Zeiller
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Stücke aber von seiner Hand sind: Das erste inder Pfarrkirche zu Holzgau im Lechthal, eingroßes Brld aus der biblischen Geschichte; treff-lich gemalt. Das zweyte ist in der Euratzienkirchezu Torenz, eine halbe Stunde von Jmst; es stelltdie Erfindung des Kreutzes C. durch die KaiserinHelena vor, wie die drey Kreutzstämme an kran-ken oder presthaflen Personen untersucht werdenmit Auslegung darüber. Es hat Figuren in le-bensgroße , alles vortrefflich ausgeführt. DerStyl scheint von einem großen italienischen Meisterzu seyn, wegen der Schönheit und Richtigkeitder Zeichnungen und des Colorits, welches haup-sächlich schön und harmonisch, fett, keck, ge-schmolzen, lieblich, stark und saftig, und Schat-ten uub Licht gut sind, ohne zerstreut zu seyn; mitseinem Namen und der Jahrzahl 1696 oder 1699.Diese beyden Stücke in zwey Kirchen muß er baldnach seiner Rückkunft von Rom verfertigt haben.In der Franziskanerkirche zu Reiti sieht man auchein extra gutes Bild von ihm an der Seitenmauer,das oic H Margaretha von Cortona beynahe in —bloßer Natur (?) vorstellt. Ferner, ein Geiten-altarblatt, eines seiner guten Stücke; den H. An-tonius von Padua , wie er das Jesuskind em-pfängt, in dem Franziskanerkloster zu Füßen; sowie mehrere in der Benedictinerabtey daselbst;keines in der Kirche. Man muß sich aber beyseinen Malereien wohl in Acht nehmen, indemoft schlechte von seiner Hand vorgezeigt werden,die von seinen Schülern herkommen, oder die erin hohem Alter gemacht hat. Er hat viele undeinige gute Schüler erzogen, und kann für denVater der Tyrolischen Maleiey gehalten werden;denn vor ihm war diese Kunst in seinem Vater-lande beynahe unbekannt. Er arbeitete nur inOelfarben, meistens für Kirchen und Klöster, undwar übrigens ein Mann von Tugend und Rechtsscyaffenheit. Sein Sterbejahr ist unbekannt;allein, er erreichte ein hohes Alter, und seineFrau überlebte ihn. Dieß mag genug seyn, umihn der Vergessenheit zu einreisten. Seine Ge-mälde alle sind seine eigene Erfindung, ohne diemindeste Figur, oder sonst etwas von einem an-dern gesorgt zu haben. Er hatte ein vortreff-liches Genie in der Erfindung, und hierin einenschönen Vorzug vor seinem obqenannten SohnJakob und seinem Vetter Franz Anron, welchesich fremder Werke oder Kupferstiche zum vfternbedienten
Zeiller auch Zeller (Sebastian), ein guterMaler in Prag , geb. i68Z. Nach seiner Rück-reise von Rom , wo er in der Schule des KarlsMaratti die Kunst studierte, ließ er sich im Jahri/i2 in Prag häuslich nieder. Hier arbeitete erfleißig, und, wie seine Gemälde zeigen, hätte erseine Kunst noch weiter gebracht, wenn ihn diein Böhmen im Jahr 171Z wüthende Pest nichtweggerafft hätte. Er wurde auf dem NeustädterGottesacker zu Wolschau begraben, und, miteinem von Sandstein aufgesetzten Monumente ver-ewiget, dessen Aufschrift lautet: «Sebastian Zeil-ler, ein Maler war er, und wußte das Licht vonden Schatten zu unterscheiden. Anjetzo ist er selbstein Schatten worden.. Hier rufet er, Ach l siehe,und thue einen andächtigen Seufzer vor seinearme Seele; im 3 o Jahre seines Alters gestorbendes i/lZ Jahrs." Dlabacz. Dort werden von« ihm angeführt: St. Anton von Padua , ein Altar-blatt in Loretto zu Prag ; das hohe Altar bey St.Jakob daselbst (dieses in Fresco). Nach dem Zeug-nisse Hammerschmieds erhielt der Künstler 020 st.für seine Arbeit; und er setzt noch in seinem pro-
Zeißner.
stromu , gloriss prszonsis. S. igr. zu: «Altarsrnszus est in pariere depictum, cuzns anrnmi-tns kornicem tsnAit, in honorem 8. )scob!Hpo 8 to!i (1713) lüum vero in susm perkectio-nem a. O. sna arte pictoria
pervenisset, idem prmnominatus pictor intra6uos dies pests obiil.'' Ein Bildniß des GrafenFranz Helfrieds Woracziczky hat Sarkorius nachihm gestochen, und A. Birkhard die Statue einesHeiligen, und neben derselben ein von Engelngehaltenes Marienbild und eine Monstranz-. «DerUnsrige" (heißt es in der B>'bl. d. Gch- R. u.N). B xx. (1776) St- S. 147) »würde einerder beßten Künstler geworden seyn, wenn ihn derTod nicht in seinen beßten Jahren weggeraffthätte:"
Zeimer ( ). Nach einem solchen, soll ein
unter der Leitung von le Bas gestochenes Kupfervorhanden seyn, was Cephalus und Procris dar-stellt. 71 / 55 .
Zeiner (Hans), Fürstlicher Hofgartnerzu Wolfenbüttel , wo er 1659 starb, wol«rereck'sche Chron. von wolfenbürrek.S. 386 .
! — — s. auch oben Aainer.
»Zeisnecker (Jakob), s. Zeyßnecker imSex.
Zeiß, eigentlich Zeis (Christian HeinrichJmmanuel), der Sohn eines Oberkonsistorial-RegistratorS, geboren zu Dresden 1764. — Erstudierte die Rechte zu Wittenberg , wurde daraufConsistorial-Advokat zu Leipzig und resigniere so«dann. Seine Anverwandten sicherten ihm endlicheine Existenz in dem Versorgungshause zu Wald-heim , wo er noch 1814 lebte. Zeis beschäftigtesich zu seinem Vergnügen mit der Kunst; einenvon ihm 1787 wahrend seines Aufenthalts zu Wit,tenberg gezeichneten Prospekt der dortigen damalsneu erbauten Elbbrücke, hat L. A Günther, zudes Titius Nachrichten von dieser Brücke, inKupfer gebracht. 71 / 55 .
*— — (Johann Baptist Florian, gewöhnlichFlorian), wird anderwerks auch Zeiß geschrie-ben. Ein Zeichner, Poussirer und Goldschmied,der (wie wir irgendwo lesen ^ zu Lischau in Böh-men 1712 geboren wurde, zu Paris bey ThomasGermain lernte und zugleich auch die dortigeAkademie besuchte. Nachdem er zu Paris achtJahre lang studiert hatte, so setzte er sich in Wien ,woselbst er seiner sehr künstlich poussirten Wachs-bildnisse wegen bald berühmt wurde und aucheine Zeichenschule anlegte. Um 1770 nennt manihn gelegentlich als Direktor der öffentlichen, be-sonders für Profcssionisten und Handwerker be-stimmten, Zeichnungs-Akademie zu Wien . Dasim Lex- bemerkte Bildniß des Erzherzogs Josephsoll auch von I. von Schley in 8°. gestochen wor-den seyn, so wie das des Fran^ois in 4°. wäre.
71 / 55 .
Zeiß (Joseph) zu Damberg. Ein solcherunterzeichnet sich bey einer gleichgültigen öffent-lichen Anzeige 1818 als »Malerey-Kandidat".
71 / 55 .
Zeißner (Johann Heinrich), ein Steinschnei-der , der um 176Z zu Dresden genannt wird.Sachs. Rur -Bab. 1760. S. 45 .
.) Nur die ungemeine Naivetät obiger Nvtizzcn von den drey Künstlern Zeiller hat uns bewogen, solche indieser Ausführlichkeit darzustellen. Immerhin sind dieselben hier aus z6 Oktavseiten in z Folioseiten ge-bracht. Auch sind wir nickt von denen, welche glauben, daß Lcocn und Knust nicht zusammengehören!