Band 
Zweyter Theil [5].
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6190 Zocchi.

* Zocchi, s. auch Zucchi unten und im Lex.

Zocha (Freyherr von), Fürstlich-AnspachischerGeheimer - Rath, ein Mann von Einsicht undGeschmack; baute das Jagdschloß Bruckberg ,und unter seiner Leitung führte Retti, ein Ita-lienischer Baumeister, um 1726 den Markgräftlichen Pallast zu Anspach vostends aus. zJlc 0 laiReisen Th. I. v. 17;».

Zocher (Christian August Daniel), Ober-hofgärtner des Herzogs von Coburg-Meiningen

— — (Gustav), der Sohn eines Gold-suchers, geb. zu Dresden -776. Wahrend er dieKaufmannschaft zu Leipzig erlernte, gab er sichzu seinem Vergnügen mit dem Zeichnen und derNadel ab. In dem Gebrauche der letzter» unter-wies ihn der Kupferstecher Hoppe. Zocher hat zuLeipzig und zu Dresden zwo er noch 1814 als Jnn-haber einer Ausschnitthanblung lebte) einige Land-schäftchen und andre Kleinigkeiten radirt.

— — (Sophia Amalia ) , eine künstlicheBiumenmacherin, s. oben Siegern

Z 0 cc 0 li (Carl), ein Neapolitanischer Bau-meister, geb. 1712, und gest. 1721, trat schon inseinem Siebenzehnten ins Ingenieur-Corps, undward dann bald Aufseher der Festungen. Allein,seiner zarten Gesundheit wegen verließ er schonin seinem vier und zwanzigsten den Kriegsdienst,wiedmew sich den Rechten, und schrieb eine Ab-handlung: üslla 8ervitü. Indessen fuhr er fort,die Mathematik zu studiren, und gab ein Werk:stelln 6 ravit 32 lc,ne sts' Lorpi, e stell» b'orraste'klarst!. Von da an ward er das Orakel desMinisteriums, welches ihn bey allen Streitigkeitenüber solche Gegenstände zu Rache zog, und dieStadt Neapel erkieste ihn zum Examinator dersogenannten Tavolari, welchen Posten er fortanmit großen Ruhm bekleidete. Milizia (Lst. ters.)II. Z(,7. nennt von ihm eine Menge Bauten: DenDom zu Neapel, den Bischöflichen Pallast zu Calvi ,das Nonnenkloster und Kirche St. Giorgio im Be-neventinischen, die Villa des Fürsten von Supinozu Portici , u.s f. u. f. Dann allerlei Mahlwerkezu l^apua, wo zum erstenmal Holländische Dammeangebracht wurden; andre dergleichen z» Scillain Calabrieu; auch fing er an, das Castell zu restau-riern, was nachher sein würdiger Sohn Rapbaelfortsetzte. Festigkeit und Bequemlichkeit waren dieVorzüge aller seiner Bauten. Vielleicht hatte erauch Geschmack; doch mangelte ihm meist der An-laß, solchen zu zeigen. Von Personalcharakter warer, wie es immer die sind, welche sich der Kunstund Wissenschaft ausschließlich wiedmen; d. h.ernst, einfach, gerade, und angenehm (§rato).

— — (Raphael), s. gleich vorsieh« d den

Art. seines Vaters.

Zoega (Georg), geb. 1786 zuDahler, einemDorfe der Grafschaft Schackenburg im Jütlandi-schen Stifte Ripen gelegen, wo sein Vater Pre-diger war, und wenige Jahre später nach Mögel-tvndern als Probst versetzt wurde. Seine erste

Zoega..

Erziehung besorgte theils der Vater, theils wurdesolche verschiedenen Hauslehrern anvertraut. Ausdiesem frühesten Zeitpunkte seines Lebens schreibtder erstere etwas spater über ihn: »O er istvon Kindheit auf eine ganz besondere Edition voneinem Knaben gewesen. Wenn er etwas aufieng,war er totus in so, machte Riesensprünge,und konnte nicht ruhen, bevor er das Angefan-gene zu der möglichsten Vollkommenheit gebrachthakte." Der Vater wünschte ihn auf, eine guteSchule zu bringen, und wählte dafür (1772.)Altona . In 1773 bezog er die Universität Götrringen. Dort brachte er drey Jahre in Ermü-deten, mannigfaltigen Studien zu, die sich in-dessen unvermerkt, und, wie es scheint beson-ders durch das Lesen der Winkelmannschen Schrif-ten, und Heyne's und MeinerS Unterricht, vor-nehmlich auf die Altertbumskunde wandten. Vonda trat er eine Reise durch Deutschland und dieSchweiz, dann nach Wien , und von dort sogarseinen ersten Ausflug nach Italien bis nach Rom an» wo ihm wahrscheinlich die erste Ahndungwurde, daß einst in diesem Lande sein bleibenderAufenthalt seyn werde. Indessen kehrte er, nachwenigen Monaten nach Deutschland zurück, undging, wie es schon früber von seinem Vaterbestimmt war, auf die Hohe Schule nach Leipzig ,wo es ihm indessen minder als in Göttingen ge-fiel , und er besonders die Bücherschätze der GeorgiaAugusta ungern vermißte, als ihn sein Vater aufeine Weile zurückberief, um ihm bey dem Unter-richt seiner jüngern Söhne behalfen zu seyn.Hier trieb man sich, und trieb er sich selbst mitallerlei Planen für eine künftige Anstellung um,wovon aber keine ihm recht behagen wollte. Inr 779 begab er sich wieder auf Göttingen , wo ersich neuerdings unter Heyne der Archaeologie er-gab. Unter mancherlei Träumereyen waren in-dessen seine Gedanken immer am liebsten nachItalien gerichtet, als sich ihm die Reise miteinem jungen Dänischen Edelmann, H. von Heine«,noch desselben Jahrs darbot. Dieselbe ging vonWien über Venedig, Bologna und Florenz , Nachder heiligen Roma. Dort und zu Neapel blieben siebis ins Frühjahr 1781. Ein Todesfall führte sie,statt nach Frankreich zu gehn, einsweilen wiedernach Haus. Hier entspann sich seine Bekanntschaftmit dem gelehrten Dänischen Minister Guldberg,welche- so gut als alle künftige Schicksale seinesLebens bestimmte. Derselbe trug ihm auf, vierKönigliche Münzcabinetter zu beschreiben; undschon im Winter desselben Jahrs erhielt er vol-lends den Antrag, auf Königliche Kosten eineReise von zwey Jahren in der Absicht anzutreten,Numismatik und Daktylisches aus dem Grundezu studiren, mit der Sicherheit, nach seiner Rück-kehr bey dem Königl. Münz - und Gemmenkabinetangesetzt zu werden; für die Reisezeit sollte erjährlich dcm Rthlr. erhalten» und während der-selben 6 Monate zu Wien unter Eckhel, 9 Monatein Italien, 3 in Frankreich und die Z letzten zu Mann-heim, Kassel, Dresden und Berlin zubringen. Ueber-all suchte und fand er in Italien die beßten Be-kanntschaften , zumal diejenigen des trefflichenMonsignor Dorgja. Don Rom hatte er wohlrecht (Jan. 178/,.) seinem Vater zu schreiben:»Wer diese Stadt kennt, wie ich, dem wirddie ganze übrige Welt langweilig"; und an sei-

en! solcher (in der That einNonens) mit dein gegenwärtigen Zocchi verwechselt wird. S. z.B. auch beyRoir lv. S, 210. di? 4. 6. 9. «o. — Noch neunr einer unserer Freunde unter den Stechern nach Zocchi:A- Cerini, R. Faucci und Gaucher. — Sein selbst gemaltes Bildniß fand sich in der von uns schon sooft angezogenen Firmianschcn Sammlung auf dem Schlosse Leopoidskron bey Salzburg. Gondelst,ii undSasan (L-t. sec.) nenne» von dem Unsrige» ebenfalls Aussichten von Florenz und den dorr herumliegenden Lust-schlösiern, die er theils gezeichnet, theils selbst gestochen habe. Nachschrift: Bev näherer Ueberlegung über-zeugen wir uns immer mehr: Daß der unten ff.Venetianer Joseph Zuccbi ein Ncne.is sey; daß aber unserJoseph Zocchi bloß Maler war, und alle ihm hier im Lerre zugeschriebene Blatter unter die nach-folgenden Kupferstecher Zucchi von Venedig zu vertheilen sind. Doch, wie ? Abermals, wer sagt uns das ?