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Amigoni.
Conversativnsstücke im Geschmacke der Flam-»ränder, aber freylich nicht mit der Vollendungdieser letzter», da nämlich die seinigen zwar geist-reich toccirt, aber unbestimmt m den Contourenwaren, und er Farbe auf Farbe häufte, umvon Weitem Effekt zu machen", (was uns ziem-lich im Widersprüche mit dem anfangs geur-theilten zu seyn scheint). »Große Arbeiten vonihm seyen selten. Dey Farinelli in Bologna sah Lan?i eine beträchtliche Anzahl Bildnissedieses berühmten Tonkünstlers, worin derselbemit ausnehmender Wahrheit, und prächtig drap-pirt, mannigfaltig abwechselnd so vorgestelltwar, wie er an den verschiedenen europäische»Höfen aufgenommen, beklatscht, und von Kö-nigen und Fürsten belohnt wurde. Daß er nichtnur selbst zu seinem Vergnügen Einiges geätzt,sondern auch den bekannten Joseph Wagner indieser Kunst unterrichtet habe, bemerken schon,theils das Lex., theils unsere Zusätze. Donihm besitzen in Deutschland : Vörderst die Ga-lerie zu München (wo er sich, ehe er nachLondon ging, eine geraume Zeit aufenthiclt ('))drey kleine Entwürfe zu Deckenstäcken (darunterwohl die zwey, welche er nachwerlS zu Schleis -heim ausführte). Dann eben zu Schleisheim,als Plafond im großen Saale: Den Zweykampfdes Turnus mit dem Aeneas , und im Viktorien-saale das schon in unsern Zusätzen bemerkteDeckenstück- In eben diesem Saal über demKamine: Die i- I. iö88 von dem KurfürstMax. Emanuel dem türkischen Botschafter außerdem Lager bey Belgrad ertheilte Audienz, aufLeinwand (8' 10" br.» 7" hoch). In derdortigen Galerie fünf, theils ausgeführte, theilsbloß skizzirte kleine Bilder, religiösen Inhalts,wie: Johannes predigt in der Wüste, Anbetungder Weisen, das auf einem Kreuz schlafende Je-suskind, u. s. f. Unter den Familiengemaldenzu Schleisheim das Bildniß einer Tochter desChurfürsten Max. Emanuels (als Nonne Ema-nuela Theresia). Zu Lustheim endlich: Venusund Adonis, welchen Amor der schlafenden Göt-tin zuführt (-j/ 5 " hoch, 5 ' 3 " br.). — Galz-dahlum besaß einst von ihm: Jupiter und Se-mele; ihr Bett, von zwey Liebesgöttern gehal-ten, wird vom Blitz entzündet; Mars, Venusentblößt auf dem Bette, und Vulkan, bey dessenAnkunft der ersterere hinter den Vorhang ent-weicht; und Luna und den schlafenden Endy-mion, den sie bey'm Kinn faßt, drey Pendantsvon 3 ' 6" Breite, und 2^ 6" Höhe S. —H. Hofgerichts-Advokat Schmidt zu Kiel end-lich t8og: Abraham im Begriffe den Jsaak zuopfern; dieses (heißt es) eine treffliche — akade-mische Figur; Ahasverus und Esther, und: Sa-lomo opfert den Götzen (meisterhafte Bilder ge-nannt) die von Wagner gestochen seyen. Diereichste Literatur der nach diesem fruchtbarenKünstler gefertigten Blätter findet sich ohneZweifel in dem Dickionnair von Heinecke, rubri-zirt, wie folgt: Bildnisse; 17 Bl. Geschicht-liches aus dem alten Testamente; /ch aus demneuen Testamente, nebst der Heiligen - und Le-
Amigoni.
genden-Geschichte; 8 Bl. Mythologisches; Pro-fangeschichtliches — Nichts; über 5 o Bl. Allego-risches, Gattungsstücke, u. a. Mannigfaltiges.Die Künstler, welche nach ihm gearbeitet haben,sind, außer seinem erwähnten Schüler, von dem,oder unter dessen Aufsicht gestochen, sich über 5 oBl. befinden: B- Baron, F. Bartolozzi (in derJugend), I. BeauvaiS, F. Drunet, I. Cattini,Dickinson, Ph. Endlich, Flipart, Gutwein,A. von Hachen, I. I. Haid, Heiß, I. Medici,ein An. bey Odteuvre, Peyroieri, G-Vertue,I. Volpato, und I. A Zimmermann; darunterauch in England, nach ihm Geschabtes. Vonihm selbst geatztes, kennt man z. B. einen Sal-vakor Mundi (kl. Oktav-Blatt); zwöss kleine,sehr zart gearbeitete seltene Duodezblättchen,welche die Geschichte der H. Jungfrau darstel-len; die vier Elemente; Zephyr und Flora ineiner schönen Landschaft (Querfol.). Von dennach ihm gefertigten Blattern wird übrigenseinzig: Euphrosine (Muse der Tonkunst) vonBartalozzi in rother Punktirmanier gefertigt,bey Wmkler als schön, und bey Brandes(versteht sich) als „sehr" schön ausgezeichnet.Von denjenigen aus der geistlichen Geschichtehaben wir eine Menge vor uns, meist aus demWagnerischen Venetianer - Kram, welche, alsStich von verschiedenem Werth, aber für Zeich-nung und Ausdruck nicht deutungsloser seynkönnten (D. Wie es an den Mistigen kommenkonnte, Peter den Großen, und die CzaarinnenAnna und Elisabeth zu malen, ist uns bisdahinunbekannt.
Von Ami'goni's Aufenthalt in England heißtes bey Fl'oriUo V- H77: »Derselbe fand, beyaller seiner oberflächlichen Zeichnung und schwa-chen Erfindung, großen Beyfall und schmücktemit seinem Pinsel einige der ersten Palläste. Daman aber noch immer von einem Künstler, derum den Benfall des Publikums buhlte, Fertig-keit in der Portraitmalerey verlangte, so mußteer sich auch bequemen, Bildnisse zu verfertigen.Er malte daher diejenigen des Herzogs vonLothringen , in der Folge römischen Kaisers, derdamals durch London reiste, dann der Königinund ihrer drey ältesten Töchter. Nachdem eracht Jahre in England gearbeitet hatte, ginger 1706 mit dem Sänger Farinelli nach Paris ,kehrte aber im folgenden Oktober nach London zurück, wo er den Plan machte, in Gesellschaftdes Kupferstechers Wagner eine Reihe Blatter nach Canaletti's Ansichten von Venedig heraus-zugeben". Dann kam er 17^7 nach Madrid .Seine Arbeiten in Spanien sind folgende: EinDeckenstück in einem Saale des Pallasts zuAranrjuez; eine heilige Familie im Oratorio del Sal-vador zu Madrid ; vier große Vorstellungen dervier Jahrszeiten und eine Scene aus dem Lasso,im Theater Tuen Retiro; und ein Kopf desHeilands oder ein Schweißtuch im Pallast SänJldefonso 1 . 0. IV. 387 ( 4 ). — Sein eigenhändiggemaltes Bildniß befand sich 1780 in der Fir-mianschen Sammlung zu Leopoldskron bey Salz-burg .
(>) Lr'poweky I- 225 bemerkt, daß er 1720 zum Chur - Bayrischen — Kammerdiener, jedoch in dieserEigenschaft — zur Fülle der Ehre! einsweilen ohne Gehalt sey angenommen worden.
(2) Von Männlich charakterifkrt diesen Künstler, wie folgt: „Er malte auf eine angenehme, leichteArt, und gefüllt, ohne darum den Kenner zu befriedigen. Sein Kolorit ist verzärtelt, so wieseine Komposition und sein Ausdruck. Er besaß eine große Fertigkeit und ist mehr Maler alöKünstler."
(z) Was freylich bey Ztsriklo „angenehme Unbestimmtheit" heißt.
(4) Von den oben erwähnten vier Gemälden in der königlichen Loge im Pallaste zu Buen»Retiro(welche die vier Jahrszeiten darstellen) sagt Rehfues (Tüb. Morsend!- >8°« S. -247. „Daßsolche nur zu laut an den albernen Schäfergeschmack erinnern, in dem sich die verdorbensten Höfeund Nationen eine Zeitlang gefallen konnten."