tauschende Darstellungen des brennenden Vesuvs-wie er ihn nach der Natur gemalt hat. Irgendwoheißt es indessen von ihm: „Er ist manierirt,halt sich nicht an die Natur, und schreibt sich ab."Auch in der Schrift: Winkelmann u.s. Jahrh.S. Z3s. liest man von ihm (der sich in r8o5 zurverläßig wieder in Rom aufhielt): „wourkybediente sich, nach Weise der Wiener -Schule,einer etwas flüchtigen Behandlung, die nahe ansManierirte gränzt, aber viele Wirkung thut. Ererdachte zwar selten, sondern nahm, so zu sagen,den Umriß seiner Gemälde aus der Wirklichkeit;das Zufällige aber, die Phänomene der Natur,pflegte er neben her, frey und geschickt, zumBehuf des Effects zu-venutzen. Sturm, Wolkenmit durchbrechenden Sonnenstrahlen und dergleirchen findet man daher oft von ihm dargestellt.Eruptionen des Vesuvs waren ebenfalls Gegen-stände, die seiner Neigung entsprachen und ihmauch in Betracht der Wirkung recht gut gelungensind." — (Zu Wien , in seiner Jugend, soll ersich vornehmlich unter Meytens gebildet haben.Dort war er schon um 1770 Mitglied der Akademie,und arbeitete daselbst um 1780. Um welche Zeiter das erstemal nach Rom ging, ist uns unbe-kannt; dort befand er sich wenigstens schon um178Z). Von Deutschen Galerien besitzt, unsersWissens, von ihm einzig die K. K. zu Wien zweyRömische Prospekte (8' br. t? 4" hoch), wovondas Eine St. Peters-Kirche und Platz samt derColonnade, vom Land hergenommen, das an-dere aber die Gegend außer der Porta di Paolo,die Pyramide des C Cestius, und im Vorgrunddie Ueberrcste des Tempels von Jupitertonansdarstellt, wurky's Bildniß, nach seiner eigenenZeichnung findet sich gestochen von'C. v. Mecheln ,und geschabt nach Tusch von Pichler; letztresfür das Wiener-Industrie-Comptoir (Pr. i Lhlr.8 Gr.).
wu reich (Johann Georg), Fürstlicher Ge-heimer - Kanzelist zu Anspach um 1778 epccllirteim Schön- und Zierschreiben. Meusell. Eben-ders. II. (1789.) nennt ihn nicht mehr.
Wut; er (I. M ). Von einem solchen, unssonst ganz unbekannten Künstler nennt der neueKatalog von Schleisheim zwey Landschaften mitVieh und Figuren, auf xeinwand (2' ir" hoch,iZ/ 9" 8^" br.). S. auch den gleich ff. Art.
— — ( ). Von einem, gleichen Ge-
schlechts, und wahrscheinlich von keinem Andernals dem Obigen, nennen Ramdohr's Stu-dien l. 176. ebenfalls eine Landschaft in der Samm-lung des Kunstkammer-Verwalters Spengler zuKopenhagen .
Wyarr (Enoch ), ein Englischer Bildhauer desXV ll. Jahrhunderts wird bey Fiorillo V. 0^7.ganz ohne Weiteres angeführt.
— — (Jacob), ein Englischer Baumeisterneuester Zeit. „Derselbe hat viele große Gebäudeaufgeführt, von denen das Pantheon das wich-tigste ist. Im Jahr 1798 errichtete er zu Caffeeleine Bibliothek für den Lord Marchmont, die vomFeuer gar nicht angegriffen werden kann. Fürden Grafen von Bridgewater entwarf er die Zeich-nungen zu einem Landsitz in Hertfordshire , wovonder Kostenanschlag über 80,000 Pf. St. betragensoll. Ein andres noch prächtigeres Werk der Ar-chitektur entsteht (heißt es bey Fiorillo) unterWyarr's Aufsicht auf dem Landsitze des Hrn.Codrington zu Doddington. Man baut schonneun Jahre daran, und es wird erst 1808 fertig
werden. Das Gebäude ist ganz im griechischesStyl, und wird nach seiner Vollendung eins derschönsten im Königreiche. Die Kosten sollen denAnschlag, der zu 120,000 Pf. St. gemacht ist,weit übersteigen. Wyarr ist einer der ersten Ar-chitekten, die den Geschmack an der gothischenBaukunst wieder auf die Bahn gebracht haben.Die phantastischen Wunder dieser Bauart, dikwyarr zu Windsor und Kew erschaffen hak, ha-ben ibm die Gunst des Königs und des vorneh-men Publikums in einem hohen Grad erworben.Im Jahr 1801 wurde er in die Gesellschaft derAntiquarier aufgenommen, da er die ehrwürdigeKathedrale von Salisbury , die den völligen Ein-sturz drohte, durch vollständige Reparaturen vomUntergänge gerettet hak, und gegenwärtig ist erPräsident der königlichen Akademie. Im Jahr1800 erhielt wyarr ein Patent für die Erfindung-ein ganzes Haus oder Gewölbe ohne alles Holzdurch bloßes gegossenes Eisen zu erbauen, undFußboden und Decken ohne Klammern und Schrau-ben zu verbinden. Von dieser Erfindung machteer beym neuen Pallaste zu Kew Gebrauch. Manerblickt hier acht Thürme, und in jedem ein Zim-mer oder Observatorium, wie man es nennt,von 20 Fuß ins Gevierte. Alles ist im elegante-sten gothischen Styl aufs kostbarste ausgeführt.Das merkwürdigste aber ist, daß alle Querbalkenin den Zimmerboden von gegossenem Eisen sind.Dadurch gewinnt jedes Zimmer über einen FußRaum mehr ins Gevierte. Ueber die eisernenQuerbalken wird mit kupfernen Platten der Bo-den gelegt, auf welchen dann erst die Holztafelerkommt. Dadurch wird es unmöglich, daß einFeuer, welches in dem einen Zimmer entstnhnde,durchbrennen könnte. Gegenwärtig beschäftigt sichwyarr mit dem Bau eines CadektenhauseS aufder großen Heide von Bagshot, dessen Ausfüh-rung 200,000 Pf. St kosten wird. AIs Präsidentder Malerakademie führt er bey der Entscheidungüber den Werth der Gemälde und die ihnen zu-kommenden Stellen das Hauptwort. Er verstehtzwar nichts von Gemälden, aber er ist ein Mannvon guten politischen Grundsätzen, und ein Lieb-ling der Königlichen Familie." FiorilloV 860-62^Präsident der Brittischen Maler-Akademie warwyarr i. I. 1806. In Bezug hierauf, und zu-mal ohne Zweifel im Rückblick auf jene seltsameBaute, heißt es in Londner-Briefen, die sich inder Zeitung für die Elegante Welt des ge-dachten Jahres N°. 82. befinden, spöttisch genug:„wyarr versteht zwar nichts von Gemälden;aber er ist ein Mann von guten politischen Grund-sätzen, und überdem der rechte Mann, um denbenöthlgten Raum für 9Z8. sogenannte Kunstpro-dukte *) auszumessen, und solche in ein Paarkleine Zimmer und einen mittelmäßigen Saal zu-sammenzupacken." Hingegen kann auch DaUawaydes Preises dieses Künstlers nicht satt werden:Die Reinheit und Schönheit seines Slyls über-treffe die Arbeit aller andere Englischen Baumeister;auch H. Walpole sey dieses Sinnes, daß es un-möglich sey, das Gefühl seiner Kunst weiter zutreiben, als H. Wyarre; sein Pantheon in derOpforder-Straße zu London sey das Non plusUltra des Talentes u. s. f. Das Detail der Nö-tigen über seinen übrigen zahllosen Bauten müssenwir den Leser bitten, selbst bey Dallarvay (1./zä. L j. 78 — 82. 91. 125 — 27. 129. 172.) nach-zuschlagen, und solche zu — entwirren, wasuns unmöglich fällt. Noch anderwerts wird vonihm vornehmlich der dem Lord Temple zuständigeLandpallast Stow angeführt. Und einer unsererFreunde nennt von ihm die Zeichnung zu einemTheater, die sich schon auf dem Salon der Lvndner-Akademie »791 ausgestellt fand.
S) Es scheint, es war »IN eine» »nverbrenubaren Kunsisallon zu thun.