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Oestreich (Unterschrift: ^ustria qnem -- metus)in 12°. übersteigt alle, man möchte sagen, unend-lich denkbare Begriffe von Feinheit. Auch indem Brustbilds Philipp Eman. von Lothringen gr. 4°., ist Kopf und Bart vortrefflich zart be-handelt; wogegen die beyden Brustbilder ingr. Fol. Heinrich III. von Frankreich (Unterschrift:feinere sfin etc.) und Philipp II. von Spanien(dies - 586 , für Hans van Linck's Verlag) zwarmit feinen, aber nicht gehörig unter einander ver-arbeiteten Strichen behandelt, und daher ins Mo-notone gefallen sind. Mn.
* wreriz (Johann), wie man glaubt, derälteste der drey Bruder; so meynt's wenigstensBasan (L<l. sec.> Auch von ihm nennt Rost V.148—49. theils Bildnisse u. a. ohne weiter« Na-men, als den (einigen, und rühmt, neben An-dern,, als von zartem Stiche, eine Magdalena,Halbfigur, am Eingang einer Höhle sitzend, undvor einem Cruzifixe lesend. Dann: Die Jesuikeu-Martyrer (das wäre!). Die vier Elemente vonihm tragen den (stolzen) Titel: (^uiäqrüä Immon-so voluit Matura — clsusit in csrs1601. — Dann nach Andern; z. B. nach A. Dü«rer: Den kleinen Satyr, schon in seinem Zwölften;den (bereits im Lex. genannten) St. Hieronymus ,im Dceyzchnten; Adam, der von Eva die verbot-ene Frucht empfangt, im Sechszehnten, undvollends den St. Hubertus auf der Jagd, schön(mit Dürer's Zeichen) nach dessen bekanntem Blattecopirk. Eben so M. Angelo's jüngstes Gericht,nach M. Rota's Blatte. Dann Anderes nach D-Calvart, F. Floris , L. va» Leyden, B. Pafferi,O. Veenius und M. de Vos.
Marolles besaß, wie schon das Lex. bemerkt,117», Marterte 8 uu, und Brandes 549 Bl.von diese» drey Meistern, welche letztern in demHuberschen Catalog genau verzeichnet sind. Oonf.M«L/er. Dort werden, neben Andlkm, zweyBlatter mit A. 5 . sianirt genannt. (Gehö-
ren sie dem Hieronymus oder dem Johann zu?);das eine: Lucretia's Tod (- 5 / 8 ), das andere:l^pus hlaturss (fünf Figuren): Ein Chymiste,ein Fischer, ein Ackersmann, ein Falkeniec undeine ganz nackte Frau. Rost l. c. bemerkt:„Die Fleischkinken in den Blättern dieser dreyBruder habe» oft die lieblichste Zartheit." Unterseinen Bildnissen wird dasjenige der Gräfin vonDereeil als Pendant von GoUius Heinrich IV. bemerkt. S. auch unten Job. Baptist» W.
Auch Johann betreffend, haben wir unsermKunstfreunde noch folgende Notizzen zu verdanken:„Derselbe, ebenfalls auch Kupferstich-Verleger,soll noch in 1609 zu Delst gearbeitet habe»; aufjeden Fall ist es aber irrig, wenn das Lex. bey-bringt, daß einige glaubten, der erst 1HZ9 geborneClaude Audran ll. habe bey dem Unsern gelernt.Wir denken, daß er, und nicht Hieronymus , der-jenige A 6sl. ist, nach welchem I.
Houbracken das Bildnis des Franz Maalzou,Syndikus von Westfriesland, zu Th. VIll. desBuches: Vsllerlanrlsclrs Risturlc te ^M8tcrll.1702 ff. schön in 8° stach. Unter seine beßten Ar-beiten sind zu rechnen: Das Bildniß des Lamorral Taxis von 1^92, in Med. 12"; die des Al-bert von Oestreich und seiner Gemahlin Jsabelle,beyde von idos in kl. 4 ". Folgende sehr feineBlätter sind etwas kälter ausgefallen: Kmcstückdes Prinzen Will), von Oranien (eine Copie da-von erschien bey P. de la Houve), und als Ge-genstück: Elconora von Bourbon, in der Linkenihr Schnupftuch haltend, bcyve rl. 4"; d>« Mari»(nicht Catharina, wie Rost will) von Medicis ,
Wiese.
Gemahlin Heinrich IV. , (Unterschrift: Hn quläetc.) mit seinem Lxcuö. 1601 in 4°; dieselbe inFol. (Unterschrift: krincesse «lont etc.) i 6 oc»für den Verlag des P. de la Houve u. s. w. Jo-hann arbeitete (oftmals unter dem Privilegiumder Herren van Busche) sowohl für eigne Rech-nung , als für die des P. de la Houve zu Paris ,des A. Hubert! zu Antwerpen u. s. w.
Wieriz (Johann Baptista). Von einem sol-chen (ob verschieden von dem obenangeführtenältesten der drey Bruder, Johann, ist uns un-bekannt) nennt der einzige GandeUini eingesto-chenes Blatt: Darstellung der schönen Stadt Ant-werpen .
— — (J.od.F.) Noch ein anderer dieses Ge-schlechts. Von diesem nennt ein Vcrzeichniß mei-nes sei. Vaters, ohne wettern Namen als den (ei-nigen, die Bildnisse von 5 französischen Kardina-len: Chevriers, d'Eöcars de Givry, Estouteville,de Joyeuse und de Lournvn.
Wiese (C- F.), Schüler der Akademie zuLeipzig , zeigte auf der Dresdner-Ausstellung 1802eine Landschaft; und 1804 eine kolorirte Zeichnung:Das erste Menschenpaar macht die Entdeckung,daß lebende Wesen auch sterben, indem es einigetodte Vogel findet *).
— — (Johann Heinrich), Unterlehrer imZeichnen und Malen auf der Akademie zu Leipzig ,geboren daselbst 1748, lernte unter Oesers Anwei-sung, und malte in Ocl und Pastell. Redendemwar er Kupferetzer und Stecher in Tuschmanier.In dieser letztern Manier nennt von ihm der Ka-ralog von wmkler drey Apostelköpfe mit denWerkzeugen ihrer Marter, und eine gebirgigteLandschaft, beyde nach Zeichnungen aus gedach-tem Cabinete, und zwey junge Wäscherinnen, inRothkreiden-Manier, Alles ohne weiter» Namenals den (einigen. Meusel II. (»789).Irgendwo wird noch von ihm ein Blatt: Lothmir seine» Töchtern, nach Ocker genannt. SeineStelle zu Leipzig bekleidete er noch i 8 r> 5 . BeyMensel lll- (1809.) hingegen erscheint er mehrmehr. Eine Erweiterung, und zum Theil Berich-tigung vorstehndcr Notizzen erhalte» wir von ei-nem unsrer Freunde, wie folgt:
„Wirklicher Unterlehrer bey der Leipziger-Akade-mie wurdewiese in 1787, nachdem Oesers Sohngestorben war, für den er diese Stelle bereits i<>Jahre verwaltet hatte. Von ihm auf Pergamentmit Dlcystist schon gezeichnet, sahen wir einst einBildniß seines Schwagers, des geschickten Bau-meisters Joh. Will). Ehriselius. w-ese starb(diesen Nachrichten zufolge) zu Leipzig schon i8nü;Schnorr folgte ihm als Unterlchrer. Der Unserehat Mehreres zu seinem Vergnügen in Kupfer ge-bracht. So z. B. ohne Namen eines Zeichners,und vermuthlich nach sich selbst, jene halb liegendeentblößte Frauensperson, vor der eine mit einemSchreckensruf in die Höhe blickende Frau kniet,welche ein Luch halt, qu. 4° (1789) leicht geetzt;den Kopf eines Römers, geetzl und weiß gchöht40.; zwey Bauerninädchen bey einer Art Gemäueran einem Weidenbaume beschäftigt, Röthelmanierkl Fol. schlecht in französischem Geschmacke. Dannnach Fery die Schlittschuhfahrt bey Mondeuscheinqu. 4°. nach einer Skizze (von I7b0) des H. vonHagedorn, 1777 zu Leipzig in einer Art Tuschma-nier geetzl; Christus, der beschnitten werden soll;11 radirte und lavirkc Landschaften und Figuren-stücke, sowohl in 8° als Vignetten nach Oeser v.s.f.Anderwms sagt man, er habe auch nach Bou-
n) Wir glauben, daß sicb der Schluß dieses Art. irgendwo verirrt bade.