den: Tod und Teufel wollen einen Baum umschla-gen, um dessen Erhaltung ein Heiliger und MariaJesum bitten; oder.- Die Erdkugel, indem sie um-stürzen will, von Jesus und Maria gehalten (beydenach van Baien) waren die Lieblingevorwürfe derKunst dieser Bruder. Dann vergaßen sie sich et-wa wieder, und gab z. B. unser Hieronymus:Danae und Jupiter im Goldregen nach van Haecht;oder — etwas sittlicher: Ein liebendes Paar, dassich in einem von Saturn ihnen vorgehaltenenSpiegel beschaut. Hinter ihnen der leidige — Tod.Lonk. VNalpe, der des Unsrigen Monogrammgiebt, und Heinecke I. n. II. (S. die Register),der allerley Schwankendes über seine Blätter nachBuonarotti und Raphacl erzählt, und z. B. be-hauptet, er habe Marc Antons Blatt des Tanzesder neun Kinder nach Naphael in seinem eilfreirJahre copirt, und dann doch das Datum vonH 65 angiebt -fi).
Auch zu diesem Art. fügt unser Kunstfreundff. Notizzen hinzu:
»Hieronymus, oder Jerom'mus, wie er sichöfters schreibt, arbeitete noch um 1608, und warZeichner, Kupferstecher (daß er Formschneider ge-wesen sey, bezweifelt man mit Recht' und Verle-ger für die Blätter von I. Baptist Barbe , Joh.van de Sande tvon diesem z. B. ein Tod d?r H.Jungfrau, was — kür uns undeutlich — dieAdresse tragen soll: //ieErz/m. exc. curn
privile^io piermnn» ) u. a. Hinwieder hat erMehreres für andere Kunsthändler gefertigt; alsfür I. Firens, Wilhelm und Gottfried van Haecht,Hans van Luyck, u. s. f. und zwar namentlich(neben den schon Vorgenannten) nach I. de Ba-cker von Harlingen , F. Barozio, L. van Leyden,L. Penni, A. de Weerdt (die vier Evangelisten,sind nur mit seinem oxo. bezeichnet, und vielleichtvon weerdr selbst geetzt), endlich nach einemV. 0 . Dagegen soll sein Bruder Anton einenSt. Sebastian nach ihm gestochen haben. — Nochan einer andern Stelle sagt unser Freund: »Hi'e-ronymus scheint seine Bruder nicht allein an Ar-beitsamkeit, sondern auch in der Feinheit derStriche, in der Rundung der Körper und in derVerschmelzung der Tinten übertreffen zu haben.Der gcstrichte und punktirte Kopf in dem Brust-bilds des Gouverneurs der Niederlande Albert v.
*-) Ist dies das Werk, was anderwerts: Betrachtungen über die Evangelien, ve» Natalke heißt?
-»«-) watetet rühmt es: Landschaft nnd Gebäude seyen vcn sebr gutem Geschmack, und man bemerke darin,daß er sich, gegen den Gebrauch des Zeitalters, auch des Scheidcwassers bedient; seine Töne in der Car-natien seyen oft von der angenehmsten Sanftheit. Nicht selten dann habe er in einer Manier gearbeitet,welche sich derjenigen von C- Ccrt nähere.
-r-«-) Maipe hat: stucas Romanus. Wir kennen unter diesen Masken weder den einen noch den andern,f) Freylich könnte auch das °hen angereigte Geburtsjahr r» spät angegeben seyn.
C i.j