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muß also nicht gleichförmig sein, wenn man will, daß sie sich bestän-dig mit dem Ueberschuß des Gewichts, welches die Glocke erlangt, jenachdem sie auftaucht, compensire.
Das Ersparniß, welches diese zweite Art gegen die erste hervor-bringt, hängt hauptsächlich davon ab, daß man alsdann einem massivenund kostbaren Aimmerwerk entgeht, um das Gegengewicht anzubringen,und daß unter andern es nicht mehr nothwendig ist, einen besondernApparat zu erbauen, welcher die Glocke, je nachdem sie sich erhebt, inder Verticale halten muß. Die Glocke wird hier hinreichend durch dieeiserne Säule gehalten, welche im Mittelpunct der Peripherie ange-bracht ist.
Fig. 14 zeigt ein drittes System. Hier wird die Glocke durchmehrere unter einander gleiche Gürtel gebildet, deren jeder kürzer ist, alsdie Tiefe der Cisterne betragt. Diese verschiedenen Gürtel sind durchRinnen vereinigt, welche immer voll Wasser gehalten werden, so daßdadurch jede Communication des Gases mit der äußern Luft verhindertwird. So wie der Apparat auftaucht, trennen sich die Gürtel von ein-ander ; doch fangt die Trennung nicht eher an, als bis der unterste Theiljedes Gürtels in's Wasser gelangt ist. Man hat dieser Constructionden Namen darometre L lunette gegeben. Dieser Apparat hat dasUnangenehme, etwas complicirt zu sein, was in Fabriken ein Hauptfeh-ler ist; aber sonst vermindert er die Unkosten einer Cisterne sehr, indemsie nicht so tief zu sein braucht.
Von den Gegengewichten durch Wasser, welche man vorgeschlagenhatte, reden wir nicht, da deren Anwendung unbequem befunden wordenist. Dieser Apparat bestand aus einem großen Kasten mit Wasser,welcher in diesem anfänglichen Zustande der in der Luft hängenden Glockedas Gleichgewicht hielt; so wie die Glocke eintauchte, entleerte sich derKasten vom Wasser, wodurch das Gleichgewicht sich erhielt. Alle der-gleichen Erfindungen sind gemeiniglich mehr künstlich als nützlich.
Röhrenleitung des Gases an den Ort seiner Verbrennung.— Die Röhren bilden in einer großen Stadt die kostbarsten Ausgabenfür das ganze Unternehmen. In Frankreich und England sind diese Röh-ren trotz des bohrn Preises meistens aus Gußeisen; spater wollen wireinige Worte über die in Belgien sehr gebräuchlichen von Sandsteinhinzufügen.
Um gußeiserne Röhren anwenden zu können, muß das Metallzähe, gleichartig, frei von Löchern und Rissen sein. Spater werdenwir von den Proben reden, denen man die Röhren vor dem Gebrauchunterwerfen muß. Die Vereinigung der Röhren mittelst Bänder undfester Schrauben kann nicht sorgfältig genug vorgenommen werden.
Es ist leicht zu beurtheilen, daß der Durchmesser der Röhren inder Praxis so viel als möglich dem Gasvolumen, das sie in einer gegebenenZeit durchströmen lassen sollen, und folglich der Summe der einzelnen