Brennbare Stoffe
in ihrer Anwendung auf Gasbereitung.
Untersuchung ihres Gehaltes an Wasserstoff, Kohlen-stoff und Sauerstoff.
2öenn es sich bei Gewinnung des Leuchtgases um die Zersetzung vonOelen, Fetten und Harzen handelt, so kann man die Resultate, welcheman erhalten wird, mit einiger Gewißheit oder zum wenigsten mit gro-ßer Wahrscheinlichkeit voraussehen; denn wenn es uns auch vollkommeneinleuchtet, daß gewisse Oele, Fette und Harze in ihrer Zusammen-setzung günstigere Elemente zu einer hinreichenden Kohlenwasserstoff-Erzeugung haben müssen, als andere Substanzen von derselben Be-schaffenheit, so kann die Verschiedenheit doch nicht sehr merklich sein.
Mit den Steinkohlen, welche eine große Unsicherheit in ihrer An-wendung darbieten, ist es leider nicht so. Man weiß zwar sehr wohl,daß im Allgemeinen eine flammende Steinkohle, die keine sonderlichkräftige Coaks giebt, bei gleichem Gewichte nicht allein mehr Gas lie-fert als magere Kohle aus kalkhaltigen Gebirgen und anthracitartigeKohlen, sondern sogar vielmehr als die fetten festen Kohlen, welchebeim Brennen zusammenbacken und dichte Coaks von besserer Eigen-schaft abgeben. Auf dieser allgemeinen Thatsache beruht aber auch alleVorausbestimmung, so lange nämlich durch vorläufige Versuche in Be-treff der Kohlen, um deren Anwendung es sich handelt, nicht mehr Ge-wißheit erlangt worden ist.
Die Oannsl-coul der Engländer und im Allgemeinen ihre Koh-len aus dem Norden und aus Schottland , welche sie mit dem gewöhn-lichen Beinamen Open bnrninF-eoale bezeichnen, ferner belgische Kohleaus dem Westen von Mons , bekannt unter dem Namen Flenu - Kohle,besonders die aus dem Mittelpuncte dieses Bassins und einige ebenso sel-tene als sehr wenig Ausbeute gebende Arten unserer französischen Kohlenmüssen selbst vor den zu anderem Gebrauch sich vorzüglich eignenden vonSt. Etienne und Rive-de-Gier sowie von den aus dem Osten von Mons ,von Charleroi , Liege, Creuzot, Blanzy , Epinac, aus der Auvergne unddem südlichen Frankteich entschieden den Vorzug behaupten. Alle festenKohlen, selbst die fettesten, die am ersten zusammenbacken und amleichtesten brennen, mit einem Wort alle die, welche der Engländer8trong burniuA-coui und Oloss durning-coul nennt und welche bei derDestillation immer mehr oder weniger kräftige Coaks von größerer Dich-tigkeit und vorzüglicherer Beschaffenheit als die der leichten Steinkohlenabgeben, müssen, wenn man sich vortheilhaftere Sorten verschaffenkann, zur Gasbereitung nicht genommen werden.
Aber wie viele Unterschiede bleiben unter den wahlfähigen Stein-kohlen noch zu treffen übrig! Mit Erstaunen bemerkt man oft, daß