Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
6135
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Zampieri

Zampieri.

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rothen und erhitzten Augen ausgehen will'). Dannsah' ich zwey besonders schön componirte Bildervon ihm zu Genua : In der Galerie Durazzonämlich den von Venus beweinten Tod des Ada-ms , und in derjenigen von Brignole «inen St.Rocco , der um das Nachlassen einer Seuche zumHimmel fleht *). In diesem letzter» sind die Ge»behrdung, dieEile womit einige zu ihm ihreZufluchtnehmen, der schauerliche Anblick der über denBoden verspreiteten Leichname; derjenige einesAndern, der zu Grab getragen wird, und einerschon verstorbenen Mutter, der noch ihr Säuglingnach der Brust langt, so erschütternd für dasGemüth, als ob man auf dem Jammerplatz selbersiühnde. Unter seinen weltlichen Gemälden ist

feine Dianenjagd im Pallaste Borghes« (s. ft. Ro-spigliosi) mit den hurtigen Gefehrtinnen, und denanmuthigen Beywerken, eines der berühmtesten ?).In eben dieser Galerie, und in derjenigen zu Flo-renz findet man auch einige Landschaften vonihm «), und in mehrern sein Bildniß »). Auchin diesen Gattungen war er vortrefflich, und sinddergleichen Arbeiten von ihm leichter zu erstehen.Zu seinem mannigfachen irrdischen Ungemach zäh-len wir wohl nicht ohne Grund den Undank einessonst geschickten von ihm gebildeten SchülersI. B. Ruggieri §).

In dem Königl. Französ. Kabinette befandensich von Alters her 16 Bilder, nämlich: Gott

,) Diesen Gegenstand wenigstens hat Stephan Colbenschlag zu Rom nach eigner Zeichnung seiht, «nd S.Hainzelmanu schön gestochen.

-) Gestochen finden wir beyde nirgends. Doch s. von einem St. Roch nuten ein Blatt von I. D. Herz.

z) Eine ausführlichere Beschreibung «nd Beurtheilung desselben giebt Ramösbr I. 286—8S- wie folgt:»Das Süjet ist gut gewählt. Es bietet dem Künstler ein WeitesFeld dar, den Ausdruck der Geschicklichkeit,der Aufmerksamkeit, des Frohsinns bey einem unterhaltenden Spiele, und schöne weibliche Körper in reihen-de» Stellungen zu -eigen. Wir wissen aber schon, daß die Wahl des Vorwurfs der geringste Theil bey derdichterischen Erfindung des Malers ist; es kömmt bey ihm hauptsächlich auf die Erfindung der einzelne»'Theile an, wodurch er den Vvrwurf sinnlich macht; «nd hier wollen wir unser» Künstler zuerst verfolgen.Er wollte uns auf Dianen, als Göttin, als diejenige, welche die Preise austheilt, auf die Hauptpersonin dem Bilde vorzüglich aufmerksam machen. Er hatte den Gedanken des Dichters vor Augen: Hochragt Diana über ihre Nymphe» empor. Und wie drückte er ihu aus? Er stellte die Göttin auf dendritten Plan seines Gemäldes, und gab ihr eine Höhe» mit der sie die Bäume ausgleicht, und dieNymphe», die sie umgeben, zu Zwerginnen verkleinert. Unstreitig überschritt hier Domenräiino dieGränzen seiner Kunst. Denn eine Figur, die an dem Orte, wo sie steht, nach den Regeln der Perspekti»ungeheuer wird, zerstört den Sinnebetrug, und alle Wirkung, die wir von einer wohlgeordneten Gruppeerwarten. Mehr Adel, mehr Würde in Mine und Bildung würde die Göttin hinreichend von denumstehenden Nymphen unterschieden haben. Allein gerade daran fehlt es unserer Diana. Ihr Kopf istohne Ausdruck, die Figur wird vorzüglich durch das sonderbar geworfene Gewand schwerfällig; die Stellungist gezwungen, und die Hände sind inkorrekt gezeichnet. Unter den umstehenden Nymphen gibt es herrlicheKöpfe, und der Ausdruck des freudigen Erstaunens, mit welchem die eine die Geschicklichkeit ihrer Gespie-lin bewundert, ist unvergleichlich. Etwas weiter zur Linken auf dem zweiten Plane sieht man die Gruppeder Nymphen, die wirklich mit Schießen beschäftigt sind, oder doch näheren Antheil daran nehmen. Siehat ganz meinen Beyfall. Es herrscht in Minen und Stellungen die größte Wahrheit und Mannichfaltig-keit des Ausdrucks. Dir eine Nymphe hat gerade den Pfeil abgedrückt, der den aufgesteckten Vogel ge-troffen hat: Ihr Arm liegt noch in der Stellung des Abschnellen«. Eine andere macht ihr freudig denglücklichen Schuß bemerklich. Eine dritte, die mit ihr geschossen hat, scheint ihr das Verdienst des Tref-fens abzustreiten. Eine vierte zieht einen Pfeil au« dem Köcher, und eine fünfte betrachtet mit besorg-lichem Interesse den Flug des Pfeils. Vielleicht rückte der Maler bey der Darstellung dieser letzten Figurdie Handlung um einige Augenblicke zurück, und vergaß, daß die Malerei sich mit Darstellung einer sicht-bar stehenden Handlung begnügen muß. Die Nymphe sieht, daß der Vogel getroffen ist; wie kann sienoch besorgen, daß er nicht getroffen werden möge? Hinter dieser Gruppe zwei Figuren, die beyfälligzusehen. Auf dem Vordergrund eine dritte Gruppe. Von zwei Nymphen, die sich baden, sucht die einedie andere auf den glücklichen Schuß aufmerksam zu machen. Diese beyden Figuren scheinen mir vorzüglichschön. Der Schlagschatten, der von den Bäumen auf sie fällt, thut eine sehr gute Würkung. Vielleichtaber sind die Köpfe zu groß. Eine dritte Nymphe, die den Schuh anlegt, und die man von hinten zusieht, ist im Halbschatten gehalten, und zeigt bey den reitzendsten Formen eine Menge der zartesten Tinten.Zwei Schäfer, die im Buschwerke versteckt sind» belauschen die Badenden, und die Färbung ihrer Köpfe istäusserst kräftig. Ein Hund, der auf sie zuspringen will, wird mit aller Stärke von einer Nymphe aufge-halten. Form und Ausdruck dieser Figur sind vortrefflich. So viel von der poetischen Erfindung diesesBildes, wobey ich beyläufig schon einige Fehler gegen andere Theile der Kunst gerügt, und einige Vorzügein Ansehung eben dieser Theile herausgehoben habe. Die malerische Anordnung ist im Ganzen keineswegeszu billigen. Die Gruppen haben nicht die Verbindung mit einander, die das Gemälde als ein Ganzesbeym ersten Anblicke darstellen sollte. Auch sind zu viel Figuren auf dem Bilde; im Hintergrund ist Gewühl.Aber einzelne Gruppen sind vortrefflich componirt. Von dem Ausdruck habe ich bereits geredet; er istvortrefflich. Man findet Köpfe von großer Schönheit. Die Zeichnung ist sein, aber nicht ganz ohneJncorrektionen. Die Gewänder sind schlecht. Das Colorit ist angenehm, aber nicht immer wahr; dieBeleuchtung hin und wieder glücklich geleitet: Allein im Ganzen mangelt es dock an Harmonie, und ebendies kann man noch dem Colorit vorwerfen. Auch die Lustperspektiv ist vernachläßigt." Gestochen ist die-ses schöne Bild von P. Scalberge, I. F. Venturiui (15" hoch, »7" br.), sehr sein geetzt, aber in gutenDrücken selten, und schön von R. Morghen. O. tzl? 60.

4) Dergleichen kennen wir keine gestochen, außer im Kleiuen bey Lands» Dsl-i. ä- g-ur- 1. K? 16. u. n.dl? 58. u. 59.

5) Das zu Floren; (einen wunderschöuen Kopf, der allen alten Weibern gefällt) hat P. A. Pazzi für baS

Galcriewerk gestochen, und C. Townley wunderlieblich in Schwarzkunst geschabt. Noch findet es sich,von Langlvis, in dem Werke: 1 'sVlesuL, 8iau>e, ece. ll» Is Osleri» ri» ktoieuce, und an der Spitze vonLnndons Oeuvre ll- von Devilliers.

8) Laue« III. Zlj. V. >01.