Band 
Zweyter Theil [5].
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A l e m a n o.

sll-H Alemano, s. Alamanno im Sup-plement« und oben.

sl. 11 .^ ?llen oder Allen (Folpert). Fastscheint es, als ob dieser Artikel auf zwey oderdrey unterschiedene Personen sich bezöge. Erst-lich ist der, den das Lexikon, s. v. Johann Älenals van Älen, und als Lehrmeister von HansGraf benennt, unstreitig derselbe mit dem vanÄlen, welcher gelegenheitlich in Gpies,Brandenburgischen Münzbelustigungen, III.84, als Kaiserlicher Kammermahler zu Wien um i 685 erwähnt wird, und der vielleicht auchmit dem im Supplement angezeigten Mahlervan Aal Eine Person abgiebt. — Zweytensmöchte vom vorigen derjenige zu unterscheidenseyn, welcher, zufolge des Lexikons, einenProspekt von Prag radirte, und dessen Geschlechts-name, wie wir gleich sehen werden, etwas an-ders geschrieben, auch dessen Lebenszeit etwasfrüher angesetzt wird. In den feuern Abhand-lungen der böhmischen Gesellschaft derWissenschaften 1798, 40, B^d iil, Abthei-lung 2, S. 126, heißt es nämlich, nachdemman angezeigt hat, daß P. von der Bosche einenAbriß der Stadt Prag -618 herausgegeben habe:«Zu gleicher Zeit that sich der um die Künstesehr verdiente Mann, Folpert van Alten Allen,hervor, und gab eine prachtvolle und große Ab-bildung der Stadt Prag heraus." Ein Gantka-talog rubrizirt dieselbe: Prospekt von Prag vonFolperr von Alten, ein überaus großes Blatt,mit beygedruckter Erklärung. Ueber den 1686gezeichneten und von I. Mulder gestochenenProspekt von Wien , dessen das Lexikon und Sup-plement gedenken (und der vielleicht dem vanAalen angehört) ist uns keine sonstige nähereNachricht geworden. — Drittens ist von denbereits gedachten Künstlern, wohl derjenige ab-zusondern, von dem das Supplement anführt,derselbe habe Bildnisse gestochen. Dieser sehrmittelmäßige Kupferstecher, der >656 zu Danzig arbeitete, hat mehreres radirt, davon uns fol-gendes zu Gesicht gekommen ist: Das Bildnißdes I. A. von Mandelsloh (flenat. > 644 ) 8°,die erste Audienz der Holsteiner Gesandten beydem russischen Czaar, und andre Bildnisse undDarstellungen (meist ohne seinen Namen) zu desA. Oleaxius Beschreibung der neuen orientali-schen Reise, Schleswig id',7, Fol.;— das alle-gorische Titelkupfer zu des de la Courvee: ve

dlutritione koetus in utero psrslloxs, Osn-

tisci 1655, 4 °;— und, nach der Zeichnung vonA. Boy, die Titelvignette zu Hevels: oizserta-

tatio cle nativa Laturni t'acie, Lessni i 65 K,

l'äl. Dieser nun schreibt auf allen vorgenanntenStichen gleichförmig seinen Namen mit Nleo. Dlabacz endlich nennt Folpert vonAlts» Allen einen sehr guten Kupferstecher zuPrag , der eine Ansicht dieser Stadt (hier heißtes, viel später als van de Bosche) in Kupfergestochen habe. Damit ließen vielleicht die DreyesiH wieder in Einen verwandeln; so wie hin-wieder dieß viel später von Dlabacz (nach Do-brorvsky) euch, durch Verwechslung des-Wie-ner - mit dem Präger-Prospekte, bloß von demerster» zu verstehen seyn kann.

— — (Johann van). Der Katalogder der Universität Görringen zustehenden Ge-mäldesammlung, von Fiorillo, rubrizirt S. Zieines seiner Gemälde, das einige trefflich gemalteHennen darstellt; auf Leinwand (hoch 2- 5^',breit v 10

— — S. auch Allen im Supple,nente und unten.

Alesto.

sl.H Aleni (Thomas). Nach Zaist, malteer schon um > 5 i 5 . Einige halten sowohl ihnals Galeaz Campi für Schüler von Bocaccino.Allein dafür scheinen beyde nach Lanzi's Urtheil(ell. terr. IV. 125 ) nicht gut genug, da sie sichnoch weniger, als ihr vermutheter Meister,der neuern Manier genähert hätten. Wie vieleAehnlichkeit sein und Campi's Styl hatten, er-sieht man z. B. aus ihren Bildern in St. Do-menico zu Cremona . I. c.

Alenyn (Alexis d'). Vermuthlich ein Rus-sischer Kunst-Dilettante, der um oder gegen 1780etwa, einige Zeit sich zu Dresden aufhielt.Man findet von ihm geistreiche, flüchtig mitFeder und Dinte entworfene Skizzen; so z. B-polnische Soldaten und Bauern vor einer Schenke.

sl.^I Aleorri (Johann Baptist), genanntArgenra. Derselbe befand sich 1618 zu Fer,rara bedienstet, wo er das Schauspielhaus er-baute. Nach ihm hat damals (1618) Oliv. Gatt«ein Blatt in gr. quer Folio gestochen: viseAno

Uella scenL Ira^ioa rlel teatro üi Verrara.

Dasselbe zeigt eine perspektivische Ansicht einerStraße mit prächtigen Gebäuden, in den Wol-ken die fahrende Venus.

Ales, ein Dilettant«, Weinhandler zu Hanno-ver , hatte 1812 einen sehr schönen van der Werffzum Verkauf, der den alten David vorstellt, demdas Mädchen von Sunaim durch ihre Mutterzugeführt wird. Es stammte aus Paris her,und Kenner (der H. von Ranrdohr z. B.) hiel-ten's allerdings für Original. Indessen befandsich in München ein ähnliches, und bey demGrafen Fries zu Wien ein drittes, letztres aberoffenbar eine Copie, wahrscheinlich von demsogenannten Tag-Schalken. Morgenblatt1812, 5 o.

sl. H.^ Alesi 0 (Adrian de), ist Eine Personmit A. Aleßio im Lexikon. Bchde Artikel sindübrigens durch einander zu ergänzen.

sl. 11 .^-(MathäusPerezde),ursprüng,

lich ein Spanier; doch geboren zu Rom . Daßer Michael Angelo's wirklicher Schüler gewesen,ist zwar ungewiß, doch sehr wahrscheinlich,wenn man seine -Werke betrachtet. Als er dannnach Spanien kam, zeigte er zu Sevilla ver-schiedene meisterhafte Zeichnungen, welche allge-meine Bewunderung verdienten, und den bravenBildhauer, Hier. Hernansez, bewogen, die Male-rey bey ihm zu erlernen. Sein gigantischer St.Christoph in der Cathedrale zu Sevilla (i 585vollendet) hält in die Höhe n'/Z Varas, undträgt das Kind Jesus auf seinen Schultern.In der Rechten hat er, statt des Stabes, einehohe, starke Palme. In der Ferne erblickt man,in einer reizenden Landschaft, den Einsiedler miteiner Laterne. Nach einem mit 1587 batiktenKontrakte machte er sich anheischig,, noch einenzweyten solchen St. Christoph für die Paro-chialkirche St. Michael zu malen. Noch sahman von ihm ein Bild über dem Hauptaltarder Parockialkirche von Santjago el Äiejo, undeiniges Anderes, das jetzt nicht mehr vorhan-den ist. Fiorillo IV. 182—iZ 3 (welcher über-haupt bemerkt, daß Palomino s Nachrichtenvon diesem Künstler größtentheils falsch oderverworren seyen) halt es namentlich für unbe-gründet, daß er neuerdings nach Italien zurück-gekehrt sey. Lanzi führt ihn zweymal, s.Aleßi und Matteo de Lecce an; eben so dasLexikon unter Alesio und Lecce. Sehr wahr-scheinlich sind auch beyde Eine und dieselbe