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2) Kohlenwasserstoffgase.
Wenn man Kohlen in einer eisernen Netorte einer starken Hitzeaussetzt, so entwickelt sich ein Gas mit der Eigenschaft, mit blauerFlamme zu brennen und ein weit bedeutenderes Gewicht als reinesWasserstoffgas zu haben. Dieses Gas erhielt anfangs den Namenschwere brennbare Luft. Laßt man Wasserdämpfe durch einemit Holzkohlen gefüllte rothglühende Röhre streichen, oder nimmt manstatt Wasser Weingeist, Aether, Kampher, oder destillirt man Oele, Holz,Knochen und überhaupt alle organischen Pflanzen- oder Thierstoffe, soerhält man ein dem oben genannten ganz gleiches Gas. Möge nunder Stoff, aus dem man diese schwere brennbare Luft darstellt, seinwas er wolle, so ist doch das Product seiner Verbrennung an der atmo-sphärischen Luft bei passender Temperaturbeständig Wasser,Kohlensäureund isolirtes Stickstoffgas, woraus man richtig geschlossen hat, daßdiese schwere brennbare Luft aus Wasserstoff und Kohlenstoff besteht.Diese Zusammensetzungen sind der Gegenstand vielfacher und fleißigerUntersuchungen gewesen und dennoch sind die Eigenschaften derselbennoch nicht alle hinreichend bekannt und erklärt; viele Thatsachen blei-ben in Dunkel gehüllt und scheinen sich sogar zu widersprechen.
Wir kennen erstlich, wie wir in einem vorhergehenden Capitel ge-sagt haben, ein Gas, welches sich von selbst, hauptsächlich in warmenJahreszeiten, von der Oberfläche der Moräste und der stehenden Was-ser entwickelt. Dieses Gas, welches man leicht in beträchtlichen Men-gen auffangen kann, ist wie das reine Wasserstoffgas unsichtbar, ela-stisch und brennt mit mehr Glanz als dieses. Sein specifisches Gewichtbeträgt 0,67,774, die atmosphärische Luft gleich 1,000 gerechnet; einCubikzoll wiegt 21 Gran; es ist brennbar, kann detoniren und giSbtals Products der Verbrennung Wasser und Kohlensäure; es ist alsoein Kohlenwasserstoffgas; nach der Erfahrung aber hat man bemerkt,daß es immer, wenn es aus den Sümpfen erhalten wird, Stickstoffbeigemengt halt.
Durch Destillation von essigsaurem Kali erhält man ein Gas,weches dieselben Eigenschaften des Sumpfgases zu theilen scheint.
Wenn man in verschlossenen Gefäßen Steinkohle destillirt, soentwickelt sich reichlich brennbares Gas von unangenehmem Geruch,welches, wie fixes Oel, mit einer schönen weißgelben, sehr glänzendenFlamme brennt. Nach den Versuchen des Doctor Henry scheint dasProduct dieser Destillation beständig aus einem Gase, ähnlich deinaus dem essigsauren Kali, zu bestehen, aber noch mit einem andernGase, von dem wir noch reden werden, in veränderlichen Verhältnis-sen vermengt zu sein. Was aber die Frage verwickelt macht, ist, daßdieses Gas beständig Wasser zu halten scheint; wenigstens kann mandiesen Schluß als wahrscheinlich aus den fleißigen und lange fortge-