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lander malt, sich jederzeit für harte und bunteFarben hüthet und seine Bilder so behandelt-daß schon in ihrer Anlage eine völlige Harmonieherrscht, bis bey andern Malern gewöhnlich erstspater zum Vorschein kommt, so bleiben dieselbenauch stehen und pflegen sich nicht zu verändern.Die Arbeit geht ihm schnell von der Hand, sei esmit dem Pinsel, dem Stifte oder der Feder;und er pflegt zu sagen: Arbeitete ich wie diemeisten Maler, so hätte ich längst den Betelstabergreifen müssen; vermöchte ich aber so anhaltendzu arbeiten wie Schwager du Pree, so wäre ichein reicher Mann. Er malt und zeichnet alleswas er ficht, auch Früchte, Blumen, Geflügel,Thiere rc.; denn er geht von dem Grundsätze aus,baß alles in seiner Art schön und nutzbar für denMaler seyn könnte, gleichviel ob die Linien so oderanders gezogen werden müssen, oder ob es dieFormen eines schönen Menschen oder eines Pfer-des sind; beyde haben gleiche Schwierigkeitenund gleiche Schönheiten, und man lernt, wie ersagt, aus den Formen des Menschen eben so gutdie eines schönen Thieres kennen und beurtheilen,als aus den eines schönen Thieres die des Men-schen. Dabey liebt er auch alle Zweige der Kunst,wenn nur in ihnen ein wahrer und guter Vortragherrscht.
Seine Werke find überall zerstreut. Unter dievorzüglichsten gehören, an
Historien. I. Das Opfer des Crodo , dem manauf der Harzeburg die Erstgeburten opferte; mitvielen Figuren. In der Akademie zu Berlin be-findlich. s. Die Schule des Plato, wie Diogenes den gerupften Hahn laufen läßi, in Lebensgröße.Ebendaselbst 3 . Der Tod der Komata, wie dieBarden bey Fackel-Beleuchtung ihr Lob besingen,nach Ossian; lebensgroß. In den Zimmer derKönigin zu Potsdam 4 - Gegenstück: Der Tod derBorminna, nach Ossian- Im Besitz des Künstlers.
5 . Die drey Stände, welch? am Altar des Vaterlan-des, mit Gort, für König und Vaterland schworen.
6. Christus als Salvator Mundi ; ein großes Knie-stück. 7. Ein schlafender Amor, unter einem Ro-fenbusche, aufweichen!eineNachtigalschlägt. ImBesitz des Künstlers. 8. Maria; vor ihr das Chri-stuskind, was so eben vom Schlafe erwacht istund den Johannes, dem es von überirdischen Din-gen erzählt, mit der Hand an sich zieht; ein klei-nes Bild in alt italiänischer Manier. Bey demPrinzen Friedrich von Preußen , g. Anbetung derHirten; Nachtstück, die Beleuchtung geht vom Kin-de aus; in der Garnisonkirche zu Potsdam . Le-bensgroß mit >5 Figuren, in. Die Dorotheen,Post; eine Batterie vor Anklam , in der der großeChurfürst Friedrich Wilhelm , mit seiner GemalinDorothea sich befinden; mit vielen Figuren. ImKöniglichen Palais zu Berlin . An Landschaften:i. Der seiner Höhe wegen bekannte Berg Chim-borasso in Südamerika , mich dem Contour denAlex. von Humbold (den inan auch, mit seinemFreunde Bonplant und mit Indianern im Vorder-rund sieht) von ihm entworfen hat. 2. Gegen-ück: Die Einsicht in den Hafen St. Peter und
Paul auf Kamschalka, wo ein großer Eisberg dieLandschaft schließt. Am Ei ngang des Hafens liegtdas Schiff, mit dem Krussenstern die Welt umse-gelte, und in einem Böthe sieht man denselben,den Botaniker Thilesius und den Astronom Hörnerfahren. Im Königlichen Schlosse zu Berlin . Z.Eine Landschaft in Jdyllenstyl bey Sonneunter-gang. Vorn erblickt man neben hohen Bäumenden in einen Fels verwan delten Battus, und denApoll der die Rinder auf dem Berge hüthet. DieAussicht über das Meer nach der Stadt ist ber-gig. Bey dem Kreismarschall von Sieoers zuHeimrhal bey Riga . 4 - Eine bergige Waldgegendmit großen Eichen. In der Liefe liegt an einem
Welsch.
sich herabschlängelden Bach «ine Mühle, in einemangenehmen Thal«. Mit Vieh staffirt; hoch 4 Fuß,breit HA Fuß. In den Zimmern der Königin zuPotsdam . 5 . Eine große, sehr reich komponirteLandschaft^ Vorn eine gebirgigte Gegend mit Thalund Fluss; auf der Seite im Mittelgrunde eineverfallene Burg; im Hintergründe die Meeres-linie; die im Untergehen begriffene Sonne, stehtin Gewitterwolken. Dieses in -8oo gefertigte Ge-mälde befindet sich bey dem Künstler. 6. Eine sehrreich komponirte Landschaft von 4 Fuß Länge. Jader Mitte eine schöne in Westphalen nach der Na-tur gezeichnete Eiche, neben welcher eine HeerdeKühe vorbey getrieben werden, und hinter welcherrechts sich ein Wald hindurchzieht in dem man ei-nige Hütten sieht. Links fließt ein breiter Flußan einem Landstädtchen mit einem gothischen Lhux-me vorbey und hart am Flusse an der Ecke desStädtchens liegt ein Zwinger, der sich nach einergroßen Stadt hinzieht. Flache Gebürge schließenden Grund. Im Vordergründe sitzt ein hübscheskandmädchen an einem Steine, zwey Lämmer un-ter den Armen haltend, neben ihr ein Jäger mitseinem Schweißhunde. Einige Kühe sind ans Was-ser gegangen um zu saufen. Ein Mann stößt einenKahn vom Ufer ab, in welchem ein Knabe einKalb hält, während dem seine dabeystehnde Mut-ter die weißgelb gefleckte Kuh an einem Strick«nachschwimmen läßt. Unter der großen Eiche sitztein alter Lauer der mit seiner Tochter spricht, derer vertraulich die Hand auf ihre Schultern legt.Auf dem Flusse sieht man einen Oderkahn mit Heubeladen und neben der kleinen Landstadt zwey Kähnemit Fischern die ihr großes Netz ans Ufer bringenwollen. Die Beleuchtung ist gegen Abend und einGewitter ist vorüber gezogen; noch zeigt sich einStück des Regenbogens. — Noch hat man meh-rere kleinere Landschaften mit und ohne Vieh vonunserm Künstler; meist in dem gefälligen Idyllen-styl, den er besonders liebt. An Bildnissen: Einesehr große Anzahl, die wir nicht weiter rubricirenkönnen, so wie seine Handzeichnungen, deren eesehr viele lieferte. Sie sind theils auf weißem,theils auf gefärbtem Papier mit rother und schwar-zer Kreide (aufgehöht), oder mit der Feder undbrauner Tusche gefertigt. Mehrere seiner Arbeitensind in Kupfer gebracht worden. Die so artig mitFiguren staffirte Prospekte von Pyrmont sind nicht,wie es oben G.ouZi. heißt, nach ihm, sondernnach seinem Vater von Geyser geetzt.
Weitsch (Johann Anton August, gewöhnlichAnton), Bruder des vorstehnden FriedrichGeorg's,geboren zu Braunfchweig 1762. Sein Vater unter-wies ihn in der Kunst, machte dann — nachdemer niedreres auf der Galerie zu Salzdahlum ge-zeichnet und kopiert hatte — in 1784 mit ihm ein«Kunstreise durch Holland und ließ ihn bey derRückkehr zu Düsseldorf , woselbst sein Bruder be-reits als Maler studierte. Mit diesem gierig er,dem Willen seines Vaters gemäß, auch nach Ita-lien . Als sie drey Jahre spater sich wieder nach ih-rem Vaterlands begaben, so trennten sie sich jedoch,da unser weitsch noch einige Zeit in Wien ver-weilte, woselbst er auf der Galerie mehrere vanDyck's abmalte. Noch besser gelang ihm abereine Kopie nach Rubens (die eigne Frau desselben,die, aus dem Bade kommend , auf ein rothsammt-nes Küssen tritt), m der man das Original selbstzu sehen glaubr. Einige Monate später langte erin Braunschweig an, wo der Wunsch des HerzogsUrsache war, daß Weitsch sich ganz der Minia-türe ergab, die damals vorzüglich beliebt war.Er hat mehrere Reisen als Miniatur-Maler unter-nommen und wurde, keiner treuen und brav aus-gemalten Bildnisse wegen, überall gelobt. Nach-dem sein Vater gestorben war, wurde er 180Z alsGalerie-Inspektor zu Salzdahlum eingewiesen,welche Stelle er biS 180V in aller Ruhe verwaltete.