sk. HJ Alfieri (Benedikt, Graf von .Derselbe war ein Anverwandter des berühmtenDichters dieses Geschlechts. Dieser sagt vonihm in seinen Memoiren, unterm I. 1759:«Derselbe war ein sehr wackrer und würdigerMann, von ganz einfachem Charackter, seinerKunst leidenschaftlich zugethan, und gleichgültiggegen Alles, was nicht Beziehung auf dieseoder andere schönen Künste hatte. In diesemPunkt aber ein solcher Enthusiaste, daß wenner z. B. mit mir, damals noch unverständigenJünglinge von Michael Angelo sprach, es nieanders geschah, als daß er sich bückte oder denHut abzog. Er hatte einen großen Theil seinesLebens in Rom zugebracht; wachend dachte undschlafend träumte er von nichts als von derSchönheit der Antiken. In der Folge aber ent-fernte er sich denn doch bisweilen in seinenBauten von dem guten Geschmacke, und ahmtedem neuen, selbst dem verdorbenen nach. Soz. B. in seinem seltsamen Plan der Kirche vonCarignano, die einem Fächer gliech H. Dannaber vergaß man diese einzelnen Flecken seinerKunst über seinem Königlichen Theater, überdem eben so verständigen als kühnen Gebäudeseiner Reitschule, dem Saale zu Stupigni, undder majestätischen Facade der St. Peterskirchezu Genf . Vielleicht wurde auch sein Genie durchdie schmale Belohnung gehemmt, welche derSardinische Hof diesem seinem ersten Baumei-ster anbieten konnte. Das beweisen wohl dievielen grandiosen Plane, welche er hinterließ,und deren sich sodann der König bemächtigte.Darunter befanden sich mehrere, die zur Ver-schönerung der Hauptstadt dienen sollten, wiez. B. der zu Errichtung einer neuen Mauer, andie Stelle der »»gestalten, die den Schloßplatzvon dem Königsplatz trennt. Unermüdet gefäl-lig war er gegen eine Menge Großer, die sichseine Freunde nannten, um ihnen ihre alten Häuserin Palläste umzukleiden, ohne davon einigenandern Vortheil zu ziehen, als wieder etwasSchönes zu bauen; und zum öftern mußte erüber diese seine liebenswürdige Schwachheitselbst lachen. Eine Weile war er auch zu Nea pel ", u. s. f.
Alftnger (Lucia) geborne Hansen, einetreffliche Künstlerin in Sticken von Bildnissen,Blumen rc. nach Oehlmalereien. Sie lebte noch1811 zu Kopenhagen , und kam 1781 zu Flens-burg auf die Welt- e l nw ich VunsthistorieS- 204.
Alfon (Juan), ein Spanischer Maler vonToledo , verzierte eine Kapelle in der Kathedraledaselbst 1418. Fiorillo IV. 5 s.
Alfred der Große , König von England,trat i> I. 871 seine berühmte Regierung an.Derselbe hatte während seines langen Aufenthaltsin Italien die Künste kennen und schätzen gelernt,und berief daher ausgezeichnete Künstler undHandwerker aus mehren« Ländern und mit großemKosienaufwande zu sich. Es ist gewiß, daß erim Jahr 880 Shaftsbury errichtete (^) und be-
festigte, London und Winchester vergrößerte;vielleicht legte er auch den Grund zu Winborne,einem Ort, den Ethelwold im Jahr 901 gegenAlfred's Sohn Edward itte Llcker vertheidigtes).Die Kirche daselbst kann uns einen Begriff vondem damaligen Geschmack der Architectur geben.Der Thurm ist mit Leichtigkeit und geschmack-voller als der von Christchurch aufgeführt, denweit spater, im Jahr imo, ein Flammänderund Liebling Wilbelm's Rufus, erbaut hat. DieZierrathen sind wie man sie in allen angelsäch-sischen Kirchen wahrnimmt, aber sehr reich undmannigfaltig. Im Chor befindet sich das be-rühmte Grabmahl von Ethelred, das nach denZeiten Alfred's oft erneuert zu seyn scheint. Auchist die Inschrift daran neu, weil der König hierfälschlich Ethelred statt Etheldred oder Aethelredgenannt wird (H. Unter den gelehrten Männern,durch deren Umgang Alfred sich zu bilde» suchte,und die einen entscheidenden Einfluß auf ihnhatten, war Grymbald, ein Franke, einer derersten. Dieser Architect baute die unterirdischeKirche von St. Peter zu Oxford , und hatteviele Künstler unter seiner Leitung, von denenvielleicht einer den Sarg aus Porphyr verfer-tigte, worin Alfred im Jahr 900 begraben wurde.Für ein von Alfred unternommenen Werke wirdauch das sogenannte weiße Pferd von den Eng lischen Antiquaren gehalten, das man an einemHügel auf dem Wege nach Bath bewundert.Dieses weiße Pferd gehört unstreitig zu denmerkwürdigsten Alterthümern Englands. Es ist,in einem hohen Kalkhügel, welcher ike ära^onUM genannt wird, ausgegraben, von der schön-sten Form und von so beträchtlicher Größe, daßes hundert und sechszig Quadratruthen ein-nimmt, und zehn englische Meilen weit ganzdeutlich gesehen werden kann. Immer bleibtdie Kunst bewundernswürdig, mit der es aus-geführt worden ist; denn es sind nicht nur dieUmrisse dieses colossalen Werks sehr zierlich,sondern es zeigt sich dabey auch eine erstaunens-würdige Geschicklichkeit in der Beobachtung derPerspektive. Wäre das Ganze nicht kunstmäßignach dieser gearbeitet worden, so würde daSPferd, welches in der schräge liegenden Seitedes Hügels ausgehauen ist, durch die schiefeLage verkürzt und ganz unproportionirt erschei-nen müssen. Dies ist aber keinesweges der Fall,und es zeigt sich dasselbe vielmehr, so weit manes sehen kann, in den beßten Verhältnissen.Das Pferd ist galoppirend vorgestellt, und er-scheint von einem blendend weißen Glänze, wenndie Sonnenstrahlen den Hügel erleuchten DieGraben,^ weiche den Körper des Pferdes bil-den , müssen von Zeit zu Zeit von dem grauenKalke gereinigt werden, der vom obern Theiledes Hügels hineinfällt. Dies geschieht vonden Bauern in der Gegend an einem ländlichenFeste, welches das Scheuerfest des weißenPferdes genannt, und noch immer jährlich ge-feyert wird. Fiorillo V. 17 — 20. Haklerbemerkt, daß dieser König, der in seiner Jugendzu Rom gelebt, der Künste so kundig war, daßer andern darin Unterricht ertheilen konnte; und
(r) Eine Dame soll ihn durch einen Scherz dazu verleitet haben, als er einst in großer Gesellschaftin Gedanken vertieft war, und erwähnte Dame zu ihm sagte: Alfieri, was staunen Sie? Wohlauf eine neue Baute? A- Sie haben's errathen. Nun welche Gestalt soll ich ihm geben? Sielachend (indem sie ihren Fächer erhob): Die von diesem da! Lx ore.
(-) Nach einer Inschrift, die sich noch zu den Zeiten Wilhelm's von Malmesbury daselbst befand.
(z) S. 0,,'gin «>k ^Vinborne anst ie, 5plenstist Xttnrler, im I". I.XX. k. ll.
1137. 1800. Vergleiche Xnsv^er kc> sevei-al Crilici5llir, Ebend. 1°. I.XXI. k. I. p. 50 . 1801
(4) Eine Abbildung seines Pallastes zu Woodstoek, wo er den BoethiuS übersetzte, findet man im
I II. p. 127-