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Z a m p i e r i>
Zampieri.
erzählte Arbeiten des Unsrigen kommen in keineVergleichung mit dem unsterblichen Bilde, welcheser nun für die Kirche St. Hieronymus alla Ca-rita in Rom malte. Wie er selbst dem Dasserierzählte, fertigte er es für den nichtigen Preisvon — 5 o Ecudi — was Guido zum vftern fürseine Halbfiguren erhielt; er vollendete dasselbe1614 damals dreyßig Jahre alt. Dieses bewun-dernswürdige Gemälde stellt den KirchenlehrerHieronymus am Ende seiner Tage in einem Altervon g«j Jahre» dar/ wie er seinen Tod erwartet,und »och vorher das Sakrament des Abendmalsnehmen will. Verschiedene Schriftsteller, welchedas Leben dieses Heiligen beschrieben haben, er-zählen, daß er sich zu dem Ende, ganz schwach,noch in die Kirche tragen ließ; andere hingegenwollen, daß er diese letzte Hostie auf seinemLager genommen. Domenichmo zog, wie An-gustin Carracci in seinem ähnlichen Bilde in derCertosa zu Bologna , den zuerstgenannten Mo-ment vor, gab, da Hieronymus zu Bethlehem starb,dem ihn bedienenden Priester das Gewand desGriechischen Clerus, und stellte überhaupt dieganze Handlung nach dem Ritual dieser Kirchedar. Dieses Werk wird gewöhnlich noch auf denheutigen Tag , nach der Verklärung von Raphaelund der Abnehmung vom Kreutze des Ricciarelli,für daö vorzüglichste Altarblatt in Rom gehalten;und so wurde dasselbe schon von unbefangenenZeitgenossen beurtheilt '). Bloß einige Feinde desAnfingen die seinen Ruhm beneideten, oder sonst
Anhänger der entgegengesetzten Partey waren,welche den Lanfranco an ihrer Spitze hatte, be-zichtigten ihn des Plagiats von dem schon ge-nannten Bilde des Carracci , der übrigens dieganze Handlung sich nach dem Gebrauche der Rö-mischen Kirche gedacht, ^und alle Figuren, dietheils den Heiligen unterstützen , theils neben demAltare stehn, in Mönchskleidern abgebildet hatte.Auch ging der Eifer des Lanfranco so weit, dasser das Gemäld des Agosiino (nach seiner eige-nen Zeichnunet, heißt es irgendwo) durch F.Perricr in Kupfer stechen, und in ganz Italien verbreiten ließ *). Dem entgegen geschah dasselbedenn freylich auch dem Bilde von Domenichmodurch Giov. Cesare Testa, der sein schön geetztesBlatt mit einer Jnnschrift begleitete, welche dieabgedrungene Veranlassung nicht verhehlte ImGanzen vermehrte sich demnach durch dieses klassischeWerk der Ruf unsers Künstlers in und außer Rom »»gemein. Jetzt gab ihm der Marchese Costagutivor Lanfranco, Guercino und Josepi'n den Vor-zug , und ließ durch ihn den berühmten Plafondmalen, wo Apollo die von der Zeit unterstützteWahrheit aufhellt §), und der Marchese Matter,an der Decke eines kleinen Zimmers, das Jdyl-lion von Jacob und Rahel §). Dann folgten diefünf Alfresco's aus dem Leben von St. Cäcilien , inder dieser — entzückenden Heiligen geweihten Ka-pelle der Kirche St. Luigr degli Francesi, welchebesonders Bellori und passen, die in jenemZeitalterblüheten, umständlich beschrieben Habens.
1) Dann später wieder von pousstn und 6><rcchi. Woher aber der Franzose le Mierre, in den Anmerk.
zu seinem Gedicht über die Malerey (Paris >769.) S. 99. die ff. Anekdote genommen hat, ist uns un-bekannt. L'esc (heißt es dort) uo usage rlvbli s Korne 3 e kgire meitre ell lVIozglgue cisos l'kglise cleLainc Pierre, cous les csklesu» esliinc-s. pe peinc Is Lommumon cle 8s>or He-
roine llesirs cecce clislioerion , oc Lc exposer soo rakleao clsos cecce eßlise pour erre zöge par le Public?.lVlsis, soir i«norsnee, soll zalousie, son ouvrage kuc mecooou, ec relegue conime par irlkpris clsos Ulllieu, 011 il seroir pcul-rcre eocore ignore sän« In krgncirise clu Le peincre spprencl oü esc le
lgkleau ec clemancle » le copier. Lomme il cc.ivsilloic, le /lomcnch«,,, sntre pour okserver l'impres-«ion cle so» ouvroge sur uu arcisce kakile, se cienc clerriere lu! , lie conversstion et cleveloppe surI'arr I.i ikeorie Is plus lumiveure. Le econne, se recourne, le voll le, )?eux muuille« cls
larmer; le /)c>nre»^y,cc« se nonirne, le zelte les pincesux, se leve er lui ksise I» maln svee
» rranspo, til ne se Korne pns ä cet kominsps, il emplo^e laut ron ereclik pour rekskilicer le caklcgu,czui s ece eopie eo lVlosalczue üans I'Lglise cle 8a>nc - Pierre".
2) Sonderbar! Bey Gnndellini findet sich neben dieser, auch die ganz entgegengesetzte, aber, wir gestehenes, für Lanfranco allzurühmliche Meinung, daß er wirklich durch diesen Stich seinen — Feind von derAnlage des Plagiats habe befteyeu wollen.
Z) Opeiv ill Korn» cle! ßran /)o,»sn,c?/„no, cke per la korr» cli tucci i muneri cleli'arle, per l'Lmmlrakilecspiesscone rlegli »itelli, cou liono «peeialisscmo clella »aiurs sl rencle irnmorlule, e skorra non eke
slt'i l'iovicli» g msrgvigliursi e 2 rscere. Späterhin (1702) ist dieses Bild auch von B. Farjat schön,aber charakterlos gestochen, und noch später ( >729) vortrefflich von dem Luzerner Jacob Frey , durch denangenehmsten Verein des Grabstichels mit der Etznadel geliefert worden, o. iv? zz.
Unter neuern Kunstrichtern bemerken wir den einzigen Fiorillo, welcher, mit aller seiner gerechtenBewunderung dieses Bildes, demjenigen vrn August!» (ohne jedoch seine Gründe dafür anzuführen) denVorzug giebt, und eben so andere, unten folgende Bilder des Unsrigen (hauptsächlich seine St. Agneft)höher als den St. Hieronvnius zu schätzen scheint. Im Gegentheil thut weder das Eine noch das AndereLands» , welcher zu Paris alle diese drey Bilder, als Französische Lunstbcute, neben einander sah. S.dessen Annalen ( p. l. pl. 57. p. 11. pi. -z. u. vi. l'l. 25.)
4) Von D. Sunego in 7 Blättern gestochen, wovon eiuos den ganzen Plafond, die übrige« die einzelnen Theileenthalten. O. 97 — coi.
5) Dasselbe ist uns durch keinerlei Stich bekannt.
6) p. ,87 — 89- p. -7 — 20. Auch Zr'orills III. 584- sagt vorzüglich von diesen Bildern:
„Daß Zampieri darin, durch die Vvllkommenhcir der Zeichnung, des ColoritS und des Ausdrucks, sichselbst übertreffen, daher sie auch stets als die beßre» Muster der Jugend" (wohl auch dem Aller?) „gedienthätten. Zwey davon sind in lebensgroßen Figuren: Cäcilia bereitet sich zur Marter, indem sie ihr Gutunter die Armen theilt. Gestochen hat dieses R. A. Persyu (-646). Ebendasselbe, nach N. de Poilly'sZeichnung Fr. dc Poilly (Koma;), schön. Daim ihr Tod; in der Luft ein Engel, der ihr die Krone derUeberwindung bringt, von I B. Pasqualini, schon 1622. Ebendasselbe I. B- de Poilly, nach N- dePoillv's Zeichnung; dann Langlois , schön geetzt, ohne seinen Namen (L,->c,es ein.), und endlich (1772)ebenfalls schön gestochen D. Cunego. Ueber diesen beyden befinden sich in Grisin'llen mit halb lebensgroßenFiguren : Cäcilia weigert sin> den Götzen zu opfern, von Fr. Rosa (ko,»«) geebt. Dann eben so: Sie undihr Gatte St. Valerian empfangen die Martvrer-Krvue auf den Knieen von einem Engel, von D Cunegogestochen. Endlich ihre Vergötterung im Plafond erwähnter Kapelle (dies wieder in lebensgroßen Figuren)gestochen von §. Spietrr. watelet (wir denken irrig) meint, daß auch einer der Aanila's alle diese Bill