Band 
Zweyter Theil [5].
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Zampieri.

Zampieri.

wirft Adam und Eva ihren Ungehorsam vor(3/ io^r< hoch, 3, 4" br.) auf Kupfer '). »DieSzene ist eine anmuthige Landschaft, in welchersich mancherlei Arten von Thieren in ruhigenStellungen befinden. Von dem Horizonte nähertsich die personifizirte Gottheit, von Engeln getra-gen, abwärts, in einer sprechenden Wendung,gegen diese ersten Menschen, die sich aus Furchtseitwärts bis nahe unter einen Baum gezogen zuhaben scheinen. Adam steht in einer niedergeschla-genen, reuevollen Stellung, , und scheint die Frageder Gottheit mit Zittern zu beantworten. Er deu-tet mit beyden Händen auf sein Weib ^), dieseitwärts mit einer betroffenen Miene, wo-mit sie ihre Verlegenheit und Beschämung aus-drückt, auf die von ihr wegkriechende Schlangehinweiset; und so hat der Maler mit ungemeinemScharfsinn in einem ungekünstelten Zusammen-hange die Bedeutung der ganzen Vorstellung soschnell einleuchtend dargestellt, daß der An-schauer gleich bey der ersten Betrachtung von derganzen Begebenheit verständigt ist. Die personi-fizirte Gottheit ist, so weit sich eine solche Ideefigürlich vorstellen läßt, mit einer des Raphaelswürdigen Hoheit und Majestät ausgeführt. Inder Figur Adams ist innigste und schmerzliche Reue,bange Erwartung und demüthige Unterwerfungmit rührenderWahrhcit ausgedrückt; weniger rüh-rend, aber nicht minder wahr ist der Ausdruck desWeibes. Er zeigt mehr Beschämung und Unmuts)als Reue. Selbst die Bewegung der vor der Gott-heit fliehenden Schlange hat einen deutlichen Aus-druck von Bestürzung und Furcht, da andere un-schuldige Thiere ruhig in der Nähe herumliegen.Erfindung, Anordnung, Zeichnung und Ausdruck,sind im gleichem Grade in diesem Stücke zu bewun-dern." Füßli II. 286—87. — Das Manuel duMuseum Fran^ois sagt: Dies Bild sey, wie vondem neu geschaffenen Licht beleuchtet; und bemerkt:Moses sage nur, Adam und Eva hätten dieStimme des Herrn gehört; das nec steus in-tersit sey auch hier, wie fast bey allen Künstlern,übertretten. Die beyden ersten Eltern seyen soschön, wie es etwa Abel und seine Schwestern seynkönnten; der zur Seite liegende Löwe sey erschrocken,das sanfte Lamm nicht. — David, der auf derHarfe spielt, und sein Saitenspiel mit Gesang be-gleitet, lebensgroß auf Tuch. »Er ist sitzend alsKönig bekleidet, in eifriger Bewegung, und mithohem Geistesschwunge aufwärts schauend vorge-stellt. Zur Seite ist ein Engel der ihm ein offenesBuch vorhält, und hinter ihm ein anderer, der dielinke Hand auf dem Schwerdt Goliaths hält, mitder rechten aber seinen Gesang mit Vergnügen nie-derzuschreiben scheint. Die Erfindung und Anord-

nung dieses Stücks ist mit dichterischem Geiste be-handelt. Der Gedanke, daß der eine der Engel dieeine Hand auf dem Schwerdt Goliaths halt, undmit der andern den Gesang niederschreibt, giebtdem Ganzen eine ausgedehntere Bedeutung, indem dadurch der Stoff des Gesanges gleichsamanschaulich wird. So sinnreich die Erfindung undAnordnung dieses Stückes im Ganzen ist, so schön,so groß und edel ist auch die Ausführung allerTheile. Die Figur Davids ist vorzüglich schönund gelehrt gezeichnet, und hat einen »»gemeingeistreichen Ausdruck." Füßli l. c. 236. Nochbemerkt Landon (^nn. lll. 72.) an diesem Bildedie Leichtigkeit und Anmuth der lichten Scharten.Im Man. d.Mus.Fraiihois heißt es (doch auchals ein Lob): Der Ton (des Coloriks) sey umeine — Ocrave höher, als in der Communionvon St. Hieronymus . Auch sonst wird es fürden Ausdruck sehr gepriesen: Davids Gesicht seyächt israelitisch; in den Augen lese man denbegeisterten Dichter; im anmuthigen Mund einleicht zu rührendes Herz, das noch — vonBathseba voll sey. Gerügt werden als costum-widrig das — eingebundne Buch des einen En-gels, und die—Feder des andern 2). — H. Fami-lie in einer Landschaft, wo die H. Jungfrau ineine Muschel Wasser schöpft (Madonna mit derMeermuschel genannt) 14" hoch, i9"br. Fig.8-9"Höhe auf Luch. l'Epiciö rühmt den Adel des Aus-druckes von Mutter und Kind, und den gutenTon der Landschaft §). Das Manuel, ohnedieses Bild gering zu schätzen, glaubt, daß esnicht eben die Kunstjuwele eines Geschichtsmalerssey, da die Hauptgruppe nur zur Staffirung einerLandschaft dienen muß.— Madonna, das Kind undSt. Anton von Padua. Die H. Jungfrau setzt denFuß auf einen Cherubin; in der Linken hält sie einLeintuch, das Kind einzuwickeln, das St. Antonmittlerweile auf den Knieen in seinen Armen hält,den es liebkost. Glorie von anbetenden und be-wundernden Engelchen. Im Hintergrund eineLandschaft. Schöne Köpfe des Kinds und desHeiligen. Dies Bild (i 5 A" hoch, iZ" br.) istauf Kupfer gemalt §). Lands» nennt es schönvollendet, und von graziösem Ausdrucke. Unge-fehr eben so beurtheilt solches das Manuel, undfindet besonders den Heiligen wunderschön (?Lle,veillsnt, prrant, ss consumnnt pour Oleu).—Maria Magdalena , in einer Gemükhsfassung, wosie ihre Sünden beweint, ohne an der Barmher-zigkeit Gottes zu verzweifeln. Sie hat den linkenArm an einen Felsen gestützt, und faltet die Hände;die Haare fallen ihr nachlässig auf die Brust;die Drapperie ist blau. Halbfigur natürlicherGröße 4" hoch, 2" br.) auf Luch. —

») Nach LanVon mit -2", l'Epicker mit 70—24" hohen Figuren. Gest. haben dies Bild (vortrefflich)St. Bandet 1687 »nd auch F. Cherean schön 1709. Nach dem Winklerschen Gantkatalog hätte derHerzog von Devonshire in England ein Bild von Domüuchino vollkommen gleichen Innhalts besessen,welches N. Tardieu, in der Größe des Urbilds (-6" hoch, iz" br. also weit kleiner als das Französische)ebenfalls schön gestochen habe- Kost bemerkt: Dies Blatt sey mit ungleich mehr Präcision (nach einemganz verschiedenen Urbilde?) gefertigt, als das von Bandet. Hinwieder sagt London , ein kleineres Bildals das Königliche sey einst in der Galerie Orleans gewesen, und alsdann nach England gekommen. Dochwohl kein drittes? ' Auch dies kleinere giebt er O. ?>? 29. In der Cvmpvslticn unterscheidet es sich bloßdarin von dem Königl., baß zwar die Gruppe der bescheltenden Gottheit darin ebenfalls, nicht aber dienoch höher stehnde Engelsglorie erscheint. Bon einem dieser Bilder sagte der Künstler selber, nach seinergewohnten Bescheidenheit: ' Es würde vollkommen seyn, wenn Adam von Michael Angelv und die Eva vonNaphael gezeichnet, und jener von Titian, diese von Correggio gemalt wäre.

») l'Epicie bemerkt, sie sitze und dürfe vor Furcht nicht ausstehn.

5) Gestochenlbesonders schön von Eg.Roußelct; dann auch von F. Cherean, einem Ungenannten unter B.PicartsLeitung,z und von einem der Lhvmaffie'e. O. 84.

4) Gest. findet sich dasselbe einzig im Umriße von Elis. Lingee bey llandon 0. N? .04. und in EbenSess-

er cls benre H. N? 28 .

2) Auch dies Bild findet sich einzig im Umriße gestochen von Vontroiö, bey Lnnöorr o.

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