Wilson.
Wilson.
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zu besuchen, und begab sich demzufolge nachVenedig , wo er ein Jahr blieb. Hier hatte erdas Glück, mit William Lock, einem bemitteltenEngländer, bekannt zu werden, den er dann aufseiner Reise nach Rom und einen großen Theil vonItalien begleitete. Für diesen verfertigte er vieleSkizzen von den Gegenden, die sie durchwander-ten, so wie auch verschiedene Landschaften. Lockwußte seine Verdienste zu schätzen, und belohntedem Künstler feine Arbeiten großmüthig. Bis andessen Ende unterhielt er mit ihm auch die ver-trauteste Freundschaft. In Rom errichtete er einevortheilhafte Bekanntschaft mit dem berühmtenVernek, der, sobald er einige Werke von w'l-son's Pinsel gesehen, ihn ermunterte, ja bey derLandschaftmalerey zu bleiben. Er folgte diesemRathe, und legte sich während seines Aufenthaltsdaselbst mit der größten Anstrengung und Eiferauf diese Kunstgattung, wie man aus den vielenGemälden und unzähligen Zeichnungen gesehen,die er in diesem Sitz der Künste und in dessenGegend verfertigt hat. Der Graf von Dartmouth befand sich, während Wilson's Aufenthalt zuRom , ebendaselbst, und bat unsern Künstler, alsFreund und Kenner der Kunst, ihn nach Neapel zu begleiten, welches ihm sehr willkommen war,und wo er verschiedene Zeichnungen ausführte,von denen auch einige, nebst zwey Hauptgemäl-den, in dieses Herrn Händen sich befinden. ImI. i ?55 kehrte wilson nach England zurück, woer durch die geistreichen Gedanken und die kühne,große Ausführung seiner Landschaften, wozu nochdie klassischen Figuren kamen, mit denen er sieausstaffirte, sich bald den Beyfall aller Kennerund selbst der Gelehrten erwarb. Bald nach seinerZurückkunft kam Zuccarelli nach London , und alswilson sah, daß dessen leichte Manier so sehrgefiel, änderte er die seinige. Doch, da er dießbald wieder für Frivolität ansah, kehrte er zuseinem alten Styl, wozu er sich in der römischenSchule gebildet, zurück, und brachte es darin zurgrößten Vollkommenheit. Es werfen ihm zwareinige vor, daß seine Malereyen in Vorgründennicht genug ausgeführt sind, und es ist nicht zuläugnen, daß, wenn man sie in der Nahe betrach-tet, sie nicht die sorgfältige Bearbeitung haben,die wir an vielen Niederländern bemerken; indes-sen stimmen sie doch zum Ganzen überein, undthun die große Wirkung, die er immer zur Ab-sicht hatte; und wenn er diese erreicht zu habenglaubte, verließ er sein Gemälde, da er nichtgenug Geduld besaß, um sie bis zur Distel herabauszupinseln. Wilsons Gemälde sind unzählig.Die vornehmsten darunter sind: Ein Sturm mitder Geschichte der Niobe , ehemals im Besitz desHerzogs von Gloucester , und durch Woollet'sGrabstichel hinlänglich bekannt; eine Ansicht vonRom , von der Villa Madama her, in der Samm-lung des Herzogs von Bedsord; eine Darstellungvon des Mäcenas Villa zu Tivoli, im Besitze desGrafen von Thanet, mit zwey kleinern landschaft-lichen Gegenden aus Italien ; ein Sturm, eben-falls mit der Geschichte der Niobe, bey Sir GeorgeBeaumont; die Scene aber ist von der beym Her-zog von Gloucester verschieden. Ferner: Zweygroße Stücke, dem H. Purling von PortlandsPlace gehörig; die Vereinigung zweyer Ströme,mit Cicero und seinen Freunden auf Tusculanum,und zwey große Landschaften in Wales , in derSammlung des Sir William Wynne; eine An-sicht des bekannten Wasserfalls Niagara inNordamerika , mit umliegender Gegend, eine präch-
tige Scene von William Byrne wohl gestochen;zwey Landschaften mit der Geschichte Meleagersund einem Chor Nymphen; eine Landschaft miteiner Ansicht der Meers und der Geschichte desCeyp und der Alcyone ; Celadon und Amelia, einherrliches Blatt; Garrick und Miß Bellamy in derRolle des Romeo und der Juliet, u. s. w. Tho-mas Booth, ein bekannter Kunstliebhaber, besitztnicht weniger als achtzehn Gemälde von Wilson,die gewissermaßen die Geschichte seiner Studienausmachen; eines ist in Italien gemalt, andereim Anfange und Fortgange seiner zunehmendenVortrefflichkeit, und eins bis zwey gegen das Endeseines Lebens. Bey der Einrichtung der Akade-mie ward er zum Mitgliede, und 1779, nach Hayrman's Tode, zum Bibliothekar ernannt, welcheStelle er bis zu seinem Tode behielt, der im I.1782 erfolgte. Was den Styl seiner Landschaftenbetrifft, so sah er am meistens auf den Effect, wußteLichter und Schatten glücklich zu vertheilen undseine Farbentöne, ungeachtet ihrer Lebhaftigkeit,harmonisch zu verschmelzen. Reynolds machteihm dem Vorwurf, daß er in seinen nach derNatur kopirten Landschaften mythologische Perso-nen angebracht habe. wilson war nicht alleinselbst ein großer Maler, sondern hat auch mehrereSchüler gezogen, wie z. B. Farrington und Hodges.Fiorillo V. 70a—6. — S. auch Nachrichten vonihm in der hst. Bibliorh. d. Sch. Wissenschaf-ten B. Xl.Il. S. 264-71. Gestochen und ge-schabt haben nach ihm die vorzüglichsten Künstlerseines Landes und seiner Zeit; wie I. Browne,W. Byrne, R. Earlom, G. Ellis, I- Faber, R.Houston, T. Morris, I. H. Mortimer, B. I.Pouncy, S- F Ravenet, I. Roberts, I. Wood,G' Woollcr. Neben dem schon angezogenen Sturmvon diesem letztem, und dem Wasserfall Niagaravon Byrne, Hennen wir hier noch die beydengroßen von Earlom geschabten Landschaften, dieeine mit der Fabel von Meleager und Atalanta,die andere mit Apollo und den tanzenden Nym,phen staffirt, deren wir ebenfalls schon oben ge-dacht; eine dritte, den See von Nenn (8pecu-lurn viariR) darstellend, von Wood; dann vierandere italienische (darunter die ebenfalls schonerwähnte Villa Madama) von Roberts; noch einesehr schöne, von Morris ; eine junge verschleyertsFrau, an einer Tafel mit Büchern, von Fabcr.
et Lm-rcker. Mehr andere (oben bey denUrbildern schon genannte) von Woollet *) gesto-chen , finden wir in dem Art. dieses letztem beyRost IX. 262-53 als: Celadon und Amelia, Ceyxund Alcyone, Cicero lustwandelt in seiner Villamit seinem Bruder Quintus und seinem FreundAtticus; ferner (wieder von Woollet) Apollo unddie Jahrszeiten; Phaeton bittet den Vater umden Sonnenwageu; Enodenhill mit der Umge-gegend, in der Provinz Wales ; eine reiche ge-sperrte Landschaft (8olltucle). Wohl irrig glaubtmein sei. Vater, daß unser Richard W>>so"auch gestochen habe, und verwechselt ihn nämlichmit dem oben angeführten Jacob dieses Ge-schlechts **).
wilson (Wilhelm). So hieß ein EnglischerArchitekt unter der Regierung König Wilhelm lll.der sich aber nicht sonderlich ausgezeichnet hat.Fioristo V. vi6.
— — — — Capital», zeichnete nach Coocku. s. w. eine Karte der Insel Otahaiti, die in1800 zu Weimar erschien. M-c.
*) Bisweilen vereint mit Andern, wie Brvwne, Ellis, Mortimer und Pouncy. '
*") Indessen will auch seither einer unsrer Freunde behaupten, daß Richard eigenhändig zwey Landschaften inquer Fvl. in Aquatinla geliefert habe; die eine mit italienischen Ruinen, die andere mir vielen Bäume»,im Vordergründe zwey weibliche Figuren.