Band 
Zweyter Theil [5].
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Winrerhalder.

Winterschmidt.

binden sich leicht und zwanglos zu einer herrlichenPyramide, durch zwey Gruppen, zu beyden Sei-ten, tiefer in den Chorstühlcn , noch erweitert undberichtigt. DaS Altar und die Kirche ist mit be-wundernswürdigem Fleiß in ächtgothischem Ge-schmack ausgeführt. Treu dem Charakter der Zeitsehen wir hier nichts von französischerPräsentations-sucht; Alles ist einfach und gemüthlich, und da-her auch so rührend und anziehend." Dieser wa-ckere Künstler verdient weit mehrere Achtung sei-nes deutschen Vaterlandes, als solcher (wir kön-nen's mit Beweisen belegen) bisher noch nicht zugenießen scheint. Welche Schande! Lonk. obenden Art. Wachter.

winrerhalder oder winrerhaltee(Johann oder Joseph), geboren ,743 zu Fören-bach im Schwarzwalde. Sein Vater MichaelWinrerhalder war Bildhauer zu Förenbach , undstarb im 44 Jahre seines Alters daselbst. Nachdessen Tode wurde er von seinem Oheim JosephWinrerhalder, einem geschickten Maler zu Ol-mütz in Mahren , an Kindesstatt angenommen,und kam zu ihm als ein Knabe von neun Jah-ren. Der Oheim erzog ihn sehr streng, lehrte ihnden wahren Grund im richtigen Zeichnen mitSchatten- Licht- und Reflexionswendungen, Skiz-zirungen aller Art nach dem Runden, mit Schrafrfirung, Tusch, Röthel und Pastellfarben, nach denAntiken und nach der Natur, und theilte ihm so-gar die ersten Gründe im Malen nach Paul Tro-ger's Manier mit, wodurch er ihn zur Malereyleitete. Die weitere Grundlage erhielt er aber vonJoseph Srern, Geschichtsmaler in Brunn.Späterhin bekam er Gelegenheit zum Umgangmit vorzüglichen Künstlern, als Trogcr, Krater,Schweigt, Fischer, Palko, Muhldorfer, Maul-pertsch. Die Art des letzter» gefiel ihm am beß,ten; er ahmte sie nach, übte sich bey ihm darinfünf Jahre lang, und erreichte ihn durch seineanhaltende Uebung so weit, daß seine Werke vonjenes seinen beynahe nicht zu unterscheiden sind. Derihm eigene Arbeitseifer machte, daß er sich auchauf die Fresco-Oel- und Secco-, dann auf dieMiniaturmalerey, in letzterer nach eigener Art,legte, und sich auch fähig machte, Architektur nndVerzierungen besonders aber Statuen in Nischengrau in grau vortrefflich zu bearbeiten, und siebis znm Täuschen aufzustellen. Ihm fehlte esnur an mehr Zutrauen zu sich selbst, an mehrWelt, welches letztere, vermuthlich der zu strengenErziehung wegen, verloren gieng, und ein weite-rer Wirkungskreis; der Mangcl an größer» Ge-genstände» führte ihn auch zu kleinern Arbeiten,als Altarblättern, Zimmermalereyen u drgl. SeinFleiß war unermüdet, seine Erfindung im Histo-rischen kühn und feurig; er achtete aber oft zuwenig in seinen Zeichnungen auf sanfte natürlicheGelassenheit. Sein einziger Wunsch, den er stetshegte, war, immer mit vielen Arbeiten beschäf-tigt seyn zu können. Er starb zu Znaim in Mäh-ren 1807. Meusel's Arch. II. (4.) 7072.Dort findet sich auch das, wahrscheinlich vollstän-dige, Veneichniß der von ihm gefertigten Fresco-Arbeiten sowohl, als nicht minder als 2g Al-tarblatter in Mahren , Oesterreich u. s. f. Dia-bacz nennt ihn Johann, und führt noch, nebenseinen bey Mensel erwähnten *) Fresco-Arbeiten,diejenigen in der Pfarrey Taswitz in Mähren ,unweit Znaim in der Bibliothek des Prämon-stratenser-Stiftes Geras in Oesterreich , und in denZimmern der Jesuiter-Restdenz zu Gamny an.

-- (Joseph), des obigen Oheim, Bild-hauer, geboren 1702 zu Jarmbach im Schwarz-

walde. Derselbe hielt sich zu München und Wien auf, wo ihn die vornehmsten Künstler schätzten.Durch das trefflich in Alabaster gearbeitete Por-trät des Prinzen Eugenius, welches ein Bildhaueraus Dresden nach Wien brachte, wurde er so sehrangeeifert, daß er nach Dresden reiste, um dortmehrere Werke dieses berühmten Meisters (?) zusehen. Hierauf kam er durch die Grafen vonOstein und Quest.nberg nach Mähre», und thatsich durch seine Meisterstücke hervor Und weilihm Mähren gefiel, machte er sich zu Znaim ansäßig, und nahm die Kinder seines Bruders zusich. Hier blieb er eine geraume Zeit, bis erabermal nach Wien gezogen. Er starb ehrlos imI. ,761,, im 64 I. seines Alters. Winrerhal-rer studierte seine Kunst gründlich, und arbeitetenach Antiken. Seine Statuen verrathen viel Geist,sie sind gut charakterisirt und sehr fleißig gearbei-tet. Das ehemalige Prämonstratenser -Stift Hra-disch bey Ollmütz prangt bisher mit den kostba-ren Denkmälern seiner Kunst. Folgende von ihmsind da zu sehen: r) Die Statue des H. Johannvon Nepomuck vor dem Eingänge in die Abtey.2) Die Statuen am Springbrunnen in der Mittedes Vorhofcs. 2) Die in Gips mit Farben ein-gelassenen Schildereyen in den Fensterspaletienund Seitenwänden des Refektoriums; dann zuNamiest bey Brunn einige schöne Statuen aufder Brücke. Mehrere dergleichen Arbeiten vonihm sind hie und da in Mähren noch heute anzu-treffen. Nach seiner Zeichnung wurde das Ma-rienbild auf dem H. Berge bey Ollmütz von denzwey berühmten Kupferstechern Joseph und An-dreas Schmutzer in Wien , sammt dem Prospektevon der dortigen Kirche und dem Stifte sehr sau-ber 173Z in Kupfer gestochen. D abacz.

winrerhalder (Michael), Johann's Vater,s. oben den Art- des letztem , wo ihr Heimathsort,nach Meusel, wohl irrig Förenbach, statt Järm-bach, heißt.

Winter! ein oder Wunderlein (Hiero-nymus), lernte als Goldschmied zu Dresden beyAbraham Schwebler von rkiig bis» 624. EinJoachim <w) wurde eben diesem Abraham , 63 ,auf fünf Jahre in die Lehre gegeben,

(Joachim), s. vorstehnden Art.

winrerschmldt (Adam Wolfgang), Ku-pferstecher und Kunsthändler zu Nürnberg , gebo-ren daselbst 175z, der Sohn eines Tanzmeistersund selbst als Tanzmeister bey der Universität Alt-torf angestellt, obwohl er dabey das Kupferste-cher, trieb. Er wandte sich darauf wieder in seineGeburksstadt Nürnberg , ergab sich ganz der Kunst,vermehrte den an sich gekauften Hafnerschen Kunst-handel, und hielt auch einen Musikalienverlag.Der unsere starb hier 1796. Will u. LTjopirsch.In folgenden drey bey ihm erschienenen Ucber-setzungen finden wir Kupfer von seiner Hand:Du Hamel du Monceau, Abhandlung von denObstdäumen. Nürnb. ,775-1783 5 Thle. 4°; des-selben ausführliche Beschreibung der Erdbeerpflan-zen. Nürnb. ,77b 4°; Phil. Millers Abbildungder Pflanzen, welche in seinem Gärtnerlexikorrvorkommen. Nürnb. >7^8 ff. Fol. Zu letzter,»arbeitete auch Ebriftian Gottlob winrerschmidr;so wie ferner die z» diesem mit Abbildungen reich-lich ausstaffirteu Werke gehörige (in Nürnberg ,781 blühende) Pflanze Ducca, auf einem Blattein gr. Fol. bezeichnet ist: A. ä)ckel. et p. (7. 6. so. et exe. dio-

rimd. Liporvsky nennt von Adam Wilhelm

N) Die dort genannte Decke an der Pra'monstratenser-Stiftsklrche ru Obrewitz nächst Brünn sah Dlabacz in» 8°4 mit großer Bewunderung.