Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
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Willck.

w'llck, f. obenw-lcke.

willdenorv (Carl Ludwig). Dieser bekannteBotaniker zu Berlin , dort geb. iM, giebt sichauch mit den zeichnenden Künsten ab. So z.B.hat, zu seiner Uebecsetzung von Jac. Bolton'sGeschichte der Pilze Th. >- Berlin 1796. 8".Ludwig Schmidt eine Einfassung nach ihm geetzt,so wie L. Jordan Pflanzen zu Gmelin's Göttin-gkschem Journal der Naturwissenschaften Band I.Sein Bildniß, punkkirt ohne Künstlerbezeichnung,findet sich vor Schrader's Neuem Journal für dieBotanik Band III. Erfurt 1809. 8°; auch Krethlowhat ein solches in Med. 12°. punktirt.

Wille (F. de). ein Künstler zu Antwerpen nach der Mitte des XVll. Jahrhunderts. In desAar, /e kssotitiu Narcüionatus 8. ll. ).

^msteloilaml 1678 kol. findet sich bey p. 26s. dieAbbildung eines Grabmals, von Richard Collinnach seiner Zeichnung gestochen,

— — (Johann Georg), geb. zu Königsbergbey Gießen in der Welkerau 1717 (u.ü. 17,5 *)).Nach Paris kam er mit Schmidt 1786 Hier ar-beiteten anfänglich beyde kleine Bildnisse fürdas Werk berühmter Männer, welches Odieuvreherausgab, der ihnen anfänglich ti, dann 12.und endlich 20 Livres für die Platte bezahlte.Hyacinth Rigaud war der erste, der die vorzüglichenFähigkeiten von beyden entdeckte. Unter seinenspäthern Bildnissen werden Maßv, der Marquis vonMarigny **) und der Graf Et.Florentin alle dreye

Witte.

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nach Tocquo, für seine Meisterstücke gehalten,welche aber dennoch den beßten von Schmidt nichtbeykommen, den er hingegen in historischen Blät-tern nach berühmten Niederländern: Douw,Mier!s,Schalken, Metzu, Netscher, Osiade, Terburg, u. s. f.übertraf. Ueberall ist an seinen Arbeiten die Aus-führung und die glänzende Reinheit seines Grab-stichels zum Bewundern schön; dennoch bemerkenächte Kenner, baß dieser Glanz in den Fleisch-parthien zumal, bisweilen an Härte gränzt***).Die Abstufungen und Wirkungen des Helldunkelsseiner Originale, dann aber besonders die ver-schiedenen Arten Zeuge an den Gewändern, wußteer auf das Vollkommenste vorzutragen. „AlsMensch" (heißt es bey Rostll. iZ 5 ) „besaß dieserKünstler den vortreflichsten Moralcharakter, dengemeinnützigsten Sinn, und ein Herz gan; für dasGefühl der Freundschaft geschaffen. Ueberall suchteer jungen Künstlern, nicht bloß unter seinen deut-schen Mitbürgern, sondern jedem talentreichcn Jüng-ling von verschiedenen Nationen nützlich zu seyn,gab ihm guten Rath, und zeigte ihm ohne alleZurückhaltung die Vortheile seiner Kunst. „ Nebenden schon im Lex. von ihm angeführten Schülernnennen wir hier noch: Berwick, Gregori, Halm,Mechei, Preißler, Rode, Romanet, Schmutzerund Zingg. Er war (seit 1761.) Mitglied der Fran-zösischen und bald aller auswärtigen Kunst-Aka-demien." Wille starb am 7. April 1808, in denletzten Jahren seines Lebens, durch alle die man-nigfaltigen Folgen der Staatsnmwälzung, wieEinige behaupten, in sehr dürftige Umstände ge-bracht -fi), und von dem Rufe neuerer Französischer

Mensel III. (2.) 182. setzt seine Geburt in >8-4 und bringt, als Varianten über seinen Geburtsort:„Neuenheini, ein Dorf, eine Meile von Wetzlar entlegen, und: Die sogenannte Obermühle, am Fußedes DimsbcrgS, im Großherzogthum Hessen, zwey Stunden von Gießen , und eine halbe von dem Städt-chen Königsberg .

«K) Dies sein Receptionsblatt in die Akademie.

»Er ssudirte" (heißt es in seinem Nekrolog in Lands,i's Salon von -gog. S- 26 — 27.) „besondersdie Manier von Golzius und Sadeler, und schien die Kühnheit des Grabstichels der Correktheit derFormen, und dem Adel im Auedrucke vorzuziehn. Hätte er die mechanische Vollkommenheit, welche ihnso berühmt gemacht, auf höhere und energischere Gegenstände angewandt, so würde er auch diesen denStempel übertriebener Reinheit aufgedrückt haben, welche große Compositionen frostig macht. Allein erzeigte seinen richtigen Verstand dadurch, daß er sick auf häusliche Scenen, und anderes Einfaches be-schränkte; und kier besaß er die Kunst, die ganze Feinheit und samimartige Toccirmig der Urbilder aufseine Blätter überzutragen. So hätte z. B. sein Stich der wandernden Musikanten nach Dietrich schonallein hingereicht, ihn zum Rang der erste» Stecher seines Jahrhunderts zu erheben. Dann ist es einerfeiner schönsten Titel zum Ruhme, Berwic gebildet, und ihm nicht allein den kühnen glänzenden Grab-stichel, den man nicht genug bewundern kann, sondern auch die Kunst, seine Töne abzuwechseln, und siedurch die Kenntniß eines harmonievollen Helldunkels zu verbinden, zum Erbtheil binterlasten zu haben; wodann der Schüler diesen seltenen Eigenschaften des Lehrers noch eine gelehrtere Zeichnung. feinere Tocci-rung, und überhaupt noch bessern Styl beyzugesellen wußte." Und in einem andern (fast ärgerlich spä-ten) Nekrolog in einem öffentlichen Blatte, liest man: „Seine ersten Versuche ließen befürchten, ermöchte sich irgend einer Uebertreibung" (wir denken der Golzischen) „überlassen; aber späterhin gelangteer dazu, der Kühnheit seines Grabstichels Meister zn werden, demselben Geschmeidigkeit Harmonie, undzugleich eine Reinheit und einen Glanz zu geben, der, selbst nach den Drevets, Scbmidt's und Balechou's,noch die Bewunderung der Kenner ausmachte." Endlich sagt schon >765 Diderot von ihm: „Er ist derEinzige, der die Festigkeit und das Markigte des Grabstichels zu vereinigen weiß, und von kleinen Köpfentaugen nur die sciuigen etwas." Dann erhalten auch hier seine wandernden Musikanten das gebührendeLob. Indessen soll (lt. Meusel m. (2.) ig2. Lhodowiecki über ihn das Urtheil gefällt haben: „Willeist zwar einer der größten Kupferstecher, aber weder Origiualgeuie noch Erfinder."

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In Mensel'» N.Mns. S- 578 - wird dies widersprochen, und heißt es dort von ihm 1794: „Gewißwerden Sie auch gern höre», daß Wille, der schon so oft todt gesagt wurde — noch lebt, und immernoch arbeitet, ob er gleich schon g- I. alt ist (das war er frevlich damals nicht, sondern 77.). Er genießt2000 Livres Gehalt; und damit er für nichts zn sorgen brauche, wenn Mangel entsteht, so bringt ihmein Conventscommissär täglich Brodt und Fleisch. Er lebt uud messt ganz in seiner Kunst, ohne sich in dieRevolution zu mischen. Kommt jemand zn ihm, der von Revoluriousangclegenhcit mit ihm sprechen will,so hat er keine Zeit; wenn man aber den Künstler besuchen will, so ist er der gefälligste Mann von derWelt. Er hat indeß verschiedene ueue Bilder gestochen, die ganz in republicanischem Geist und Styl ge-malt find, welche aber vorerst noch vor unsern Augen verborgen bleiben werden. Doch vielleicht wird dieAusfubr von Kunstsacheo auch bald wieder frey gegeben, da der Handel jetzt vom Convent begünstigt undbefördert zu werden scheint " Eben so heißt es, in Norizzen eines unserer Freunde, von dem Unsrigen:„Er ist einer der wenigen Kupferstecher, dem schon bey Lebzeiten sein Zeitalter völlige Gerechtigkeitwiderfahre» ließ. Ein 1778 gedrucktes Blatt, bemerkt z.B. unter andern, daß Wille das von ihm gesto-chene Bildniß des Grafen St. Florentin (welches er vordem zu >2 Livres verkaufte) damals, wo er keineAbdrücke mehr davon besaß, und doch die Liebhaber seines Werkes zu befriedige» wünschte, selbst mit-00 Livres und mehr bezahlte."

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