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Agricola.
bey seinem dortigen Aufenthalte (>8iZ) aufStein gezeichnet hatte. Dieser Künstler ist nunwohl am zuverläßigsten mit dem, unten C. oderFr. Agricola rubrizirten, und eben so auch mitdem im Supplemente enthaltenen Wiener -KünstlerEine Person.
sJ. H.^> Agricola (Christoph Ludwig).Fiorillo (Deutsch !, in. 082) nennt ihn einenadelichen Augsburg ». Die Stammtafel seinesGeschlechts in Seifferts Stammtafelngelehrter Leute Th> I. (Regensburg 1717 Fol.)setzt seine Geburt in 1667. Don seinen Bildernbesitzen in Deutschland : Die Galerie zu Wien eine Landschaft mit Ruinen, von mittlerer Größe;zwey größere, diejenige zu Dresden , daruntereine gebirgigte, mit betenden Türken staffirt. —SalZthalum einst über ein Dutzend, meistmittlerer Größe, aller Gattung Tags-und Jahrs-zeiten darstellend, und auf die verschiedentlichsteArt, doch nie weder mit geistlichen noch mytho-logischen Figuren staffirt, bis auf ein Paaralle auf Leinwand; dann lein selbst gemaltesDildniß mit Palette und Pinsel. — pommers-felden, dreye von den größern: Gewitter, Re-genbogen und Abendröthe. — Bassel, dreye;darunter eine, wo man sich mit Aufrichtung eineralten Bildsäule beschäftigt; eine mit einem altenGrabmal (beyde auf Leinwand 6" breit, 2"hoch), und eine, wo Frauenspersonen einemHuhne nachjagen; diese auf Kupfer. — DasKabinet des H. Hofgerichtsadvokaten Schmidtzu Biel (1809) zweye. Warum einige Nachrich-ten sein Todesjahr für unbekannt halten, fassenwir nicht. Die Landschaft von Zingg, nachihm, soll ein sehr schönes Blatt seyn.
sli.)s — — (C. oder Fr. C.),. heißt derim Supplemente gegebene Wiener -Künstler voni 8 c> 3 . Derselbe wurde zu Reichenberg bey Mem-mingen geboren und hält sich seit um 1797 zuWien auf, wo er die Malerey unter Füg» stu-dirte. Seine Kompositionen verrathen den den-kenden Künstler; daneben malt er trefflich inMiniatur und weiß die Nadel geistreich zu behan-deln. Unter seinen kleinen, gut nach Füg»geätzten Blättern, ist dasjenige, welches den seineSöhne verurtheilenden Brutus darstellt, selten.Nach einer Miniatur von ihm hat John dasBildniß Degens meisterhaft punktirt. Ber-tuchs Bemerkungen auf einer Reise voni 8 r >5 bis 1806, II. 28, 47, 77, 94 - Seit die-ser Zeit hat das Publikum mehrere Blätter vonsein» Hand »halten. Als: Nach Naphael,Maria mit dem Kinde und Johannes, gr. Fol.Preis 8 st- 6 Kr.; eine Grablegung, nach einerHandzeichnung desselben, gr. quer Fol., Pr. 6 fl.45 kr.; nach F. Parmegianino, eine H. Familie,Pr. 6 fl. 36 ; dann (in den Preisen von 3 fl.18 kr. bis zu 1 fl. 4 kr.): Diana entdeckt dieSchwangerschaft der Kallisio, nach Domini-chino, kl. quer Folio; Maria mit dem Kinde,nach Holbein , 4°; der Leichnam Christi, voneinem Engel angebetet, nach A. Carracci , 4 °;drey Blätter nach Elsheimer in 4° und 8 °; Jo-seph legt die Träume aus, nach R. Mengs,80, u. s. f. Dieser Künstler ist ohne Zweifelderselbe, den das Tüb. Bunstbl. 18-1 wohl ir-rig Fr. Agricola nennt, und zu denen zählt,welche Bartsch unter den vorzüglichern Kupfer-stechern anzuführen unterlassen hat. Noch siche-rer aber ist er mit dem obigen Carl A. EinePerson.
sl.^j — — (Georg), in der unter C- E-Agricola oben »wähnten Stammtafel wirdein solch», ohne Hinzufügung mehrerer Nach-richt genannt, der, wenn diese Stammtafel sonstnicht mangelhaft wäre (wie es leicht seyn könnte),
Agricola.
dem Zusammenhange derselben nach zu urtheilen,etwa um 1570 zu Neukirchen bey Sulzbach ge-boren, und der Unsrige seyn müßte.
fl. II.^I Agricola (Johann). So nennender Abt von LNarolles, und, nach ihm, Flor.le Comre aus Versehen, als Formschneider, ei-nen Eottesgelehrten dieses Namens von Sprem-berg, weil sie seinen Namen theils auf Glau-bensartikeln, die er in deutsche Verse gebracht,und welche mit Holzschnitten verziert waren,theils auf einer Folge von Bildnissen Sächsi-scher Churfürsten (Wtttemberg i 563 ) fanden, dieer ebenfalls mit seinen Versen begleitet hatte.S. Spremb im Lex. und den Suppl.
— — (Ludwig). Ein solch» malte 1820 zuRom das lebensgroße Kniestück der KronprinzessinChristine von Danemark auf Holz. Dasselbe warin dieses Meisters strengerm Style, und unge-mein sauber ausgeführt. „Die Aehnlichkeit, diecharakteristische ruhige Stellung, und die vor-treffliche Behandlung der Stoffe sind hier" (heißtes im Tüb. Bunstbl. 1822, S- 24) »an einwürdiges und liebliches Vorkommen (?) gewen-det; und dieses Bild erfreut um so mehr, alsman in demselben die alten Meister auf eine tüch-tige, uicht knechtische Weise nachgeahmt sieht."Ob dieser Agrikola noch mit dem nachfolgen-den Schüler von Unterbergec Eine Person sey,ist uns unbekannt. , Doch zweifeln wir daran,da wir schon im Tüb. Runstbl. 1821, S. 104,lesen, daß der als Geschichtsmal» bekannteCustos der Galerie St. Lucas vor Kurzem ge-storben sey.
sli.^ — — (Ludwig). Nach demselben
kennen wir eine ziemliche Anzahl mittelmäßigerund schlechter Blatter, größern und kleinern For-mates, aus der Bibel und dem Leben Jesu ,welche von Französischen u. a. Künstlern (wieDuthe, Ruolte, Giov- Petrini u. s. f.), theilsschwarz, theils koiorirt, theils einzeln undtheils in ganzen Folgen gefertigt wurden.Diese Blätter könnten dem Rufe dieses Ma-lers vielleicht schädlich werden, insofern näm-lich dessen Arbeiten sonst wirklich den Beyfall derKunstkenner verdienen sollten. Derselbe zeichneteauch für das im Jahr l8n zu Rom erschienenePrachtwerk der 8cdola italioa srtis piotoriae.
— — (Rudolph) in Bafflen, einem Dorfeunweit Gröningen in Frießland 1442 geb., zeich-nete sehr gut und malte vortrefflich; wobey erauch in vielen wissenschaftlichen Fächern, derDichtkunst und Musik erfahren war. Nach-dem er zu Löwen studirt, Frankreich und Italien durchreist, und eine halbjährige Anstellung inGröningen bekleidet hatte, zog er nach Heidel berg , wo und zu Wvrms, er sein übriges Lebe»zubrachte, und bey den Gelehrten sein» Zeit ingroßem Ansehen stand. Er war auch Kais. Max.Rath, und geheimer Rath Churfürst Friedrichsvon der Pfalz . Er starb unverheirathet 1486 zuHeidelberg und wurde, in seiner Franziskaner-kutte, in der Minoritenkirche begraben. Allard
^mstelrecluknus) ließ r 53 g seine Werkeund Leben in Köln zusammen drucken. Joecher.
— — ( ), ein Römer, Schüler von
Unterberg», und daher zur Mengsischen Schulegehörig, ein wacker» Künstler, dabey sehr be-scheiden» Mann, und daher wenig» unter denFremden bekannt, als er es seyn sollte. Der-selbe malte für die Kunstwerke, welche in 18,sauf Befehl der Regierung für den KaiserlichenPallas! auf Monte Cavallo gefertigt worden,einen Horatius Cocles , der die Brücke verthei-digt, a Tempera; eine sehr große Zusammen-