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A n d r 6.
Andrea.
kannt ist, als daß derselbe die Schrift zu demin 1772 erschienenen, von Rizzi-Zannoni ge-zeichneten Plane der Stadt Warschau gelieferthabe.
Andre (Madame). Von einer solchen, fürden Pariserverlag des Kunsthändlers Papavoine,in englischer punktirter Manier ziemlich gut ge-stochen und kolorirt, kennt einer unsrer Freundeein Blatt: Das Findelkind, nach der Zeichnungvon Lav. Gräfin von Spencer, in Med. Quart;vermuthlich Kopie eines in England erschiene-nen Blattes von Gillray . Die Unsrige lebte zuParis in der letzten Hälfte des xvm. Jahrh.
— — ( ). Ein solcher erscheint unter
den ^rcditeotes Lxpcrts-LourAeols im Alma-nach Royal von 1779.
— — ( ). Ein solcher (wohl ein jün-
gerer als der eben genannte) wird in Landon'sSalon 1808 Cr. H. i22.) kurzweg unter den da-mals zu Paris lebenden Baumeistern genannt.
Andrea (Meo di, oder Meo di M>), einBildhauer von Orvieto , der dort l 5 ^o nebstLodovico di M. Angelo die Architrave desDoms (gegen dem Bischöflichen Pallaste zu),die Statue von St. Moritz , u. s. f. gefertigthatte. — Bey diesem Dombaue erscheint auchein Architekt Meo Orvietano, welcher, nach-dem er eines Lodschlags wegen aus Orvieto verwiesen, im Jahr iZZo wieder dahin berufen,und über den ganzen Bau gesetzt ward. Die-sem stand er io Jahre vor und bezog dabeyeinen täglichen Gehalt von 10 Soldi. Nochwird unter den Künstlern, welche in i 353 anerwähntem Baue arbeiteten, ein Meo Andre-uzzi genannt. (Die abgedachten drey Künstlerwerden doch wohl drey verschiedene Personenseyn?) O/'vrs-o. log.
276. 282. 38 o. 382.
— — (Nicola d'), ein Mosaiker ausRom,
der im Dome zu Orvieto um > 53 o und nochi 36 o beschäftigt war. D. «K O.
iog und 384 >
sil.^I Andrea (Niklaus), ein nur Barrschbekannter deutscher Stecher aus der zweytenHälfte des XVI. Jahrhunderts, dessen Mo-nogramm in einem zusammenhängenden di. u.und einem V. darüber besteht. Von ihm werdenin dem: kelnlre Lraveur IX. 5l2—lb. vierBlätter angeführt: Rebecca, die dem Elieserzu trinken giebt, ohne des Künstlers Namen,nur mit dem Monogramm und Jahrszahl l 585bezeichnet; Fortuna , auf der Kugel, sonderbaroben mit den beyden Monogrammen von Mi-chael Lorch und dem Unsrigen, und unten mit:l^elollior Inventar, kdilippus
tec. (also wohl von dem Unsrigen gezeichnet)signirt, ohne Jahrzahl ('); dann zwey Bildnisse:Joachims von Sinzendorf , Raths K. Ru-dolph II., Gesandten bey der Pforte (Kleol.
k. OonstLntinopoll i 58 v; und GeorgHas, Hoftischler, mit dem Motto: Oxlkexingenlosus, rsro peounlosu» l 58 l und desUnsrigen Monogramm, ohne dessen Namen.Das, wohl von keinem andern als von ihm,bey Heinecke s. v. Mcolo di Andrea ge-nannte, und schon in unsern Zusätzen ange-führte Bildniß des Französischen Ministers beyder Pforte, trägt das Datum: Lonztsntiilo-poll 1678. Brullior indessen hält es für diebloße Copie nach einem ähnlichen des Unsrigen,
welche Copie ein ganz anderes Monogrammals die übrigen unstreitigen von Mc. Andreatrage.
Andrea (Zoan, d. i. Johann). Das Mo-nogramm 2. dieses uns bisher ganz unbe-kannten Stechers ist zuerst von Zani, in dessen:lVIaterlall p. HO. Note 20 erklärt worden. Vonseinen Lebensumständen weiß man nichts. SeineBlätter zeugen von einer Nachahmung deöMantegna, und einige derselben scheinen sogarnach dessen Zeichnung gefertigt zu seyn. Andresind eigentliche Copieen der Blätter des erstern,so wie etliche andre es von A. Dürers Blätternsind, wie z. B. der Entführung der Amymonedurch Triton, wovon das Original mit ifilkdatirt ist, woraus erhellet, daß die Arbeitendes Unsrigen weniger in's XV. als in den An-fang des XVI. Jahrhunderts zu reihen sind.Die Literatur derselben findet sich bey BarrschXIII. 2g5 — 3 iv. Es sind von geistlichen Ge-genständen :
Judith , die mit der einen Hand das Schwerthält, und mit der andern den Kopf des Hoch-feines in einen Sack steckt, den ihr ein altesWeib vorhält. — Christus vor Pilatus. —Die Grablegung (Copie nach Manregna enContrepartie). — Der Mann der Schmerzen(Dornenkrönung ) zum Theil ebenfalls Copie nachM- Auf schwarzem Grund, durch welchen manjedoch ein Paar Engel erblickt, die den Heilandunterstützen. — Zwey Kinder, welche ein Kreutzhalten. — Madonna die dem Kinde die Brustreicht (Halbfigur). — St. Genoveva in einerHöhle, die einem Kinde die Brust reicht. ImHintergrund ein alter Heiliger, der, zur Buße—auf allen Vieren geht. Copie nach Dürer .
Dann, von weltlichen Gegenständen:
Herkul und Dejanira . — Die Entführungder Amymone, einer der 5 o Töchter des Da-naus, durch Triton. Copie nach Dürer . —Amor auf dem Bock, am Bart von einem weib-lichen Satyr geführt. Ein Satyr spielt aufzwey Flageoleten, und hält den Bock beymSchwanz. Auf dem Bogen liegt ein Geschirr,aus welchem eine Schlange hervorkriecht. —Zwey Amorine, der eine mit einer Fackel undeinem Weingefäß, der andre mit einer Schüsselvoll Früchte und ebenfalls einer Fackel. —Drey Amorine auf der Vogeljagd. — SiebenAmorine, mit zwey Widdern . — Ein Brunn,mit einem sitzenden Neptun verziert. — Nichtüble Allegorie: Die Unwissenheit, dick und blind,auf einer mit zwey Sphynxen verzierten Welt-kugel, als ihrem Thron, die Königskroneauf dem Haupte. Hinter ihr Neid und Ver,blendung. Ein voller und ein schon larer Geld-sack, vor einem offenen Schlunde scheint ausVerschwendung zu deuten. Nahe beym Thronwerden Lorbeerzweige vom Feuer verzehrt, mitder Unterschrift: VInus oombusta. Zur Linkeneine blinde Frau, und ein Mann, den Kopsganz von einem Tuche verdeckt, der sich durchseinen Hund leiten läßt; sie stehen am Randeines Abgrunds, von dem Flötenton eines Man-nes mit Eselsohren, Raubvögelklauen und Fle-dermausflügeln , und von der falschen Leitungeines zweyten, ebenfalls mit Eselsohren, ver-führt. Wahrscheinlich, so wie auch das ff.Blatt, nach der Zeichnung des Manregna. —Letzteres, wieder allegorisch, scheint den unternTheil des obigen auszumachen: Der knieendeMerkur zur Rechten zieht einen der Blinden,die sich während des Reichs der Unwissenheit in
(>) Mit dem scbbnen Motto: 8ir vsga ei io-rskilir, yuill lum7 Vu rueolir SMUS5,' et rLriooir ejsillluo arbitrio.