Winkelmann.
Winkelmann,
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,740. Obwohl auch er sich als Kaufmann inseiner Geburksstadt niederlies, so erlernte er dochzu seinen Vergnügen das Oel- und Miniatur-malen bey Querfurk und dem Rathe Tischbein inCassel. Sowohl in der Landschaft, als in Figuren-stücken war er geschickt; vorzüglich aber verdie-nen seine Kopien nach großen Meistern alles Lob.Er trug den Titel als Hofagent, war Ehren-mitglied der Casseler-Kunstakademie und st. zuHannover um 1797.
Winkelmann (Johann). Ein ausführlicherAussatz über diesen klassischen Kunst-Geschichks-schreiber folgt im Anhange zu dem gegenwärtigenHefte.
— — (Johann Friedrich), Kaufmannzu Hannover, gebürtig von Hamburg , und Sohneines dortigen Materialisten. Ein Dilettant«, deranfänglich selbst Maler werden wollte und beyDenner gelernt hatte. Der Unsere legte sich eineschone Gemäldesammlung an, die nach seinemAbsterben (zu Hannover um 1776, etwa gegenLo Jayr alt- die Gallerie zu Cassel bereicherte.
— — (Johann Friedrich), (wird vonLeller S. 21Z. erwähnt), der Enkel des vor-stehnden, und (gorrhelf Friedrich (W-) Bruders-söhn *); wurde seinem Vater, einem Kaufmann,1772 zu Hannover geboren. Von früher Jugendan, zeigte er viel Talent zur Kunst und war schonin seinem zwölften Jahre in Hannover berühmt,wegen der Aehniichkeit, mit der er Personen zuzeichnen verstand. Dies verursachte auch, daß erden Herzog von Dork, der sich dort um dieselbeZeit aufhielt, in Kreide abzeichnen mußte. DerHerzog schickte seine Arbeit an den König nachEngland; und die Folge davon war, daß ihmKönigliche Unterstützung zugesichert wurde, fallser sich ganz der Kunst weihen wollte. Obwohlihn seine Eltern zur Baukunst bestimmt hakten,so war dies Anerbieten doch zu Vortheilhaft, alsdaß sie es hätten ausschlagen sollen. Er wurdedaher drey Jahre nach Leipzig zu Oesern, undsodann vier Jahre nach Dresden zu Grass geschickt.Beyde diese berühmten Meister besaßen jedochnicht ganz das Talent, ihre Schüler wohl undgründlich zu unterrichten, woher denn auch derUnsere fast ganz seinem Selbststudium überlassenblieb. Unterdessen hatte er bey Grass das Oel -malen angefangen, und lieferte darin schon zuDresden große Bilder; wie z.B. eine Hebe. Eh-renvoll gedenkt man auch seiner bey der dortigenAusstellung 1790, wo sich von ihm das Bildnißeiner Dame in Lebensgröße und das eines Berei-ters mit einem Pferde befand. Er vertauschtedarauf Dresden mit Hannover (wo seine Arbeitenvielen Beyfall fanden), und sollte nunmehr nachItalien gesandt werden. Die eingetretene Krank-heit des Königs von England brachte jedoch einesolche Verzögerung in diese Sache, daß verjüngefeurige Mann endlich beschloß, lieber die König-liche Unterstützung aufzugeben und sich durch sei-ner eignen Hände Arbeit zu nähren, als längerin Unthätigkeit zu rasten. Er besuchte daherPreußen, Böhmen, Prag, Wien , einen Theilvon Italien und Pohlen; die ihm eigne vorzüg-liche Gabe im Treffen machte denn auch, daßseine Miniatur - Bildnisse sehr stark gesucht undibm wohl bezahlt wurden. Zu Warschau stiegplötzlich der Gedanke in ihm auf, daß er in sei-ner Bildung als Künstler noch unvollendet sey.Er faßte daher den Entschluß, von Neuem die
Kunst s und die Oelmalerei zu studiern; gingwieder nach Dresden , genoß dort Gtaffi's Unter-richt und Freundschaft, und wurde von diesem,nach Verlaufe eines Jahres, für mündig erklärt,winckelmann reiste hierauf nach Paris, lagferner dem Studium ein Jahr lang ob undhielt gute Bekanntschaft mit David, Gerard rc.Mit Erlaubniß der Regierung kopirte er hier ne-ben Anderm auf «ine treffliche Weise David'sBild: Bonaparte's Zug über den St. Bernharddarstellend, in seiner ganzen Größe. Von dawandte er sich nach Hannover, Bremen, Ham-burg (wo er sich fast fünf Jahre aufhielt, auchKopenhagen für einige Zeit besuchte) und endlichi8iZ wieder nach Hannover , wo er sich dennhäuslich niederließ, noch i 8>5 lebte, aber dannund wann Ausflüge in umliegende L>tädte machte.Man rechnet, daß er über 1000 Bildnisse gemalthak. Begreiflich wird diese große Anzahl, wennman bedenkt, daß unser sehr fleißige Künstlerimmer mit Bildnißmalen überhäuft ist, daß ihmjede Person nur zwey Stunden zu sitzen braucht,um die ganze charakteristische Lebendigkeit dersel-ben aufzufassen und daß er in meisterhafter schnel-ler Praktik und in der routinirten Behandlung desPinsels vielleicht von keinem Maler unsrer Tageübertreffen werden mag. Dabey nimmt er auchseine gewöhnlichen Arbeiten aus dem Gesichts-punkte, wie der gewöhnliche Theil des Publi-kums solche selbst betrachtet; dasselbe fordert nurAehnlicbkeit der Person, und will dem Künstlerweiter keine Kunst vergüten **). Aber auch diekleinere Zahl der Kenner hat er zu befriedigen ge,wußt, durch herrliche große Familien- und klei-nere Bildnisse, die öfters sich dem Style Grassi'snähern. Er malt dabey schöne Historien, Mytho-logien und Landschaften. Man muß wahrhaftbedauern, daß er nicht auf einem seinen Natur-gaben anpassenden Wege zur ausübenden Kunstgeleitet wurde, und zu früh auf Broderwerb zudenken hatte; er wäre eine Zierde Leukschlands inder Geschicktsmalerey geworden. Sein hoher Ei-fer für den Werth der Kunst, vermag ihn alleJahre,, zu seiner fortschreitenden Vervollkomm,nung für sich selbst con Amore einiges Geschicht-liches zu malen. Nie pflegt er aber seine Gemäldezu bezeichnen. Winkelmann ist übrigens ein in,teressanter genialer Mensch, der das Wesen derWelt von einer jovialen und nichts desto minderrichtigen Seite aufgefaßt, eine feine Bildung be-sitzt, und einen offenen und sehr rechtlichen Cha-rakter hat. Wir fügen schließlich noch an, daßer sich dabey nicht allein als Clavierspieler aus-zeichnet, sondern auch das Violoncell so gut zubehandeln versteht, daß er sich mehrmals darauf(mit Beyfall) hören lassen konnte.
Winkelmann (Johann JrM, stach, wk«ein Gantkatalog besagt, das Bildniß des Jllico(Vico?) Ummius in 4°; doch zweifeln wir fast,ob dieser Angabe zu trauen sey, und der unserenicht etwa nur die Unterschrift gedachten Blatteslieferte (?). Johann Just, der Sohn eines Got-tesgelehrten, wurde iü2n geboren, lebte noch1671, war Rath und Historiqraph des Grafenvon Oldenburg , und machte sich so als Dichter,noch mehr aber als historischer Schriftsteller be-kannt.
— — (Johann ßeonhard), ein Maler
aus Westphalen gebürtig, lebte in 1779 zu Prag ,und wurde in demselben Jahre bort — mit einerBöhmin getraut. Dlabacz.
*) Reller l. c. nennt ihn, wohl irrig, »einen Anverwandte» des berühmten Winkelmann»."L») Was freylich beyden Ehrentheilen eben nicht i«n> Ruhm gesagt seyn soll.
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