Ackermann
Ackermann
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lichtn Werke steigt von Jahr zu Jahr, da nureine geringe Anzahl Exemplare abgedruckt wur-den ('). Noch verdienen einer besondern Erwäh-nung die Prachtwerke: biicrocosm ok l.on-«lon, in welchem Londons Merkwürdigkeitenanschaulich gemacht werden; 'I'lie pletnresquel'oui- okDr. Lvntax, ein komisches Gedicht vonCombe, nach Zeichnungen von Dawlinson, wel-ches sotchen Beyfall fand, daß sieben Ausgabenoder an 12,000 Exemplare davon verkauft wur-den; und klelißstous crnblems, delnA a sericsok enAravinAS oa evooä, b^Kesbitt, Lrans-lon, (lleunel anst Hole (zweyte Ausg. 1810).Letzteres, das eine Reihe gut erfundener undschön ausgeführter Holzschnitte über religiöseGegenstände mit deren Erklärung enthielt, wurdeauch in Frankreich mit Beyfall aufgenommen,und Ackermann selbst sah mit Vorliebe auf die-sen Artikel seines Verlages, von dem man aucheinen Gesammtkatalog besitzt, der von wenigen,oder vielleicht von keinem andern in London ,rücksichtlich der Reichhaltigkeit der Kupferstiche,Zeichenbücher, Karrikaturen rc. übertreffen wird.Daneben treibt er auch einen Handel mit zube-reiteten Farben für Landschafts- und Miniatur-maler. Die deshalb von ihm angelegte Manu-faktur ist die vorzüglichste in ganz England,und derselben Absatz so stark, daß er, obwohler alle Monate an 12000 Stück Farbentafelchen(oskes ok colour») zubereiten läßt, dem un-geachtet oftmals nur die Hälfte der vorhande-nen Bestellungen befriedigen kann. Eben sosind seine Rahmen für Gemälde und Kupferstichesehr geschmackvoll, und alle seine Papiersorkenzum Zeichnen, so wie auch die farbigen undGoldpapiere, von erster Güte. Insbesondre
erfand er ein dickes Kartenpapier(Vvor^ paper-kor miniutures) für Zeichner und Maler, wasnicht nur ganz die Stelle der ungleich theurernElfenbeintafelchen vertritt, sondern vor diesenauch noch den Vortheil hat, daß man es injeder beliebigen Größe erhalten kann; sein Korngleicht dem des Elfenbeins, und seine Meiste istviel reiner und ebenmäßiger. Ackermanns Han-del dehnt sich hauptsächlich nur über tue dreybritkischen Reiche und derselben Colonien aus.Atbrigens hat er in seinem Hause einen großen«Saal eingerichtet, in dem Kunst- und Pracht-werke jeder Art, Journale rc. stets zur Ansichtoffen liegen. Hier halt er im Winter wöchent,liehe Gesellschaftstage, zu denen er die vorzüg-lichsten Künstler, Kunstfreunde und SchriftstellerLondons , so wie reisende Ausländer einzuladenvstegt. Die Zeitgenossen, XIII. Leipzig 1818,S. 1—22. Eine etwas trübe Quelle glaubt,-daß Ackermann sich auch mit der Nadel ver-sucht habe. Von ihm heißt es im Tüb- iMor-genblarr 1814 zum Theil gleichlautend mit Obi-gem, zum Theil dasselbe noch naher erläuternd:»Der brave Mann hat vor Kurzem seine insGeschäft thätig eingreifende Frau, eine Eng-länderin, die ihn trefflich unterstützte, verloren.Aber sein Werk, welches allen, theils in London ,theils in andern Hauptstädten des ReichS füri hn Arbeitenden, zusammengenommen gegen 800Menschen, Brodt giebt, geht immer schwung-haft, und umfaßt auch die brittischen Kolonien.Außer dem eigentlichen Kunstmagazin, worinman Alles, was,brittischer Erfindungsgeist zurBequemlichkeit für Zeichnung, Stickerey undVerzierung, Malerey und Kunst neuerlich aus-klügelte, in erster Qualität findet, hat der spe-
kulative Mann einen geschmackvollen Lese- undSchausalon eingerichtet, wo jeder, der sich un-terzeichnet, täglich die kostbarsten Kupferwerkeund Erscheinungen in jedem Kunstfache des In-lands und Auslands durchblättern, und wohlauch durch ihre Anficht sich selbst mit neuen Ideenbegeistern kann. Eine besondere Expedition istfür Absendung und Zurückkehren ausgeliehenerPortefeuilles von Karrikaturen, deren mehreretausend hier eingeschichtet liegen, und täglichdurch neu hinzugekommene Spottbilder über denMikromegas in Frankreich vermehrt werden,Stickmuster, Figuren zur Landschaftmalerey,Vorzeichnungen aller Art für kunstliebende undübende Ladies u. s. f., in steter Arbeit und Be-wegung. Um dieß Alles zur Kenntniß des Pub-likums zu bringen, hat A. den Einfall gehabt,seit 1809 ein eigenes Mode-Journal in Heftenherauszugeben, worin gleichsam die erste Blüthealler Modenerfindungen, Kostümes, Hausgera-the, Stickerey und Waarenmuster, architek-tonischer Verschönerungen u. s. f., theils inAufsätzen, theils durch Abbildungen in niedlich-ster Form vorgeführt wird. Dieß ist nämlichdas berühmte kepositoi-^ ok arts, das ersteund prächtigste Mode-Journal der Welt, dasniemand entbehren darf, der sich eine richtigeVorstellung von Englands unglaublichem Luxusmachen will. Der Jahrgang scheint zwar mit4 Pf. 12 Sch. sehr theuer bezahlt, und ist dochim Grunde spottwohlfeil, da jedes Heft, in sogroßem Formate, auf feines Velin gedruckt,7—8 aufs sauberste kolorirte Kupfertafeln ent-hält, und somit nur die Zahl von Zooo Abnehmernnoch das Räthsel erklären kann. Zu seinen wich-tigsten Unternehmungen dann gehörr seine, inVereinigung mit den ersten Zeichnern und Ku-pferstechern gelieferte Geschichte von der West-minsterabtey und ihren Umgebungen, welche inzwanzig Lieferungen erschien, und eine ähnliche:Geschichte der Universität Oxford . Die Archi-tektur- und Landschaftszeichner für beyde, wa-ren F. Nash, Pyne, Mackenzie, Pugni; derZeichner der Kostümes, der kunstvolle Uwins " —All' Obiges ausführlicher und Mehreres überden Unsrige», s. im Tüb. Morg. 1814, S.ö/, 3 —hi sxars. Die Kosten für die vvMenanntenzwey Prachtwerke wurden zu 20,00» Pf. Stecl.berechnet, und in kurzer Zeit durch Subscriptiongedeckt, I c. Extrabeilage S. 8. I» dem Tüb.Lunstbl. lV20, S. 31 u. ff., 37 u. ff., si u.ff. finden sich neuesehr lefenswerthe Notizzenüber diesen Kunsthändler von Industrie ohnegleiche. Damals suchte er durch die veranstal-tete Uebersetzung von Sennefelders Hauptwerküber die Lithographie, diesem bisher in Englandnoch wenig geschätzten neuen Kunstfache einigenSchwung zu geben, und war zu gleichem Zweckein 1817 eigens nach München gegangen; allein,wie es sich späterhin zeigte (s. l. c. ,11), ohnegroßen Erfolg. Sein vorerwähntes Mode-Jour-nal gewann immer glänzender» Fortgang. Zuseinen neuesten Prachtwerken gehörten eine male-rische Reise längs dem Rheinstrom, der Textvon Gerning , die Blätter von Schütz gezeichnet,und von Sutherland in Aqua tinta geatzt, insechs Heften, jedes von vier Blättern, zu 14Sch. das Heft. Dann wird hier von ähnlichenWerken (wie die früher genannten von West-minster und Oxford ) über Cambridge und Etongesprochen. Ferner von Dr. Syntax's Aben-teuern eines auf pittoreske Gegenstände auöwanr
(i) Leider scheint eö seit einiger Zeit in England Mode geworden zu seyn, von den wichtigsten wissen-schafrlichen und Prachlwerken nur wenige Abdrücke zu nehmen, damit solme bald den Ruf der Sel-tenheit erhalten sollen. Gelehrte und Kunstliebhaber drS EvntinentS fühlen sich bereits durch diesenJndustrie-Mixbrauch gedrückt.