Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
136
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IZd Angelico

detailliere Beschreibung seiner Fresco'sarbeikenin der Sc. Lorenzen - Kapelle im Vatikan , s.man in der Zeitschrift: Italien und Deutsch-land von Moritz und Hirt, St. I. S.89—96 und St. II. S. i—iZ. Dann hat unsüber den Unsrigen einer unsrer Freunde nochFolgendes mitgetheilt: »In der 8toria 6«Duomo tli Orvieto p. -27 et 5699. 211, 3 c>ö,307, findet sich verschiedenes über ihn und seineArbeiten zu Orvieto . In 1-447 beschlossen näm-lich die Orvietaner die Kapelle der Madonnadi S. Brizio lm Dome, von einem guten Künst-ler malen zu lassen; und da im Juni besagtenJahres Fra Angelico Rom , wo er eben vondem Pabste im Vatikane beschäftigt war, derSommerhitze halber verlassen und auf einige Tagenach Orvieto gekommen war, so wurde maneinig, diesem das Werk zu übergeben, und ihm einejährliche Besoldung von 200 Goldgulden aus-zusetzen, dabey aber Kost, Farben, Gerüste :c.besonders zu vergüten. Sein Schüler Benozzosollte 7 Fiorini, und noch zwey andre seinerZöglinge 5 Fiorini die Woche erhalten. Am14. Juni nahm Angelico diesen Antrag an,und man übergab ihm sofort das Gewölbe derKapelle, unter der Bedingung, daß er solcheswohl und fleißig ausmalen, und all' sein Stu-dium daran setzen sollte, damit die Figurenschön und herrlich würden; daß er den folgen-den Tag schon mit seiner Arbeit beginne undalle Sommer der folgenden Jahre zu Vollendungderselben getreulich verwende. In dem hierü-ber aufgesetzten Dokumente wird unser Angelicogenannt: /ra Giovanni di pierro aus demOrden der Predicatoren von der Regel des H.Domini'k; seine Gehülfen aber Benozzo Lostvon Florenz (dieser ist im Lep. und Suppl., nachvasari, unter dem irrigen Namen Gozzoli ein-getragen), Johann Antonio von Florenz, undJakob de polt. Fra Angelico begann auchsogleich seine Arbeit, die er bis zum 28. Sept.»447 fortsetzte, wo man ihm und seinen Schü-lern Zoo Goldgülden reichte, worauf er »mitGott" nach Rom zurückkehrte, — niemals aberzum größten Leidwesen der Orvietaner wiederkam, um sein Werk zu beenden. Die Male-rey des Angelico in der Kapelle ist vor so vielandern dortigen leicht zu erkennen. Von ihmfind: Vörderst das jüngste Gericht (il OristoAiuäice) welches Michel Angelo wohl sichergesehen halte, bevor er die Sixtinische Kapelle malte, und dann das Chor der Propheten,welches über der Hölle des trefflichen Luca Sig-norelli steht; denn diesem vertraute man dieBeendigung der Kapelle an, nachdem man vie-len andern berühmten Malern solches verwei-gert hatte. Auch die Malerey des Benozzo laßtsich unterscheiden; sie befindet sich auf derselbenSeite wo Angelico's, nur näher nach der bi-schöflichen Residenz zu. vasari irrt daher, wenner sagt : Angelico wäre von Pabst Nikolaus V.des Rufes wegen, den er sich zu Florenz undzu Orvieto erworben, nach Rom gefedert wor-den; vielmehr war es erst der Ruf von seinenArbeiten im Vatikan , welcher ihm die Anstel-lung zu Orvieto verschaffte; und da NikolausV. erst >447 zum Pabst erwählt wurde, so istes überhaupt zweifelhaft, ob auch dieser oderob nicht vielmehr sein Vorgänger Eugen IV. den Angelico komme» ließ. Ferner erwähntvasari der Malereien des letztem in Orvieto zu oberflächlich, wenn er nur von „gewissenPropheten" spricht; und verstößt endlich gegendie Zeitrechnung, wenn er den lGentilis da Aa-briano für einen Schüler des Unsrigen halt;glaublicher ist es, da wirklich beyder KünstlerStyl sich ähnelt, daß Angelico Schüler desGentilis war. Mehrere seiner Frescomalereyen

Angelis.

werden, wie schon erwähnt, in der Laurenz-Kapelle des vatikanischen Pallastes zu Rom ge-troffen; 5 derselben sind aus der Geschichte desH. Laurentius, 6 aus der des H. Stephans;8 Kirchenlehrer sieht man auf den Oberpfeilernund 4 Evangelisten an der Decke. Sie waren,wie so manche andre Trefflichkeiten der Vorzeit,nach und nach in Vergessenheit gerathen; undes waren eben Hirr und Moritz, welche vordreyßig Jahren die Aufmerksamkeit des Publi-kums zuerst wieder auf dieselben zogen, sie näherbeschrieben, und solchen den Umriß eines derGemälde aus der Geschichte des Stephans, vonA. Mochetti beyfügen ließen."

sll .^1 Angelini (Joseph), der Bildhauerunsrer Zusätze. Derselbe erscheint noch in demschwedischen Staatskalender 1797 unter denausländischen Ehrenmitgliedern der Stockholmer-Kunstakademie, mit dem Titel: Bildhauer beyder St- Peterskirche und dem Kapital zu Rom .

— — — — Eben so nennt Lanzi (LU.terr.) II. 2ZZ ohne Weiteres einen uns sonstganz unbekannten Maler aus der zweyten Hälftedes Xvil. Jahrhunderts, gebürtig von Ascvli,und Schüler von L. Trasi.

sl.^I — — (Scipio). Guarienti tauftihn irrig Angelt. Nach pascoli waren seineBlumen wie mit frischem Thau besprengt.

(Lrl. terr.) II. 271.

sn.^ Angelion, steht im Suppl. hinterden Art. Angelis, statt vor denselben-

Angelis (Desiderius da), war 1797 beyder Zeichenakademie zu Neapel als Lehrer derAnfangsgründe angestellt. « iVo-

erÄarro Oor-e per 1'^nno 1797. Xapoli.

sl. II-H — — (Johann da). P. Tanjehat nach ihm auch das Bildniß des DichtersJust. van Essen gestochen.

sl. Il.^j — — (Johann Baptist). Hierun-ter ist der Joh. Bapr. d'Angeli s. v. Torbidoim Lep. und Suppl. zu verstehen.

sl. 11.^ — — S. auch Angeli und Ag-nolo im Lep., im Suppl- und oben und untenhier.

— — (Peter), ein Niederländer, geb. zuDünkirchen 1680, der sich bereits in Flandern und Deutschland bekannt gemacht hatte, als erim Jahr 1712 nach England kam, und dasPublikum durch seine Landschaften, mit kleinenFiguren ausstassirt, bezauberte. Im Jahr 1728reiste er nach Italien , wo er drey Jahre hin-durch blieb, und in Rom außerordentlich be-wundert wurde. Hier hätte er viel verdienenkönnen; allein er lebte sehr eingezogen, wußtesich nicht geltend zu machen, und konnte nurmit Mühe bewogen werden, seine Werke zumVorschein zu bringen. Indessen mußte er dochauf seinen Unterhalt denken, und entschloß sichdaher, nach England zurückzukehren, blieb aberin der reichen Stadt Rennes in Bretagne , woman ihn mit Bestellungen überhäufte, und woer auch, kaum 4 g Jahre alt, i7Z4.starb. SeineLandschaften und Conversationsstücke sind zartund fleißig gemalt, und erinnern an die beßtenWerke von Teniers und Watteau . Die Vor-gründe schmückte er mit Figuren, Früchten,Fischen rc. Sein Pinsel ist gewandt und saftig,sein Kolorit aber etwas kraftlos. Seine späternVersuche, im Geschmacke von Rubens und vanDyck zu arbeiten, scheinen ihm mißlungen zuseyn. Fiorillo V. 5Z2— 33 .