Z o e ll n e r.
heren Revers die Inschrift: „Heil uns, denOel-zweig tragt das junge Saeculum "! und das Re-gensburger Stadtwappen zeigt.
Zoell»»er( ). So heißt bey Mensel III.ein um 1809 noch lebender deutscher Modellirerder Kaiserlichen Porzellanfabrike zu St. Petersburg ,wie auch Medailleur und Steinschneider. Lonk.Georgs« Beschreib der Stadt St.Peters-burg B. I. S. Z-jo.
— — s. auch oben Zoeller.
Z 0 epf (Taffilo), ein Laibruder der ehemaligenBenediktinerabtei zu Wessobrunn , verfertigte alsBildhauer den Choraltar und einen Seitenaltar inder Kirche zu Schlehdorf . Liporvsky.
Zoerker (Jgnaz). So heißt bey Dlabacz,ganz ohne Weiteres, ein Staffirer in der kleinernStadt Prag 1795.
'Zoffani, Zoffany, Zoffanii, auchZaufelr, Zauffali und Zauffely, ur-sprünglich gar Zufall und anderwerts Ste-phans ') (Johann), Vater und Sohn. DerVater, der sich Zauffely schrieb, war aus Prag gebürtig, ein geschickter Schreiner der an ver-schiedenen Höfen arbeitete, setzte sich zu Regens-burg , und st. 1772 als Fürstl. Thurn- und Toxi-scher Hoftischler (s. K. Baumeister). — Von derJugendgeschichte des Sohns sgeb. zuNegensburg ^)1733 ^ heißt es bey Meusel II. „ Seine Muttergoß gleichsam in die Seele ihres noch zarten Soh-nes ihre außerordentliche Neigung zur Malerey.Durch vielfache Kunstgriffe erweckte sie das male-rische Talent ihres Sohnes schon in den Jahrender Kindheit. Sie übergab ihn darauf einemMaler in Regensburg, mit Namen Speer , zurUnterweisung. Aus dessen Unterrichte kam er un-mittelbar nach Rom , und studierte dort die Werkeder berühmtesten Meister. Er arbeitete hernachwieder bey seinem Lehrer in RegenSburg , giengabermals nach Rom , und hielt sich hernach wiedereine Zeitlang zu Rcgensburg auf. Er ward hieraufnach Coblenz empfohlen, wo er in dem Kurfürst!.Schlosse die Plafonds der Schloßkapelle und einesSaals zu besorgen übernahm. Durch die Ränkeeines Würzburgischen Jesuiten heyrathcte er dessenBase, ward aber mit dieser Ehe unglücklich".Die Geschichte derselben wird ausführlich, aberetwas verworren erzählt bey Meu sei Miscell.XV. iZi —iZ 5 . Durch diesen Unfall in dürftigeUmstände versetzt, ging er nach England (wann?)und trat bey einem Kildnißmaler für geringe Be-soldung in Dienste. Dann aber nahmen ein an-gesehener Lord, dessen Bildniß er gemalt hatte,und der würdige Schauspieler Garrick sich seinerso thätig an, daß er bald in eine unabhängigeLage und solchen Ruf gerieth, daß die H.H. Danksund Solander ihm anerboten, mit ihnen die Reiseum die Erde zu machen, was er aber aus ver-schiedentlich erzählten Gründen ablehnte. Ueberseinen vierzehnjährigen Aufenthalt in England heißtes bey Fiorillo V. 698 — 99. „ Seine ersten undfrühesten Werke, historische Bildnisse, Familien-stücke, theatralische Auftritte u. s.w. empfehlen sich
Zoffani. ülgL
zwar durch eine fertige Hand, Wahrheit und guteAnordnung, sind aber im Colorit etwas zu ein-tönig. Stücke von mittelmäßiger Größe glücktenihm stets besser, als große Werke. Zu diesen ge-hören seine Vorstellungen vonFoote, als Sturgeon,in dem Lustspiele T'üe 0/ t/re Laret. und
von Garrick, in der Comödie tüe ».
Hier sieht man Garrick als Pachter, wie er, miteiner Pfeife am Tische sitzend, seiner Familie, beyder Zurückkunft von London , alles, was er dortgesehen und gehört, erzählt. In beyden Stückenhat Zoffani die Hauptpersonen sehr ähnlich, unddie Handlung nach der Natur vorgestellt. ImJahr 1771 malte er die Königliche Familie aufeinem großen Bilde, das auch R> Earlom inschwarzer Kunst ausgeführt hat, und im folgendenMr. Garrick, in der Rolle des guten, einfältigenAbelDrugger, in Ben Johnson'S Alchymisten. Um1773 erschien von ihm eine reizende Landschaft,worin man einen gewissen jungenMr.Saner erblickt, ,der an einem schnell fließenden Dache steht, undeinen eben gefangenen Fisch ablösen will. Auchverfertigte er damals ein Bildniß von King, inder Rolle des Lord Chalkestone, oder eines altenGecken, der ein junges Mädchen unterhalt, dieihn verächtlich anhört; und zwey Bildnisse desKönigs und der Königin, von denen RichardHouston den Stich in schwarzer Kunst besorgte.
Sie sitzen beyde, ohne allen Königlichen Ornat,und der König, in Uniform, soll noch nie ähn-licher abgebildet seyn. Das große Gemälde,welches den Saal der Königlichen Akademie,worin nach dem Nackten gezeichnet wird, darstellt,verfertigte Zoffani im Jahr 1774. Man sieht aufdemselben zwey entkleidete Männer und 36 Figuren,die sämmtlich Bildnisse und leicht zu erkennen sind".
In -777 besuchte er seine Mutter zu Regensburg ,ging aber bald wieder nach England zurück, undalsdann, auf Anrathen seiner Gönner, in 1781.oder 82 nach Ostindien 4 ). „Wenn man" (sagtFiorillo l.c. 699 — 700.) „unter den mannichfal-tigen Werken, die er dort geliefert hat, nach seinemBeßten suchen sollte, so leidet es keinem Zweifel,daß ihm seine Vorstellung des BochschaftersHyderbcck, der von dem Vezier in Auhd im Jahr1788 mit einem zahlreichen Gefolge nach Calcutkaüber Patna geschickt wurde, um den Lord CornwalliSzu begrüßen, die größte Ehre macht. Zoffanihat hier das ganze indische Costume angebrachtund die Charaktere der vecschiednen Gruppen derComposition so zusammengestellt, daß keiner her-vorschreiket. Jeder scheint entweder als Theil-nehmer oder als Zuschauer des Zuges an seinemPlatze durchaus nothwendig zu sey», woraus einüber die Maaßen interessantes Ganzes hervorgeht.
Der Ort dieses Stücks ist im Angesicht von Parna,und man sieht etwas vorn Ganges , an welchem esliegt. In derselben Entfernung erblickt man einenkegelförmigen Gegenstand, nämlich ein Reismaga-zin, das Warren Hastings zur Verhütung der Hun-gersnoth erbauen ließ. Man darf annehmen, daßder vom Maler gewählte Ort, von welchem mandiese Gegenstände von fern erblicken kann, der Na-tur nachgebildet sey, und daß er am Ufer des Gan-ges aufgenommen wurde, aus welchem einige jungeHindous links aus dem Bade hcrvorsteigen. ZurRechten erhebt sich eine kühne Felsenhöhe, auf deren
,) Ueber diese verschiedene Namen findet man einen Aufsatz inOeiniemLiill'--lVl!>߻rin- p.szs.
-) Nicht zu Frankfurt a.Mayu, wie es gewöhnlich geglaubt wird.
z) Wir glauben früher, da z.B. Hü-gen (N. Ausl.) S. 56». Not. a. behauptet, daß er sich -745 zu Frank,fürt aufgehalten,
4) Wo er sich zu Madras niederließ, und jährlich 5—6000 Pf.Sterl. gewann. Die Indianischen Fürsten , diemit ihre» Bildnissen Geschenke iu England machen wollten, beschäftigten ihn häufig,
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