Band 
Zweyter Theil [5].
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Winkelmann.

Winkel mann

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haltige Mannigfaltigkeit laßt sich schon ausden Namen der vierzehn Personen entnehmen,an welche solche gerichtet waren; und nichtohne Interesse liest man die beygefügten hi-storischen Notizzen über diese letzter». Dage-gen rügen Morgenstern und Andere nichtohne Grund die Schüchternheit, womit Daß-dorf mehrere dieser Briefe, bloß verstümmeltzu geben den Muth hatte. Zwischen den bey-den Banden erschienen mittlerweile

3. Die Briefe an feine Freunde in der Schweiz ,Caspar und Heinrich Füßli, Salomo Geßner ,Leonhard uud Paul Usteri und Christ, vonMecheln , (83 an der Zahl, von 176868.)8°. Zürch 778. Diesen folgten *)

3 . In zwey Banden (8^. Berl.78i bey Nicolai)Briefe an einen seiner vertrautesten Freunde(H. Muzel-Stosch), 5 c> an der Zahl vonden 1 .1766-68, nebst einem Anhange vonnoch 9 an Verschiedene. Hierauf

4. Briefe an einen Freund in Liefland s den HerrnF. R. von Berg, 7 an der Zahl **), von1762 68.), herausgegeben von J.F. Voigt.8°. Coburg 784. Endlich

5 . Die Briefe an einen Landsmann, Schulfreundund Hausgenossen (H. D- Berendts) von1762 67. (27 an der Zahl), an der Spitzeder Schrift: Winkelmann und seinJahrhundert, herausgeg. von Goethe.8°. Tübing. 8 o 5 . ***).

Von diesen fünf Sammlungen sind wohl unstrei-tig an wissenschaftlichen Notizzen diejenigen anMuzel-Stosch die reichhaltigsten -j-), so wiediejenigen an Berendis (anfänglich freylich vollungenießbaren Details), dann an Franke, anBerg, an Riedesel und an die Schrveitzer-freunde die gemüthlichsten.

Von Biographischen Denkmalen des Unlrigennennen wir, neben den schon erwähnten, die sichan der Spitze der nach seinem Tod erschienenenWiener-Ausgabe der Geschichte der Kunst sowohlals der verschiedenen Uebersetzungen dieses Werkesbefinden, als bemerkenswerth:

i. Heyne's Lobschrift auf Winkelmann, welchebey der Hessen-Casselschen Gesellschaft derAlterthümer den ausgesetzten Preiß erhielt,8°. 36 S. Leipz.778. bey Weygand. Dieselbeenthält in bündiger Kürze die Ansichten dieseskenntnißreichen Gelehrten: Auf welcher StufeN>. das Studium der Alterthumskunde fand,auf welche höhere er dasselbe gebracht, undauf welcher er es verlassen hat, d. h. wasnoch besonders darin» zu thun übrig sey.

Aus dieser Schrift (S. 8n.) entlehnen wirnur ff.Stelle: »Von allen Vorzügen, welcheNa-tur, Fleiß und Glück einem der AlterthumökundeBeflißenen geben können, besaß Wmkelmann

ein größeres Maaß, als vielleicht sonst keiner.Die alte römische und griechische Litteratur hatteer mit den Schulstudien und als Schulmann ineinem größer» Umfang und mit mehr kritischerSprachkunde gefaßt, als sonst Antiquarier zu ha-ben pflegen. Griechische Litteratur, die Seele unddas Leben der ganzen Alterthumskunde, findetman selten unter ihnen. Schon durch diese konntew. in unzähligen Fällen sich über die AntiquarierItaliens Hinausschwingen. Er hatte die beßtenSchriftsteller des Alterthums gelesen, hatte seinenGeschmack nach jenen großen Mustern Griechen-lands gebildet, seine Einbildungskraft mit Bil-dern aus Homer und Plato genährt, und vor-aus einen Reichthum mythologischer, historischerund dichterischer Kenntnisse eingeärndrek, ehe ernoch an den Gebrauch dachte, den er für diealte^-Kunstwerke davon zu machen bestimmt war.Die Müsse, die er nachher mitten in einer großenund ausgewählten Bibliothek genoß, verschafteihm eine ausgebreite Belesenheit auch in Schrif-ten verschiedener neuern Sprachen, und die Ein-samkeit, die schöne Natur der Gegend, wo er lebte,die Platonische Schwärmerev, mit der er sichnährte alles diente, seine Seele zu der Begei-sterung vorzubereiten, welche sich nachher bey demAnblicke der schönen Kunstwerke seiner bemächtigte,und welche er in das Studium der Kunst mit hin-ein brachte. Seine ersten Schritte in dieser Lauf-bahn kündigten den Mann von Genie au; aberden Keim, der in ihm lag, zu entwickeln, wieVieles mußte da zusammen kommen! Die herr-liche Bildergalerie in Dresden , die dortige Anli-kensammlung, der Umgang mit Künstlern undKunstverständigen und nun die Reise nach Rom ,der dortige Aufenthalt, die Freundschaft einesMengs, der Aufenthalt im Hause und auf derVilla eines Kardinals Albani, selbst die Stelleeines Scrittore in der Vatikana, und nachhereines Prefttto d'Antichita Alles verschafte odererleichterte ihm den Gebrauch der Materialien undder Gegenstände selbst, auf deren Betrachtung undErläuterung er nunmehr die ganze Wirksamkeit sei,ncs.Geistes einschränkte. Er war völlig Herr überseine Zeit, lebte in der Unabhängigkeit, welchedie beßke Pflegerin des Genies ist, begnügte sichan einer einfachen, massigen Kost und Lebens-art, kannte keine Leidenschaften als solche, wel-che den sich aufschwingenden Geist noch mehrbeflügelten. Eine brennende Ehrbegierde beseelteihn, so sehr er auch zuweilen das Gewandeiner Stoischen Apathie über dieselbe zu wer-fen glaubte." Dieser Stelle gegen über sehr an-gemeßen führt Mich Huber ein Schreiben desH. von Erdmannsdorf an, welcher ihm dieMittheilung der Handschrift seiner Uebersetzuug derKunstgeschichte verdankt, und alsdann auf seineRömische Reise (1766. ) mit dem Fürsten vonAnhalt-Dessau (hauptsächlich in Bezug ihrer Be-kanntschaft mit-winkelmann) ausführlich zu spre-chen kömmt, wie folgt: »Während der sechs Mo-nate unsers dastgen Aufenthalts sahen wir wm-kelmann täglich. Alle Morgen 9 Uhr kam er zuuns, um den Prinzen auf seinen Cursen durchRom zu begleiten. Sie begreifen, welcher Vor-

Angehängt sind einige italienische Notizzen für die Wanderungen der HH. Paul Usteri und Christian vonMecheln durch Rom 1766.

v") Angehängt ist ein Brief des Rath Reifensteins au den H. von Berg, die Nachricht von w- Tod betref-fend, vom 20. Jul. 176z. Dann italiänisch : ^.l-uot»2ioni 50x12 i- LociclUlä cU komL, für den gedach-ten Freyherr».

««-») Angehängt diesem Werke ist ein (sehr verdienstliches) chronologisches Verzeichniß sämtlicher in obigen fünfSammlung enthaltenen 448 Briefe (das Verzeichniß nennt nur 425.).

f) Im ersten Bande ftevlich höchst mikrologisch, und für die Nachwelt fast unlesbar, über die Unternehmungund Ausführung des Werkes: ve-crixlioa <l«5 xicrres grLvees cic.