Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
6063
JPEG-Download
 

6063

Wright.

Amor und Psyche/ nach Hub. Maurer; Hagar inder Wüste, nach Rembrandt ; die Höhle, eineschöne Landschaft, nach C. Vernet; Orpheus ,der vor dem Throne des Pluto um seine Gattinbittet (ein kleines Bild aus der Gräflich-Frießi-schen Sammlung), von ausnehmender Wirkung,ohne uns bekannten Namen des Malers. Rost 11 -

Z8Z84. M-c.

wright (Andrew). So hieß ein EnglischerHofmaler (8erjant-painter) unter Heinrich VIII. dessen Arbeiten sehr mittelmäßig waren. Von ihmscheint indessen, außer diesem unzweydeutigenRufe, nichts bis auf unsere Zeiten gekommen zuseyn. Fiorillo V. 20Z.

(E.). So heißt irgendwo ein Eng-lischer Künstler, nach welchem G. Vertue dasBildniß eines George Browne gefertigt habe.

(Jnigo), ein Englischer Stecher inSchwarzkunst, geb. zu London um i/,o undblühend um 1770. Von ihm kennt man ein wun-derschönes Blatt: Die Familie des Künstlers I.van Goyen, nach F.Hals (nicht nach van Goycnselber, wie es bey Rost IX. 299. heißt), undSt. Johannes predigt in der Wüste, nach Ph.Lauri, welches letztre sehr selten seyn soll.

(Josuah oder Joseph), st-zu Derby63 I. alt 1797. Von ihm heißt es bey Fiorillo V.745 46. » Seine frühern historischen Stücke kön-nen als die ersten guten Arbeiten der englischenSchule angesehen werden. Nachher legte er sichauf die Bildnißmalerey, und würde darin denersten Rang erhalten haben, wenn er sie nichtwieder aufgegeben hätte. Eine Reise nach Italien stimmte ihn ganz um. Er wurde ein enthusiastischerVerehrer Mich. Angelo's, von dessen Gemäldener schöne Zeichnungen zurückbrachte. Die zufälligeGelegenheit, einen Ausbruch des Vesuvs zu sehen,erweckte bey ihm die Neigung, außerordentlicheWirkungen des Lichts zu malen, die er bis zurTäuschung nachzuahmen verstand. Die Gira,idoleauf der Engelsburg zu Rom , der Ausbruch desVesuvs, Feuersbrünste, Gewitterscenen, Nacht-stücke aller Art und von bewundernswürdigemEffect, erhoben ihn zu einem Liebling der engli-schen Kenner. Seine letzten Gemälde bestandenvorzüglich in Landschaften, die außerordentlichgesucht werden. Vieler schmeichelhafter Einladun-gen ungeachtet, zog er doch immer seine Vater-stadt Derby der Hauptstadt London vor. Zuseinen allcrbeßten Malereyen gehören folgende:Ein Eremit in einer Felsenhöhle, die von einerbrennenden Lampe erleuchtet ist; die Werkstätteeines Hufschmiedes, wo alles Licht nur vondem Schmiedefeuer ausgeht; Mirwan, eine orien-talische Geschichte, wo vieler Prinz das Grabmaleines seiner Vorfahren eröffnen läßt rc.; zweyjunge Mädchen, die vor einem Lichte mit einerKatze spielen und solche ankleiden; die Familie desMr. Walter Synnot; die Wittwe eines indischenHeerführers, die bey den Waffen ihres Manneswacht Und von einem Hügel hinab traurig auf diestürmische See blickt, und das Mädchen im Mond-

Wright.

schein nach Milton's Comus. Zur Gemälde - Aus-stellung im Jahr 1789 lieferte Wright einige köst-liche Gemälde: Einen Mondschein, Cicero's Villa,einen Abend, ein Gefängniß am Capital, dieRuinen des Coliseums bey Rom , einen Banditen-haufen, einen Knaben und ein Mädchen, miteiner Seifen - Blase, worin man die höchste Wahr-heit bewunderte; ein Mädchen, das in eine Kohleblast, und einen erschlagenen Soldaten, nebenwelchem sein Weib mit einem kleinen Kinde denäußersten Schmerz durch ihre Stellung und denAusdruck ihrer Bewegung verräth, und durcheinen kleinen Theil ihres Gesichts, das sie verbirgt,vollkommen errathen läßt. Cicero's Villa undMäcenas Villa bey Tivoli gehören zu den schön-sten Landschaften von wrigdr, und verdienenwegen des reizenden Colorits, der fleißigen undkräftigen Ausführung die größte Bewunderung.Eben so viel Lob gebührt drey andern Bildernvon ihm, nämlich einer Aussicht am Mare Chiareauf dem Ufer des Pausilippo, dem Kloster St. Cost-mato bey Vicobaro, nebst den Resten der claudia-nischen Wasserleitung am Anio, und einer Alpen-Anflcht im Mailändischen." Von der Plumpheitder Figuren dieses Künstlers, deren das Lex. er-wähnt, ist somit bey FiorlUo nicht die mindesteRede. Auch nimmt ein späterer handschriftlicherZusatz meines sei. Vaters jenes Urtheil völlig zu-rück. Die nach ihm von W. Derby, R. Earlom,V. Green, G. Pelher, Ryder, J.R. Smith, T.Watson, und W. Woolek geschabten u. gestochenenBlätter gehören zugleich zu dem Schönsten, was zu-mal die Englische Schwarzkunst, besonders in AbsichtaufSchatien - und Lichteffekte je hervorgebracht hat.So von Earlom: Die Eiseuschmiedte, und derSchmied und die Zeitungskrämer *). Von Green:Miravan **), zwey Schwestern und ihr B-uder,die mit einem Lamme spielen, und der Philosoph,der die Luftpumpe erklärt. VonPether (alsNeben-stück): Der Philosoph, der dem Grafen Orreryeine Maschine über das Sonnen-System auslegt;dann von Ebendemselben der Bildhauer, die Aka-demie fjunge Scholaren zeichnen »ach einer Venus (s. K. nach einem Fechter!)); der Eremit ***)und der Alchymist; der Philosoph, der ein Skelettbey der Lampe betrachtet; wieder eine Schmicdte(a k'srrisr's 8kop^; endlich Master Ashlon lKind,das einem Hund liebkost). Von Ryder (wahr-scheinlich punktirt) dcr Gefangene. Von Smith:Edwie (junger Mensch in Betrachtung), »achBeatles Mistrel I. B-16. William und Margreth;die Familie von Synnot, die indische Wittwe unddas Mädchen im Mondschein ^-). Von WatsonMiß Kitt», ein Nachtstück. Endlich von Landschaft-lichem: Von Derby den Vesuv , vom Paustiipphergenommen, »nd die Fischerey von Woyllet.Die Urbilder dieser beyde» letztem Blätter sowohl,als etlicher der obigen werden in einem Verzeichnismeines sei.Vaters dem unten folgenden Richard w.wahrscheinlich irrig, zugeeignet. Noch lesen wirirgendwo, daß der Unsrige auch für die Shake-spear-Galerie ein Bild, Fernando und Miranda(Sturm I. Akt. Sc. 4.) geliefert habe.

Lat. äs /Är§ercm -S- noch über denUnsrigen seine Biographie im Monchly-Maga-zine D. IV. p. 289 (1797.) und Jntell. Bl. derA. L. Zeitung 1800. N°. 178. S. 647. Haylayin seinem Gedicht über die Malerey rühmt eben

x) Eines davon bey Fivrillo genannt.

"""O Ebenso.

2-") Ebenso.

4) Die drey letztem wieder bey Fioviklo; nach Lraudes in Schwarzknnst, »ach Paignon-Dijonval inFarben abgedruckt»