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del, und ein Verzeichniß meines sei. Vaters desKünstlers eigenes Bildniß, und einen Stamm»bäum Christi (1^75), beyde von ihm selbstgeetzt *).
Wie wir diesen letzten Art. enden, finden wirnoch weitläufige Notizzen über den Unsrigen beyDlabacz.
Vörderst im Allgemeinen: »Er habe sich denNamen eines zweyten Avestes sowohl in Preußi-schen als Oestreichischen Staatenvurch seine Mei-sterstücke erworben." Dann im Besondern man-ches, das Vorerzahlte sowohl, als das im Lex.enthaltene berichtigend: »Um sich zu vervollkomm-nen, gieng er zuerst nach Amsterdam , und kamin die Schule von I. Backer. Dort arbeitete ernach seinem Meister und nach Rembrandt , berei-cherte mit seiner Kunst den erstem, und verschafftesich einen Verrath von eignen Copieen nach be-rühmten Originalgemälden, deren er sich im Ver-folge bedienen konnte. Dann durchreifte er ganzDeutschland und Polen , und vermehrte auch hierin den vornehmsten Galerien seine Schatz«. Diebeßte Gelegenheit fand er hiefür zu Prag in derdamals dort noch vorhandenen Sammlung K.Rudolph II. Die Kriege in Böhmen beschleunig-ten seine Rückreise nach seiner Vaterstadt, wo erbald darauf zum Churfürstlichen Hofmaler ernanntwurde. Bald darauf schickte K- Leopold dengelehrten Jesuiten Wolf zu dem damaligen Chur-fürsten von Brandenburg nach Königsberg , mitwelchem unser wilmann eine so vertraute Freund-schaft schloß, daß er die katholische Religion an-genommen, und sich sogleich nach Lanbus bege-ben hat. Der damalige Abt Arnold b"yberger,für den wilmann verschiedene Gemälde verfer-tigen mußte, nahm ihn als seinen Freund auf,und räumte ihm in seinem Stifte eine Wohnungein, damit er daselbst in voller Zufriedenheit leben,und seine Kunst ausüben könnte. Wilmann aberveränderte nach wenigen Zähren seine Gesinnun-
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gen, und vermählte sich mit einer jungen Witt»frau, die zuvor an den K. K. Hofagenten zu Bres«lau, Namens Lischt« verheirathet war, mit wel-cher er auch den berühmten Johann ChristophLischt« als einen Stiefsohn ererbt hat. Mit die-ser seiner Gattin lebte er auf dem Landgute, wel-ches hernach unser Lischt« besaß, ganze vierzigJahre, und starb im I. 1706, im Rufe einesberühmten Künstlers und eines sehr frommenChristen, zu Lanbus. Seiner großen Verdienstewegen wurde er in der Grabstätte der Cisterzien-ser zu Laubus beygesetzt, und noch im I. »794fast ganz, besonders aber die rechte Hand, un-verwesen gefunden, wie es ein gelehrter Cisterzien-ser von Laubus, f). Gabriel pefchel, in seinenhinterlassenen Jahrbüchern beym I. 1764 bestä-tigt. wilmann war ein zärtlicher und tugend-hafter Vater von einem Sohne und fünf Töchtern.Jener war Michael, den er zu einem sehr gutenMaler gebildet hat, der aber nach seiner Rück-kehr aus Italien plötzlich in Schlesien gestorbenist. Man will behaupten, daß ihm Gift beyge-bracht worden. Seine Töchter waren:
Benedikra, Klvsterjungfrau in dem Orden desH. Dominikus zu Breslau . Sie war eine vor-treffliche Malerin.
Leonarda, Urselinerin zu Breslau .
Maria Magdalena , Gattin des braven Ma-lers fleunherz zu Breslau , und Mutter desPräger Malers, Wilhelm zJeunherz.
Sophia, nachmals Großmutter des P. Leo-polds, Cisterziensers in Laubus.
Die letzte Tochter, deren Name uns unbekanntblieb, wurde an einen Kaufmann zu Glogau verrheirathet. Ein klarer Beweis, daß unser Wil-mann kein Laybruder im Stifte Laubus gewesen,sondern nur dort als ein vcrheiratheter Manngelebt. Der hochwürdigste Hr. Abt von Laubus,Gabriel Otto, dem ich diese Nachricht von unsermWilmann öffentlich verdanke, drückt sich in ei-
») 806 nennt diesen Künstler nicht unter de» deutsche» Stechern. Von ihm als Maler finden wir so ebennoch in N 7 eusel's Aroh. II. ( 4 ) S. 54—56 in einem Aufsähe: »Scklesicn, und besonders Breslau inBetreff der zeichnenden Künste," folgende bemerkenswcrthe Stelle: »Dieser Künstler gehört wahrlich mitzu den beßten Malern» die je (ich getraue mich Italien nicht auszunehmcn) gelebt haben. Er ist im Aus-lande wenig bekannt, weil er iu seiner bessern Zeit nur für Schlesiens Kirchen und Kloster malte, und daman seine Gemälde schon bey seinen Lebzeiten überaus hochschätzte, selten eines dem ausländischen Kunst-freunde überließ. Wir können wirklich stolz seyn auf die Menge vortrefflicher Gemälde, die wir von die-sem großem Maler besitzen, an denen besonders die beyden Klöster Laubus und Grissau überaus reich sind.Gleich groß in Fresco sowohl als in Oel , läßt er dem Kunstkenner nichts zu wünschen übrig, indem erihn durch große Composition, edle korrekte Zeichnung, und ein vortrefflich markigtcs Colvrit durchausbefriedigt. Bey jedesmaligem Anschauen dieser Meisterwerke wurde ich vvm Aerger ergriffen, daß diesesüusserordentlich fruchtbare Genie so wenig bekannt worden, während anderer, weniger bedeutender Künstler,so oft noch mit Ruhm gedacht wird. Mit Wehmuth erinnert sich der vaterländische Kunstfreund der 14Gemälde von ihm, die während der Belagerung von Breslau im December >8»6 bevm Abbrennen derNicolai-Kirche in der Vorstadt, mit in Flammen aufgingen, ohne daß etwas zu ihrer Rettung in diesemAugenblicke geschehen konnte. Hätten doch früher diejenigen, denen die Äirchenschätze anvertraut waren,für die Erhaltung dieser kostbaren Gemälde Sorge tragen wollen! Zwey Bilder waren dabey, ein Christusam Oelberge, und Christus unter der Last des Kreuzes, für die kein Preist zu hoch wäre, wenn sie ausder Asche wieder hervorgehen könnten. Möge der Genius der Kunst die noch übrigen Arbeiten diesesbraven Künstlers doch für ähnlichen Zerstörungen behüten, damit sein Andenken noch lange durchs Anschauenseiner himmlischen Werke bleiben möge! Dieser Künstler starb in dem Kloster Laubus, und hinterließ anseiner Tochter und einem seiner Schüler, Namens Ikibelrvicser, Schlesien zwey nickt unbedeutendeKünstler, die aber ihrem Lehrmeister bey weitem nickt gleich kamen, wilmann hat einige Blätter miteben dem Geist in Kupfer geetzt, der seinen Gemälden eigen ist, unter welchen sein eigenes Porträt zuzählen, welches, da es sehr selten, von dem königlichen Münz-Medailleur König in Breslau, jetzt in Ber-lin , täuschend kopict wurde." Und ebenfalls in Meusel's n. Miscel. IV. 508 heißt es von demUnsrigen: »Derselbe wollte sich dem Zunftzwangs nickt unterwerfen, noch sich zur Aufnahme in die Zunftbequemen, erwarb sich aber Schutz und Freyheit dadurch, daß er zur katholischen Kirche überging, undviel für Stifter und Kapellen malte. Seine beßten Arbeiten sind in den Klöstern Laubus »nd Grissau.Man sieht auch einige Gemälde von ihm in dem Dom und in der Nicolaikirche zu Breslau . Obgleich auSseinen Anlagen Genie und Kunst hervorleuchtet, so haben doch viele seiner Gemälde das Ansehen vonunvollendeten Anlagen. Dieses mag wohl daher rühren , weil er sich oft vorausbezahlen ließ, und dafür hernachgezwungen und eingesperrt malen mußte. Die Mönche zu Laubus finden in einem seiner dasigen Gemäldebesonders die Figur merkwürdig, welche den H. Barrholomäus schindet; sie erzählen dabev unter der Handdie Anekdote: Daß wilmann dazu das Gesicht »nd die Gestalt des damaligen Kellermeisters genommenhabe, weil er ihm nicht genug zu trinken habe geben wollen. Jedermann erkannte in dem Earuifer so-gleich den Pater Kellermeister."