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Winkelmann.
Winkelmann.
sie leistet, indem sie, genau besichtigt, ganz nachder Wiener -Ausgabe verfertigt ist, und, außer denzahllosen von daher aufgenommenen Fehlern, nocheine Menge neuer Unrichtigkeiten in Text und An-merkungen enthalt *). Auch die Biographie istaus jener entlehnt. Einzig haben die tz.H. Mai-länder Cistercienser des Unsrigen Uebergang zu ih-rer Kirche mit keinem Worte berührt, es müßtedenn die Zeile dafür gellen: Ivi (in Koma) si
per ocoriomin cks per äecenLL ma^Aore sivesti äs abacs!! Eine neue berichtigte Ueber-setzung dann besorgte der Abbate Carls Fea miteinem großen Aufwande von Mühe, Zeit undGelehrsamkeit. Dieselbe erschien in den 1 .178Zu. 84. zu Rom in drey Quartbänden, und machtauch in Ansehung des Aeussern **) ihrem VerfasserEhre. Die beyden ersten Bände enthalten dieganze Kunstgeschichte, wo Fea, durch Reisenstein
unterstützt, Mr'nkelmanns Sinn fast überall rich-tig wiedergegeben, aber das Eigenthümliche inder Schreibart gänzlich vernichtet hat.— Die Be-weisstellen sind mit seltener Genauigkeit angegeben;Fea's Annierkungen enthalten zwar manche Berich-tigung Winkelnianns und viele schätzbare Bey-träge zur Kunstgeschichte, aber fast in allen zeigtsich ein unglückliches Streben nach einem Anhäu-fen von gelehrten Citaren, die oft nicht zur Sachegehören, und nicht selten sind die Stellen, woWinkelmann berichtigt wird, in einem Tone ab-gesasser, der persönliche Ungunst gegen denselbenzu verrathen scheint. Der dritte Band enthaltTVmkelmanns Anmerkungen über die Baukunstder Alten uns über die Tempel zu Grrgenti, den
an Fea gerichteten Brief des Paters Paolo überden Ursprung und das Alter der Baukunst, sechs-zehn Briefe Mnkelmanns an Bianconi, Fea'sAbhandlung über die kovini öi Koma, eine ge-naue weitläuftige Erklärung aller in den drey Bän-den gegebenen Kupfer und Vignetten, und drey-fache Register. — Eine, von Q). erwartete Eng lische Uebersetzung von Mßli ist, unsers Wissens,nie erschienen.
Was die Monumenti betrift, so fing der Buch-händler Stahlbaum in Berlin 1780 an, das Werknachzustreben, und wollte es in sechs Heften liefern,wozu der Herr Bibliothekar D. Biester den italieni schen Text ins Deutsche übersetzen sollte. Es erschienaber nur ein Heft. Gurl. S. 27. Nachher ist dasganze Werk, vonF.L. Brunn übersetzt, neuerdingsin zwey Bänden gr. Fol. mit nachgestochnen Kupfernwieder zu Berlin bey Schöne 1780—92. vollstän-dig, und ein vierfaches Hauptregister dazu erst noch1800 erschienen, was aber das Originalwerk kei-neswegs entbehrlich macht, und denn doch ss Thlr.kostete.
Zu dem Winkelmannischen gelehrten Nach-lasse gehören dann wesentlich noch, die von sei-nen Freunden aufbewahrten Briefe, die nach sei-nem Tode in ff. Ordnung erschienen waren:
i. Die ersten waren diejenigen welche Daßdorfzu Dresden in zwey Banden 8°. Dresden 777—80. ans Licht stellte ***). Ihre reich-
So beurtheilen solche die neuen Herausgeber der W. Werke l. c. l.vm. Gurlitt S. -7. etwas gelinder,und ,um Theil mit Lob, also: „Hier ist eine bessere Abtheilung des Werk« gemahlt, als in der Wiener Ausgabe. Die Kupfer sind in ganzen Tafeln beygefügt nnd nach Zeichnungen gestochen, welche winkelmannverfertigen lassen, und welche er theils für die neue Ausgabe der Kunstgeschichte, theils für den drittenBand der Moauine-n! ineUin bestimmt harte. Die Zeichnungen, um welche man sich von Wien aus beyVeranstaltung der neuen Ausgabe vergeblich bemüht hatte, hat der Cardinal Albani den Mailändischen Her-ausgebern mitgetheilt. Die Anmerkungen berichtigen theils Fehler, aber bey weitem nicht alle; selbst diefalschgeschriebenen Namen sind geblieben; theils enthalten sie beyläufige antiquarische und naturhisiorischeErläuterungen. Auch ist das in Winkelmann zu kurz gerathene Capitel über die Malerei hier ergänzt.Diese Zusätze findet man ausgezogen in Ingemunns Magazin der Italiänischen Literatur. S.Bibliothek der schonen wifs-und Rünste Band.xxvi. Stück-. S. 54 —100. Göttingische gelehrteAnzeigen - 78 -, Zugabe -ttes Stück.
S. Gott. Anzrig. -734. St. 20z. und >785. St. - 54 - Dort ist der dritte Theil erst angekündigt. Obdie Biographie hier ebenfalls aus der Wienerscheu entlehnt sey, erinnern wir uns nicht, da sie uns gegen-wärtig nicht unter Augen liegt. '
Im ersten Bande:
An den Grafen von Bünau -748 — 57.
» „ Bibliothekar Franke -755 — 58 -
» „ Hofrath Heyne . . -764 — 68.
» » Baron Riedesel. . »763 — 67.
- 2 .
34 .
2l.
Z 9 .
Im zweyten Bande:
An den Hofrath und Churf. Sächsischen Leibarzt Bianconi, aus dem Jtal. übersetzt. Dieselbensind meist ohne Datum, und enthalten mannigfaltige Aufsätze, welche besonders die Resultatevon w. Reisen nach Neavel betrafen, und zu unterhaltender Vorlesung für den H. Churprinzenvon Sachsen und dessen Gemahlin bestimmt waren ..-6.
An den Probst Genzmer . . -756 — 66. 4.
» ,, Kriegsrath Marpurg -765. -.
» H- Friedrich Nicolai . . -765. ..
» den Dokt. Volkmann . . -758 — 64.5.
» » Rathsherrn Volkmann -764 — 66.3-
» ,, Kreissteuer-Einnehm.
Weiße . . 1759 — 64.'. . 6.
„ » Professor Wiedewelt . >759 —67...
» „ Buchhändler Walther -756 — 66...
» H. Stosch. -757 — 68. 6.
Diese erschienen in der nachfolgenden Berliner-Sammlung neuerdings:
An den Fürst von Anhalt-Dessau -76g. .8-
winkelmann's Reise nach Wien , aus Cavaceppi's Vorrede »um B. ll- seiner Raccolta.