Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
6149
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Zampie ri.

Daß sich in obiger unserer Nachlese von Ge-mälden und Zeichnungen von Donienichino, undvon Blättern nach demselben, allerley mehr undminder Unrichtiges befinden mag, versteht sich —leider ! von selbst. Doch, hoffen wir, soll unsereBemühung, die diesfälligen Notizzen so vollst«»«dig , als es bisher nirgends geschehen, und sozuverlaßig wie möglich zu liefern, nicht ganz ver-geblich seyn. Das traurige Schicksal dieses großenKunstlichts, bey Leibesieben merklich verkannt zuseyn, war für uns kein geringer Sporn, ihm,nach unserm schwachen Vermögen, auch alle diesenoch so spate Ehre zu geben, welche solchen Ver-diensten gebührt.

Endlich bleibt uns noch übrig (nach Mili'zia, L6.terrc. p. II. 16g — 71.) substanzlich zu erwäh-nen , was der Unsrige nach gemeiner Meinung inder Baukunst geleistet hat. Vörderst soll derselbezwey Zeichnungen für die Baute der Kirche St.Zgnazius gefertigt haben, von welchen es hieß:Wenn sie wären ausgeführt worden, so hatte Rom einen Tempel erhalten, den alle künftigen Jahr-hunderte bewundert hatten. Allein, nachdem derdurch seine Controversen mit Galilei bekannte Je-suite Grass! aus diese» beyden Zeichnungen einedritte gemacht, habe Doinenichino mit nocheiner solchen für die Facciala sich nicht weiter beladenwollen, und sey hierauf die gänzliche VollendungAlgardi übertragen worden '). Eine Critik derjtzt bestehenden Baute, ihrer Vorzüge und Ge-brechen s> 1 . c. Eine wirkliche Arbeit des Unsrisgen dann war das reiche und sinnreiche Gewölbder Kirche St. Maria in Trastevcre, und in der-selben die Kapelle della Madonna di StradaCupa. Zeichnungen gab er ferner für das Portaldes Pallastes Lanzellotli, welches MlllZl'a eben auchnicht besonders rühmen will; desto mehr seinenAntheil an der reißenden Villa Belvedere zuFrascati , und an der Gartenanlage der VillaLudvvisi, wo auch der malerische kleine Pallas!völlig sein Werk ist. Beyläufig bemerkt M-noch, was er überhaupt von den Kunstverdienstendes Domeni'chino spricht, daß: „Sey sparsamim Lob , und noch sparsamer im Tadel" ! sein edlerWahlspruch war.

Zweyte Nachlese.

Von Zampieri's Werken zu Bologna befindensich Blatter in dem: Lnnoriiensium pictorumcslebrioris Alorise guseöam sucrse Icones <ie-liaeatos et nunc arti» airistoribus clicntos u )c>-sepko lVIaria Nitello, pictore öononiensi. 6r.kol. 1678 s).

Der Lirel der Stiche nach den von Albani undDomen,chrno s. oben S- 612. zu Bassauo ge-fertigten Arbeiten lautet: krnncisei er

Dom. picturse, opere .-Mario ex-

presssc m seciibus lusriniaoeis. pol, Homos.

Einer unserer Kunstfreunde sagt, daß (nach Ma-rterte) Zampiert i6fi, gestorben sey §).

Ebenderselbe spricht von s. eigenhändigen B>ld-niß in der bekannten (apokryphischen) Sammlung

Zanchi. 6149

von dergleichen, auf dem Gräflich-FirmianschenSchlosse Leopoldskron bey Salzburg.

Das zweyte Heft vom Dlusee sran^ois (Paris ckes Vreuctel et ^Vurs) enthält, mit trefflichenBeschreibungen, aber elenden Darstellungen imUmrisse, als ob sie von einem halb blinden, halbzitternden Manne gemacht worden, so gut alsAlles, was sich von dem Unsrigen im MuseumNapoleon , theils als alter Besitz der Königl. Ga-lerie, theils als Kunstbeute befand, und ist auchoben an mehrern Stellen benutzt worden.

*Zamp,n oder Zamplni, s. Zompiniim Lex. und unten.

— — oder Zampln, (Andrea Nelli) di

S. Miniato del Tedesco; so nennt die Storiadel Duomo di Orvieto einen Mosaiker, der 1062an dem Orvietanischen Dombaue bedienst« war.

* Zamponi, s. im Lex. und oben Zambont.

*Zan Bologna. So heißt (wir wissendurchaus nicht nach welcher Angabe) im Registervon Fanrt's Beschreibung der Galerie Lichtensteinzu Wien der berühmte Bildhauer Johann vonBologna, von welchem dort S. b/. eine kleineGruppe in Erzt, den Sabiner-Raub darstellend,und ebenfalls ein 2^ 2 Once hohes ehernes Bild-chen des Großherzog Cosmus I. zu Pferd ange-führt werden.

* — — s. auch Sän und Zuan.

* Z anara(Joseph). Nach Lanz, (kst. tsrr:.)blühere dieser Künstler um 17-8. Dort (IV. 2/j8.)wird er kurzweg (nach Orlandt) ein gelehrterMaler genannt.

*Zancara ( "), soll nach eigner Zeich-

nung, 12 Blatter 4 °. in Friesenformar, für Gold-arbeiter gestochen haben. Es ist doch nicht etwaZancarl, ?

*Zancarli, Ziancarli, auch Gran-carli (Poiyphylys oder Philipp). Von Giancarliim Gantkatalog von Brandes s. v. werden auch,als von E. Fiaietti nach ihm gestochen, 4 BlatterFriesen alter Architektur genannt.

^Zanchi (Anton) von Este. Lanz,'(L<i.ter2.)setzt seinen Tod in 1722. und heißt es dort vonihm: „In Venedig ist er mehr durch viele, alsdurch schöne Werke bekannt. Sein Styl wardemjenigen seines Zeitgenossen, Celesti, ganz ent-gegengesetzt, und ähnelte der Manier seines eige-nen Lehrers Ruschi, oder irgend eines anderndamaligen Naturalisten; gemein in den Formen,finster im Colorite, und einzig erpicht, mit einemvollen Pinsel, in einer Art Kraft des Helldunkelsstark und groß zu scheinen, ohne es zu seyn, warseine Zeichnung nicht selten unrichtig, und in denUmrissen aufs Gerathewohl unbestimmt, wie sol-ches von allen schwachen oder wenigstens eilferti-gen Künstlern der Fall ist. Wohl schien er sichbisweilen den Linker« zum Vorbild genommen zu

1) Sonderbar! Daß paffer, alles eben Gesagten mit keinem Worte Erwähnung thut.

2) Wahrscheinlich von dem Unsrigen nichts als die Marter von St. Agnes« Dieses Blatts haben wir schonoben S. 6127. gedacht.

Z) //-„r-ck- Ipe,- p. 90. bemerkt, daß dies wahrscheinlich das älteste Aupferwerk sev, welches eine Samm-lung italienischer Bilder in sich faßte. Dasselbe enthielt indessen nicht mehr als -2 große Blätter, uns,wie der Titel besagt, alle nach Künstlern der Dvlognesischen Schule.

4) Wo dies Narret« sage, haben wir bisher nicht ausfindig gemacht, und ill aber aus alle Falle irrig.