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Zoega.
wenig zu leiden, bewegte sich hin und wieder mitKraft; aber das Fieber war am Abend wie amMorgen, und er sank immer mehr in einen Zu,stand der Gefühllosigkeit und in heftigere Krämpfe,und die Nervenzufälle oder ihr Spiel in den Mus-keln machte es unmöglich, noch etwas zu schlin-gen; nur zuletzt kehrte, nachdem sich vergeblichein kleiner Ausschlag gezeigt, eine Art von Schmerz-lostgkeit und Ruhe zurück, in welcher er am 10.Februar gegen elf Uhr Vormittags verschied.Sein sehr verzogenes und entfärbtes Gesicht nahmbald nachher wieder einen freundlichen Ausdruck an,und ist in der davon genommenen Maske, wonachThorwaldsen das seinem Leben von Welcker vor-gesetzte Bild gezeichnet hat, vollkommen lebens-ahnlich. Ein Kapuziner, der in den letzten Stun-den mit dem Curato von der nahen KircheSt. Andrea della Fratte zugegen war, ertheiltedem Sterbenden die ab8olutlo in suturo. SeineReste, mit anständigem Gepräng bestattet, ruhenin der genannten Kirche; und seine Landsleute inRom hakten sich vorgesetzt, sein Brustbild aus-führen zu lassen, um im Kreise der berühmtenund verdienten Männer im Pantheon aufgestelltzu werden. Am Schluß« gedachter Biographielesen wir (II. S. 419—425.) substanzlich, was folgt:
»Der Hinterbliebenen Zoega's nahm kch nichtblos als Stellvertreter seines Königs in Italien ,sondern eben so zuvorkommend, wie seine Freund-schaft für den Vater gewesen war, und wahrhaftväterlich, Hr. von Schuhart an. Er setzte für diebeyden ältesten Kinder, welche in die Familie desrechtschaffnen und geschickten Malers Labruzzi,des ^Nachbars und vieljährigen treuen Freundesvon Zoega, aufgenommen wurden, einen Unter-halt aus eignen Mitteln aus, und nahm in derFolge den Sohn selbst zu sich; so wie die jüngste,achtjährige Tochter sogleich von der als Schrift-stellerin und Reisenden berühmten Freundin desVaters, Fried. Brun, geb. Münter, aufgenommenwurde, bey der sie auch in Kopenhagen nochmehrere Jahre geblieben ist. Der Gesandte hieltunverzüglich bey seinem Hof um Versorgung derVerwaisten an, übernahm, mit Einwilligung ihresentfernten Oheims, die Vormundschaft, und trugdie nöthige Sorge für den Nachlaß. Von denvorgefundenen Papieren ließ er ein Verzeichnißdurch Doctor Koes ausfertigen, welches er demHofe mit dem Vorschlag vorlegte, sie in die Bi-bliothek in Kopenhagen aufzunehmen, den Kindernaber ein zu dem Gehalte des Vaters verhaltniß-mäßiges Einkommen zu versichern. Hierzu warder König geneigt und beauftragte den BischofMünter, über das Verzeichniß der Papiere zuberichten. Dieser setzte ihre Wichtigkeit ausein-ander und schlug Sr. Majestät vor, zu geruhen,baß in Betracht derselben und in Rücksicht derVerdienste des Vaters und der Ehre, die er demVaterland gemacht habe, den Kindern der ganzeGehalt, den er gezogen habe, fortgesetzt werde-so daß der Sohn jährlich 5 »o Thlr. bis zu denJahren, wo er in Königliche Dienste treten könne,und jede der beyden Töchter jährlich 200 Thlr.und nachher eine Ausstattung erhielte. Schon imSeptember 1809 wurde nach diesem Vorschlagentschieden, und dem Sohn das vollendete einund zwanzigste Jahr als Grenze seines Gnaden-gehalkes, und die Aussteuer der Töchter festgesetzt;und wenn nachher unter den eingetretenen Finanz-verhältnissen diese Gehalte das schwankende Schick-sal aller übrigen theilten, so kam die Freund-schaft zu Hülfe. Für den Sohn namentlich sorgtder bisherige Pffegvater fort, in dem Gedanken,ihm eine des Vaters würdige Ausbildung zu Theilwerden zu lassen.^ Wer diesen genau gekannt hat,und die theils mächtigen theils äusserst leisen Ein-
Zoega.
fiüsse, welche von der Verschiedenheit des Geburts-landes, der Erziehung und andern äusseren Um-ständen abhängen, gegen das Angedorne abzu-wägen versteht, dem würde es unterhaltend seynso manches von dem Wesen des Vaters in demSohn, der auch in Körperbau und Gesichtszügensehr an ihn erinnert, abgespiegelt zu bemerken.Die Bestimmung, welche ihm von jenem zuge-dacht gewesen war, wurde mit einer wissen-schaftlichen vertauscht, und er widmete sichschon in der Schule in Italien vorzugsweise,und zunächst nachher ei» paar Jahre in Giesen ,der Mathematik."
»Im Besitz der Kinder ist auch das KoptischeWerk geblieben nachdem es endlich den Be-mühungen des Hrn. von Schubart gelungen war,durch einen den 27. Sept. 180g von dem päpstlichenStaatssekretär gefaßten Beschluß, die ganze Auf-lage von 480 Exemplaren, bis auf i 5 , die mander Propaganda vorbehielt, von ihr herauszube-kommen, unter der Verbindlichkeit, die Neben-sachen, welche Zoega noch zurückgehalten hatte,selbst hinzudrucken zu lassen."
»HatteZoega vorausgesehn, daß mit so vielBereitwilligkeit so vollständig für seine Nachleben-den gesorgt werden würde, manche ängstlicheSorge und manchen Verdruß hätte er sich erspart.Aber wie er schon in früher Jugend bekannte,daß er gewöhnlich geneigt sey, sich das Schlimmstevorzustellen, so hat er ohne Zweifel die Theil-nahme, die Freunde und Landesregierung einmalgegen seine Kinder äusser» könnten, in diesemGrade wenigstens, nicht zu hoffen gewagt. Die-sem Umstand mag es zuzuschreiben seyn, daß sichbey Eröffnung seines Schreibepults, zum Erstau-nen aller Bekannten von ihm, dreytausend zwey-hundert Piaster in Gold vorfanden, die nachseinen Papieren schon seir viele» Jahren sein Ei-genthum gewesen waren, und die er durch zugroße Vorsicht verhindert worden war, nützlichanzulegen."
„Zoega war Mitglied mehrerer gelehrten Ge-sellschaften (ausser den Italiänischen zu Velletri ,Siena, Florenz , der ^callemla ltaliana), derauswärtigen zu Göttingen, zu Berlin , seit 1806zu München, zu Kopenhagen seit 1798."
»Den unersetzlichen Verlust, den durch seinenTob die Wissenschaften erlitten, hat man überallgefühlt, und ihn, mit persönlichem Wohlwollen,vorzüglich auch in Rom unter allen Ständen,betrauert. In der Versammlung des Kapitelsder Königl. Dänischen Ritterorden am 28. Juny180g wurden durch den Ordenssekretär Nachrichtenüber sein Leben vorgelesen," (er war Ritter von»Dannebrog geworden, wiewohl die Nachricht da-von erst acht Tage nach seinem Tode ankam)welche mit den Worten schlössen: »Zoega hatals Dänischer Gelehrter zu dem Ruhm der Nationin der Fremde wesentlich beygetragen; er hat dieGrenzen der Wissenschaften, in denen er arbeitete,erweitert; seine hinterlassene Werke sind klassisch;sein Name wird unter den Europäischen Gelehrtenstets groß bleiben; ein jeder Alterthumsforscherwird in Zukunft Aufklärung und Wegleitung beyiVt'nckelmann und Zoega suchen; und, von demgroßen Geiste beyder durchdrungen, wird er demDänischen Gelehrten in Ansehung seiner gründ,kichern Gelehrsamkeit, schärfer» Kritik und tieferforschenden Urtheilskraft den Vorzug geben."
Noch folgt in der welckerschen Biographieein Verzeichniß des in Handschrift vorhandenenlitterarischen Nachlasses des Unsrigen, wovon seine
>) Welches mehr als noch kein andres r»r Erweiterung der Kenntnisse der gedachten Spräche beytries-
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