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Die Beleuchtung mit Gas aus Stein- und Braunkohlen, Torf, Oel, Fett, mineralischen und vegetabilischen Harzen ... : mit vorgängigen Untersuchungen über den Gehalt dieser Brennmaterialien an Wasser- und Kohlenstoff, ihr Leuchtvermögen und ihre fabrikökonomische Anwendung, nebst statistischen Angaben über die Gewinnung derselben in Frankreich, England, Belgien ... und einer Beurtheilung der neu vorgeschlagenen Verfahrungsweisen bei der Gasbereitung / von Pelouze dem Vater ...; und mit Analysen und kritischen Bemerkungen von ... Pelouze dem Sohn ...; ins Deutsche übertragen von H. Bruhn
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des mineralischen Theers hatte erbauen lassen, angezündet hatte. DerAutor glaubt aber, sich ein Recht auf die erste Idee erworben zu ha-ben, es als ein nützliches und sparsames Substitut des Oeles undder Talglichtec anwenden zu können."

Aus dem Vorhergehenden geht nun hervor, daß kein triftigerGrund vorhanden ist, durch die 1798 oder 1799 erfundene Thermo-lampe der von Murdoch seit 1792 gemachten Anwendung den Vor-rang abzustreiten, doch muß man Le Bon die Theorie der Phäno-mene und die Generalisation des Urstoffes zuschreiben, wahrend imGegentheil Clayton 1739 in dem Kohlenwasserstoffgas einen Stein-kohlengeist erblickte und Murdoch nur empirische Ansichten hatte.Le Bon wußte als Physiker und Chemiker die Wichtigkeit seiner Er-findung zu erkennen und würde in England, wo rationelle und sichergegründete Ideen immer von Capitalisten unterstützt werden, ohneZweifel ein großartiges und gewinnbringendes Etablissement begrün-det haben; während er in Frankreich , wo es immer so sein wird,nur Spott, Widerwillen und Schmach erlitt.

Ueberdies wenn Le Bon nicht über die empirischen Anwendun-gen Murdoch's zu streiten braucht, bleibt ihm noch übrig, mit Ael-teren zu rechten. Was sind denn die seit so vielen Jahrhundertenan verschiedenen Orten angestellten Beobachtungen über die Verbren-nung anders, als die Anzeige des Vortheiles, den man aus der Ver-brennung des Kohlenwasserstoffgases ziehen kann? Sind nicht all diesePhänomene beschrieben worden, 1) von Bianchini 1706; 2) von La -lande 176S; 3) von Ferber und Dietrich fast zu derselben Zeit; 4)von Volta; 5) vom Grafen Razoumowski 1786?

Alle diese Thatsachen hatten nur wenig die Aufmerksamkeit dergelehrten und industriellen Welt gefesselt, bis 1814 Menard de laGroye, Correspondirender des Institut de France an einige Ortereis 'te, um sie einer genauen Beobachtung zu unterwerfen, von derer im Journal de Physique Rechenschaft abgelegt hat. Wir glaubenes hier nicht am unrechten Platze, die hauptsächlichsten von ihm be-obachteten Thatsachen mit denselben Worten mitzutheilen.

Die natürlichen Feuer, wovon hier die Rede sein soll, sinddurchaus von derselben Natur als die künstlichen, durch Verbrennendes Leuchtgases erhaltenen' Flammen.

1) Das Nahrungsmittel dieser Feuer ist das Wasserstoffgas, nichtaber das geschwefelte, noch das gephosphorte, sondern das gekohlteWasserstoffgas.

2) Die Entwicklung dieses Gases, dessen Quellen und Ursprungunbekannt sind, findet mitten im Boden Statt, wie durch einFiltrum, ohne daß man an der Oberfläche einen Riß, eine Spalteoder überhaupt eine Oeffnung wahrnimmt.

3) Diese Entwicklung geht beständig ruhig, und meistens nichtsehr reichlich vor sich, und es scheint nicht, daß sie großer und noch