Winter.
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fürst von Cölln berief ihn nach Bonn , wo er ineinem Lustschlosse, unweit dieser Stadt, dieTreppe verzierte und verschiedene Deckcnstücke verrfertigte. Er starb zu München 177«. In denKömgl. baiersch. Gallerten ist das Bildniß derKaiserin Maria Amalia Gemahlin Karls VII., ineiner Jagdkleidung, von ihm gemalt zu sehen.In der Pfarrkirche der nunmehrigen St. AnnaVorstadt zu München sind: Die armen Seelen amKreuzalkace, und in der Peterspfarrkirche zu Mün-chen — wieder die armen Seelen, dann im obern Auf-zuge die Heil. Ulrich und Martin von ihm gemalt.L'porvsky. Ebenderselbe S. 276. schreibt, wohloffenbar irrig, diesem Künstler geetzte Blatter zu,welche seinem gleich ff. Sohne Joseph Georg zugehören.
Winter (Joh. Martin), wird in des Fa brietHistorie der Galehrsamkeit III. 972. als einKupferstecher zu Augsburg (vielleicht anfangs desvorigen Jahrhunderts) genannt. Wir kennennichts von ihm.
? — — eigentlich windrer (Joh. Wil-Helm). Zeichner und Kupferstecher zu Nürnberg ,welcher sich vorzüglich mit Bildnissen beschäftigte,deren wir schon von 172/, kennen. windrer starbzu Nürnberg 1765. will« VlürnbergischeMünzbelustigungen II. «86. Er ist einer vondenjenigen Künstlern, die nicht nach Verdienstweder bekannt noch geschätzt sind, obwohl erdenGrabstichel wohl zu führen wußte, und man seineBildnisse in guten Drücken nicht ohne Vergnügenansehen kann; wie z. B. das der Gräfin SophiaElis. von Reuß-Plauen in gr. Fol. 1734 nachGadr. Müller gestochen, was eben vor uns liegt *).Nach einer Zeichnung von ihm hat hinwiederI. P. Funk den Uhrmacher C. H. Hahne! in 4°gestochen.
* — — (Joseph ), des Lex. wird in dem«tburhaierschen Hofkalender 1760 als Ge-selle bey der Churfürst!. Hautlice-Tapcten-Manu-faktur genannt. Ob er etwa Vater des Nachfol-genden seyn könnte?
,— — — — der jüngere, malte Thier-stücke und Feldschlachten an der Galerie - Mauerdes Hofgarkens zu München , und zeigte dabeyein glückliches Talent für diese Kunstgattung.Derselbe blühete um 1780. kss. B>bl. d. Ach.Wissensch. XXIX. Z12. Wohl aber ist dieserKünstler sicher kein Anderer, als der nachfolgende
— — (Joseph Georg), Johann GeorgsSohn. Derselbe wurde in seiner Jugend zur Hau-lelice-Arbeit angeführt, wobey er sich fleißig imZeichnen, besonders aber im Jagdfache übte. ImI. 1783 verließ er diese Kunst, fieng anfangs zumalen, endlich aber in Kupfer zu stechen an.Hiedurch erwarb er sich Ruhm, und wurde 1784zum Hof- und Jaqdkupferstecher ernannt. Seineschönsten Blätter sind: Das Aufsetzen und dasWachsthum der Hirschgeweihe, eine Sammlungvon i3 Tafeln; 6 große Hirsche mit seltenen Ge-weihen, und eine Hirsch-Sulze. Er starb zu Mün-chen 1789. Seine hinterlassene Wittwe heuralheteder Hofkupferstecher Mich. Mettenleirer. Lipowskp.Einer unserer Kunstfreunde bedauert sehr den frühenTod desselben, und fährt dann also fort: „Ne-
Wintergerst.
bendem, daß er sich nach Ridtngern, und, um dasschöne Pelzwerk bey den Thieren nachzuahmen,nach W. tzvllar zu bilden bemühet war, studirteund zeichnete er auch unausgesetzt nach der Naturselbst. Von seinen sehr schön geetztcn und fleißigausgeführten Blättern werden besonders dreyc ingr. Querfol. nach eigener Zeichnung (1784.) er-schienene, von Kennern vorzüglich gesucht: Hirsch-garten; Schleisheimer Hirschplan, und Höchen -kircher Sauschit. Bey Mensel II. (1789) heißtdieser Künstler auch wirklicher Hofkammerrath zuMünchen , und Mitglied der Churfürst!. Akademiezu Düsseldorf . Nach Rost II. 58 o. hätte er, ge-meinschaftlich mit Merrenleirer, der nachwertsseine Wittwe heurathete, und seine Stelle als —Hofjagdkupfersiecher erhielt, vieles für Buchhändlergearbeitet. Dort wird sein Todesjahr, wohl irrig,in 1791 gesetzt **). Noch heißt es anderswo:„Man kennt von ihm ein in 1788 zu München mittelmäßig geetztes Blatt: Eine Hiäne, bezeich-net: ). d. sec. Andern Orts nennt man,
als von ihm nach eigener Zeichnung radirt undherausgegeben, verschiedene Blatter und Folgenmit Thieren.
— — (I.). Ein solcher soll in Kupfer ge-bracht haben: Die Kinder Israels , welche vomSamuel einen König verlangen, kl. Fol.; die Him-melsleiter des Jacob, und die Auferweckung La-zari. skkc.
— — (Raphael), älterer Sohn des vorste-henden Joseph Georgs, geboren zu München 1786, lernte die Kunst, gleich seinem >ruderHeinrich, bey ihrem Stiefvater, M. Mettenlei-ter, bildete sich dann in der Akademie zu Mün-chen weiter aus, und unternahm hierauf eine Reisenach Rom . Dort richtete er bey dall' Armi einelithographische Anstalt ein. Liporvsky. Vonihm erschien ,817 u. 1818 zu München : Anlei-leitung;. Tbierzeichnen, als bildliche Dar-stellungen klassis. Dichter (?) vier Lieferungenin gr. 4°. jede zu 6 Bl. Steindruck, und 6 Bl.Text. Preiß 6 Gl.
— — Vergl. auch wynder und wynrer.
Winterbach , s. unten wpnrerbach-
Winter er (Leonhard, oder I. Leonhard).Nach einem solchen kennt man das Bildniß einesM. Gust. Adolph Jung, von I. I. Kleinschmidtgestochen. M-c.
W >' ntergerst ( ), geboren zu Elwangen,
eine zeitlang Zeichnungslebrec an der Cantons -schule zu Aarau in der Schweiz , gegenwärtigProfessor eben dieser Kunst in seiner Vaterstadt.Zu Aarau komponirte und scizzirte er, in einemvortrefflichen Carton, die Geschichte der edelnAussöhnung Kaiser Ludwig des Bayers mit Her-zog Ludwig dem Schönen von Oestreich, weicheer späterhin zu Haus, in einem großen Oelqe-mald« ausführte, das der neuern deutschen Kunstwahrhaft Ehre macht. Eine Beschreibung dessel-ben, nebst einer (dürftigen) Nachbildung im Um-risse, von A. Brückner geetzt, findet sich in denWeimarischen Zeitschrvingen «8>8. S. 2t-22.Dort heißt es davon, neben Andern«: „Die ein-zelnen Gruppen dieses weitschichtigen Bildes ver-
*) Ein Verzeichnis meines sel. Vaters fübrt von ihm an die 50 Bildnisse, freylich (etwa mit Ausnahme desrüstigen Karrenstechers Joh. Bapt. Homanns nach Klenkel) meist dunkeler Herren und Damen von und zuan- Alle sind von ,735 — 6z datirk. Irgendwo werde» ihm auch irrig jene 6 Landschaften nack Corn.Aaft-lecven zugeschrieben, welche, wie wir gesehen, theils Aaft-leeven selbst, theils dem obigen Adrianoder Aegid- Winter »»gehören.
**) Mrusrl m. (-.) 183. giebt solches in -789 »der 9° an.
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