Band 
Zweyter Theil [5].
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Z e l o t t i.

dienten Dunkelheit. Erst nach seinem Tode wurdeseine Vortrefflichkeit anerkannt, gefeyert und ge-achtet; eine Belohnung die ihm nun freylich nichtsmehr helfen konnteDann nennt er, neben einemPaar der schon oben angeführten Werke diejenigenin der vonPalladio erbauten Villa Foscarini belleGambarere, und fahrt hierauf also fort: »DerAdel der Physiognomien, der Reichthum derDrapperien, und die graziösen Stellungen sindGaben, welche die Natur dem Paul undZelorriin gleichem Grade zugetheilt hat; aber im Cha-rakter der Zeichnung und in der Führung desPinsels ist einiger Unterschied. Die Behandlung desPaul ist gefälliger und glänzender, die des Ze-lotti ausgesuchter. Paul hatte einen weit feuri-ger« Geist und eine glücklichere Hand, aber Ze-lotti übertraf ihn in den Formen des Nacktenund einer gewissen Größe des Styls''. InDeutschland besitzt von ihm, unsers Wissens, dieeinzige Galerie Lichrenftein zu Wien eine Venus,die Cupido seinen Bogen raubt n" hoch, 4^4 " br.). Fanti im Katalog dieser Galerie machtdie Bemerkung: Zelorri habe in jenem Werkezu Catajo vornehmlich, durch Darstellung der be-rühmten Thaten der Familie Obizzi den Geist derdemokratischen, aristokratischen und monarchischenRegierung zu schildern gesucht. Gestochen nachihm hat L. Verkruys einen St. Francisc, derdie Stigmate empfangt, mittelmäßig, nach C.Sacconi's Zeichnung; C. Mogalli >.aus der Galeriezu Florenz ) eine Allegorie, wo eine Frau in dereinen Hand einen Schild und mit der andern denAmor hält (hinter ihr eine Andere, die einenOelzweig, den Cupido in der Hand hat '), ansich zieht); dann ein Ungenannter ( 8 t. 8cc,Inriform. 2 ) ein großes, schön geetztes Blatt, das«in antikes Opfer darstellt. Zwey andere: Ve-nedig auf einer Weltkugel sitzend , zu ihrenFüßen einen Löwen, und ein Greis, mit einemMädchen, das einen Scepter hält, beide vonV. le Febre, werden wohl diejenigen seyn, vonwelchen es oben heißt, daß die Urbilder Carliari jugehören. M-rL/e--. LEckcr. Nochwerden irgendwo Blätter nach in Fresco's desUnsrigen in den Pallästen Capeüo und Foscarini(in letzterm ein Jüngling, der die Guitarre spielt),ohne Namen des Stechers genannt §).

*— — s. auch im Lex. und unten Zilotti.

*Zelß. S. im Lex. und oben Joh. Bapt.Florian Zelß.

*ZeIr (A.), ein Kupferstecher s. Joh. UlrichFrank im Lex.

Zenall.

* Zelter. So ist auf Kupferstichen der Namepaul's von Zetrer bisweilen verschrieben.

Zelener (David), ein Kunstgießer zu Nürn-berg geb. i 636 , gest. 1718. Dieser geschickteMannerfand eine besondre Wassermaschine, die Dop-pelina)»: Tab. XIII. hat abbilden lassen.

Zelzlin (David), ein Landkartenzeichner s.oben Selzlin.

*Zenale (Dernardoder Bernhardt'»), mit demBeynamen da Trevilio, von seinem Geburtsortim Mailändischen her, st. nach Lanzi ,526. Vonihm heißt es dort (Lcl. tsr-:. IV. l/6— 77.) 8. V.Trevilio: »vasari nennt, unter dem verstüm-melten Namen Trevio, einen solchen, der zuBramante's Zeilen Ingenieur zu Mailand ", »und"(fahrt er fort) »ein sehr großer Zeichner war, denda Vinci für einen seltenen Meister hielt, un-geachtet seine Manier roh, und in Gemälden ziem-lich trocken war". Dann führt er, neben andernWerken von ihm, eine Auferstehung im Kloster-alleGrazie zu Mailand mit den schönsten Verkürzun-gen an. Man erstaunt übrigens, wie Borrari denGeburtsort des Künstlers (Trevkgo) vollends inTrevigi veränderü, und wie Grlandi den va-sari so habe auslegen können, als ob es sich, woer von dem Unsrigen spricht, von BernardinButtinone handle 4 ). Der Unsrige war zu seinerZeit ein berühmter Mann, vertrauter Freund vonda Vinci §), der in seinem Werk über die Maslerey denselben mit Mantegna verglich, und ihnbeständig anführt, wo er von Perspektive spricht,über welche Zenale bekanntlich noch im Alter(1624) ein Buch schrieb. In demselben wird,neben Anderm, die damals oft ventilirte Fragebehandelt: Ob kleine und entfernte Gegenstände,um der Natur getreu zu bleiben, gedämmter sol-len vorgetragen werden (cleg^iano ubbugliarsi),als die großen und nahen, was er verneinendentscheidet, und will, daß auch die entfernten sovollendet und proporzionirt (?) seyn sollen, wiedie im Vorgrunde §). Neben jener Auferstehungnennt dann Lanzi von dem Unsrigen noch eineVerkündigung zu St. Sempliciano, ebenfalls inMailand mit einer zum Täuschen künstlichen ar-chitektonischen Verzierung; waS aber das Beßtedieses Bildes sey, denn die Figuren an sich so-wohl als in ihrer Drappirung waren mesquin.Was dann den Bernardin Buttinone bctriftder, nach Lanzi (i. c.) schon um 1484 erscheintund um 'h2u verstorben seyn soll, so heißt es(lbici.) von ihm: „Derselbe war Zenaie's Lands-mann und Mitarbeiter zu St. Peter in Gessato,auch, nach Lomazzo's Urtheil, ebenfalls in der

-) Anderwerts (verständlicher) Amor zwischen zwey Mädchen, von denen er der einen den Arm bindet (mit-telmäßig) ; dann von ebendemselben: Die Einigung des Friedens und des Ucberfluffes, wieder aus derGalerie.

-) Man kennt es auch ohne alle Bezeichnung, und unterschieden in der Form.

Z) Noch anderwerts heißt es überhaupt: Fünf Blätter, in der von dem jünger» Aanetti gegebenen Samm-lung nach verschiedenen al Frescos.

4) Auch das Ler. v. Buttinone wirft beyde durcheinander.

5 ) Und derjenige, der, nachdem er iiionaröo's beyde St. Jacob im Abendmal gesehen, demselben rieth,den Kopf des Christus unvollendet zu lassen, da er ihn neben jenen Aposteln unmöglich schöner malenkönnte.

6) Obe le cose lonlnne ko-serc» C08i koire e proporrionSle, gusiilo quelle ci'innan/.k. Dtk Ausspruch scheint

Uns ganz richtig, aber auch sehr gemein , und besonders keine Antwort auf die Frage zu seyn, die wir,unsers Orts, bejahend entscheiden müßten. Oder, ob vielleicht das sbl>sgiis,«i in der Frage einen ganzandern als den von uns gegebenen Sinn hat?