Band 
Zweyter Theil [5].
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der ein Mädchen im Arme hält, herausschautAuf Holz, ganze lebensgroße Figur 5 "hoch, 2' i" br^). Dieses Bild soll, wahr-scheinlich von stümperhafter Ritoccirung, sehrgelitten haben. Neben demselben hängt eineCopie von Joseph Heinz,vielleicht im Schat-ten noch anzuzeigen, welches Licht hier erlo-schen ist ("-)

Auch die Galerie Lichrenstein zu Wien kannsich zweyer Bilder von Allegri rühmen; daseine: Halbfigur eines Kreuz tragenden Christus(2^ 2hoch, >' 9-z" br.); dann einer Ma-donna mit dem Kind im Arm (io hoch,8" br.).

München hat sieben, meist ganz kleine Ar-beiten von dem Unsrigen: Noah's Opfer; Fluchtnach Egypten; St. Elisabeth theilt Almosen aus;Brustbild eines St. Petrus; bann: Faun derdie Flöte bläs't; vollendetes Studium einesFaunkopfs auf Papier, und eben so Amor, derein geschriebenes Blatt zu überlesen scheint;dies das größte (2^ hoch, 2" 6"^ br.) ("^).

Zu Düsseldorf stand einst, und jetzt wahr-scheinlich ebenfalls zu München , ein 2" 8"höh., 2^ 2" br. Ecce Homo, welches, wie derehrliche Barst meint,an Expression Allesübertrifft, gemalt von dem raren Maler Lor-reggio ("H".

Und nun das glückliche Dresden , neben ei-nem seiner frühesten Werke (der Madonna vonCarpi), und dann der ebenfalls oben weitläufigbeschriebenen weltberühmten Nacht, vörderst dasfast eben so berühmte Bild des sogenanntenSt. Georgs (Madonna auf dem Thron mitdem Kinde, von St. Georg, St. Geminian,St. Johann Baptist und St. Peter Martyrumgeben, auch, im Gegensatze der Nacht,Correggio's Tag genannt, weil hier das Lichtsich über das Ganze verbreitet, da es in jenemhingegen von Einem Brennpunkte (dem göttli-chen Kind) ausgeht. Dieses Bild, gleich derNacht, auf Holz gemalt, ist noch ^ höher alsletztre, und von gleicher Breite. Maria ist aufeinem von zwey Knaben gehaltenen, thronar-tigen Piedestal sitzend dargestellt; zu beyden

Seiten die vier genannten Heiligen: St. Ge-minian weiset dem Kinde, dasselbe fassend in de-müihiger Stellung, das von einem sehr schönenEngel gehaltene Modell der Stadt Modena vor;Petrus aber scheint sich als Fürbitter gegenMutter und Kind hinzuneigen; naher am Vor-grunde wendet der jugendlich schöne Johannessein Gesicht gegen die Zuschauer, und deutetmit der einen Hand auf Christum hin; nochmehr vorwärts ist St. Georg, mit dem An-stand eines Helden und Siegers, halb rückwertsdargestellt, wie er den einen Fuß auf den rie-senmäßigen Kopfe eines Ungeheuers stellt. DasKind scheint das Geschenk mit Wohlgefallenanzunehmen, indem es die Hand darnach aus-streckt. Mengs nennt dieses Bild außerordent-lich ausgeführt, sehr weich, vortrefflich impa-stirt, und durchaus geschmackvoll. Auf demVorgrunde findet sich ein Knabe, der das Schweröldes Heiligen in der Hand trägt ("^); kurz einWerk, welches Torreggio's unermüdetes Be-streben beurkundet, immer weitere Fortschrittein der Kunst zu machen. Doch wird von ihm,so wie von Füßlt, die zerstreute (tutm iuw-rotta) Composition gerugek; dafür aber dieschöne Bewegung der Figuren, die Zeichnungvon grandiosem Charakter, das Studirte derGewänder u. s. f. u. f. hoch gepriesen. Manerkenne, daß der Künstler hier alle Theile ausder Natur genommen, und in kleine Modellegebracht, wonach er dann die verschiedenenPartheien copirte ("6). Der Reiz und die An-muth, mit welchen das Kind ausgedacht, ge-zeichnet und gemalt ist, lassen sich nicht be-schreiben. Die Figur des Johannes zeuge vonAllegri's ungememer Kenntniß des schönenNackenden ("?). Das vierte Bild von demUnsrigen in Dresden ist wieder die H. Jungfraumit dem Kinde, zwischen Wolken, von der Sonnebestralt, und mit einer Glorie von Engeln um-geben; unten die HH. Sebastian, Geminianund Rochus, und das Ganze von dem erstemderselben Sr. Sebastian genannt. Auch die-ses Bild hat kss 6" in die Höhe, und 8^ 7 fr"in die Breite, und ist, gleich allen drey vorer-

(l>>) Mengs und Füßlt nennen diese beyden nur mit halbem Leib hervorguckenden Figürchen:ZweyKnaben", und Meng« vollendsfast als ringend, wovon der eine lacht, und der andere weint,gleichsam um die glückliche und die unglückliche Liebe darzustellen". Der Catalog von -796 hin-gegen steht wieder einen kleinen Amor,der mit lächelnder Begierde ein Mädä>cn so gewaltigumarmt, daß sie vor Schmerzen schreyt"! Der Ausdruck an beyden sey ungemein natürlich;aber nichts übertreffe die listige Grazie der Hauptfigur. Indessen hak Füßlt (l. zz) namentlichan der letzter« Mancherley auszusetzen.

l->2) Betracht. S. -Z-. Gestochen ist das Hauptbild, in ältern Tagen von F. von Stern, nach vanHoy's Zeichnung, und in neuern, nach derjenigen von M. Benedetti, in punklirter Manier vonF. Bartolozzi sehr fleißig ausgeführt, und Joseph H. zugeeignet (der wohl keine große Freudedaran haben mochte). Noch nennt Heinecke zwey andere, beyde in Farben; daS eine von I. C.le Blond zu London , daS andre von E. Dagoty zu Paris .

(,,z) Urtheile über diese Bilder haben wir nirgends gefunden. Das letztgenannte stand früher zuSchleisheim.

Li>4) Ob namentlich dieses Ecee Homo im Großen gestochen worden, ist uns unbekannt. Wohl sicherim Kleinen, in dem Düsseldorfer-Galeriewerk von von Mecheln .

("L) Füßli I. c. 7677.

(116)Wie man" (heißt eS)besonders an den Knaben bemerken kann, die mit Helme des H. Georgsspielen; denn da dieser Helm Schalten auf jene wirft, so haben sie alle daS Zufällige des LichtS(tun, guegli scoiäenri äi lume) das bloß nach Modellen beobachtet werden kann, weil lebendeKnaben nicht so lange stillstehen können, daß man daran alles dieö bemerken könnte".

(>17) Gestochen wurde dieses Bild, als es noch zu Mohena stand, von I. M. Mitelli; dann für dasDresdner -Galeriewerk von N. Beauvais; wobey Füßlt bemerkt:Daß, da die vorzüglichstenSchönheiten dieses Gemäldes hauptsächlich in der geist- und anmuthvollen Behandlung des PinselS,in der glücklichen Wahl und Jmpastirung der Farben, in einer mannigfaltigen und oft kaummerkbaren, aber desto sanfter zur Harmonie führenden Brechung der Lichter und Mannigfaltigkeitder Töne bestehen, so hat auch der sonst gewöhnliche Effekt, den die Gradationen des Helldunkelsbey andern minder beleuchteten Compofitionen des ckorreggio verursachen, in diesem hingegenweniger merkbar durch den Kupferstecher erzielt werden können".