Band 
Zweyter Theil [5].
Seite
163
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Arlaud.

A r i ch a l l.

zwanzigsten Jahre zu den ersten Meistern inMadrid zahlte. Der Herzog von Olivarez gabihm daher den ebenfalls schon im Lex. bemerktenAuftrag, eine Sammlung von Bildnissen derspanischen Monarchen zu verfertigen, womitman den Saal im alten Pallast, der gemeinig-lich de las Comedias genannt wird, ausschmückte.Unerklärbar ist es aber, daß ein Künstler, wieArias, der zugleich ausgebreitete gelehrte Kennt-nisse besaß, und viele Freunde am Hofe hatte,sein Leben in der größten Armuth in einemHospital zu Madrid endigen mußte. Was denStyl seiner Werke betrifft, so gefallen sie durchein schönes Kolorit, ein kräftiges Helldunkel,und dieLeichtigkeit, womit sie ausgeführt sind(').

Ar schall (Francis), geb. in Portsmouth 1772 lernte anfangs die Kunst zu seinem Ver-gnügen, ging aber, um sich mehr zu vervoll-kommnen, nach London , und genoß daselbst denUnterricht einiger geschickter Männer. In 1786kam er nach Hamburg , malte Bildnisse in Pa-stell und Miniatur, nnd zeichnete mit Silber-stift. Dort lebte er wahrscheinlich noch 1794.Hamburg . Rünstlernachr. 3 .

Ariense (Alessio), s. oben Aleßio.

Ar > entr f ). » Die Karrikaturgattung "(heißt es im Tüb. Runstbl. 1828 S. 7) »warin Italien erst im Entstehen, und H. Arien«',ein junger Künstler, glaubte sich darin versuchenzu können, indem er mehrere Hefte von radie-ren und kolorirten Blättern herausgab; aber erhat abgebrochen, um sich einer ernstem Gattungzu widmen. In der That" (heißt es dann wei-ter) »gehört ein sehr feiner Takt dazu, um dieLächerlichkeiten und die Laster aufzufassen, wiees Hogarth gethan, und, neben einem sehr auf-geweckten Geiste, viel Leichtigkeit der Zeichnung,um den Scherz aufs Papier zu heften." Die er-wähnte, aus 24 Bl. bestehnde Sammlung kostet17 Frkn. 28 Cent. S. auch gleich unten Ärinri.

Ariette ( ). So hieß um 1810 ein

vorzüglicher französischer Künstler zu Rom .Oeffenrl. Aachr.

fl. 11 .^ Arigoni, s. Arrigoni im Lex.im Suppl. und unten.

Arimtni ( ). Ein solcher stach mittel-

mäßige Pferdestäcke zu: Regale Lavslll,ckescr. ckal Loute I?. Lousi. Zr. 4°. Rimini 761.

Arinti ( ). Von einem solchen Künstler

zu Mayland kennt man, in den neuesten Tagenzwey Blätter: Die Bestalln, lebendig ins Grabsteigend, und die Obsequien des DalletmeisterSVigano. »Allein" (heißt es im T üb. Runstbl.182Z S. 18) »der Künstler hat geglaubt, daßder Enthusiasmus, den die letzte Scene desBallets , die vestalin, hervorgebracht, und dasBedauern über den Verlust des Compostteurs,diesen beyden Blättern ihr Glück sichern wür-den. Aber es gehört zu einer Zeichnung Erfin-dung, Grazie, Korrektheit; und das Publikumhat nichts davon in diesen zwey Blättern zufinden geglaubt. Pr. der Vestalin 8 Frkn. undder Obsequien 10 Frkn. S- auch oben Arientt.Vielleicht dürften beyde Eine Person seyn.

Arjona ( ). Spanischer Maler, Schü-

ler von Sebastian Martine; (st. 1667), dessenArbeiten in den Kirchen zu Jaen , Baeza undUbeda von ponz beschrieben sind. Sie haben

ivz

ein gefälliges Kolorit, aber eine mangelhafteZeichnung. Liorillo IV. 358 .

Arip 0, s. oben Adalpert.

Ariram, ein Mönch zu St. Emeran imX. Jahrh., der als einer der größten Künstlerseines Zeitalters gepriesen, und bisweilen mitdem oben angeführten Adalperr zugleich ge-nannt wird.

sl. III Aristokles, ein griechischer Dildh.,gebürtig von Kydonia. Das Tüb. Runstbl.1820 S. 162 nennt ihn einen merkwürdigen Künst-ler. Zu Elis sah' Oausanias eine Gruppe:Herakles, mit einer Amazone zu Pferd um denGürtel kämpfend, und der Inschrift: »Diesenhat Evagoras aus Zankle geschenkt, und Ari-stokles der Kydoniate verfertigt.'' »Derselbe"(heißt es dann weiter) »muß unter die alleräl-testen Künstler gezählt werden, und nämlichfrüher gelebt haben, als Zankle seinen jetzigenNamen Meffene e rhielt (^)." L». v. 6.2b.

Ob er der nämliche sey, den das Lex. und dieZusätze auch einen Maler nennen, scheint unsunentschieden.

sl.^I von Sikyon , Bildhauer, desRanachus Bruder, blühete, nach dem Tüb.Runstbl. 1820 S. 162 schon in der 66 Olym-piade, und war besonders durch seine Schülerberühmt.

sl. III Arlaud (Benedikt), welcher imLex. unter dem Art. seines Bruders, JakobAntons, erscheint. Auch G. de Broen, C.Duchange, und P. van Gunst haben nach ihm(letztrer das Bildniß des Ezech. Spanheim) gesto-chen.

(Jakob Anton), studierte anfänglichTheologie, fah' sich aber durch Armuth genöthigt,die Malerey zu erlernen. Derselbe wird als derWiederbelebet der ächten Miniatur ohne Wider-rede anerkannt. Der Herzog Regent, den erim Zeichnen unterrichtete, gab ihm eine Woh-nung im Louvre. Von feiner Leda nach einemBasrelief in weißem Marmor von M. Angelo,welche H. de Cromelin in Paris zuständig war,erzählt Fiorillo V. 656566 ausführlich, wasfolgt: »Arlaud hatte die Kopie nur auf weißemPapier gemalt, die Abstufungen von Licht undSchatten aber so täuschend nachgeahmt, daßjeder ein Basrelief zu sehen glaubte, und vielenur durch die Berührung vom Gegentheil über-zeugt werden konnten. Dies Bild wurde mitder lebhaftesten Bewunderung in Paris aufge-nommen, und von dem Herzoge de la Force für12,000 Livres gekauft, der es jedoch, weil erin den Missisip^pi-Spekulationen viel verlorenhatte, dem Künstler zurückgab und ihn mit400 Livres, für die Zeit die er gewartet hatte,entschädigte. Im Jahr 1721 gieng Arlaud,mit Empfehlungsschreiben an den Prinzen vonWales ausgerüstet, nach London , und brachtesein Kunstwerk mit, das er einem Engländerfür eine große Summe, nach Einigen für 600Pf. St., überließ, der es jedoch zur Bedingungmachte, daß er keine weitere Kopie verfertigensollte. Allein Arlaud hielt kein Wort, sondernmachte eine Kopie, die er jedoch nicht verkaufte,sondern für sich, behielt. Um aber seine Ver-bindlichkeit zu erfüllen, und vielleicht aus Furcht,daß seine Erben nach seinem Tode die Kopieverkaufen könnten und er als Lügner erscheinen

(>) S. Palomino» der die meisten Werke des Arias» den er persönlich kannte, beschrieben hat.(2) Zankle nahm diesen Namen an in der zo. Olympiade.