Buch 
Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
Entstehung
Seite
57
JPEG-Download
 

man Bergkwerck zu bawen anfangen sol.57Wann nun die Leute denselben Rauch oder Dampff durch den Athem ansich ziehen, werden sie dermassen vergifftet, das sie alle bewegniß vnd empfindligkeit,auch Sinn vnd Vernunfft verlieren, vnd sind also ohn schmertzen alßbald todt/ wiedann auch die jenigen, wann sie in Schachten auff den Fahrten sind, vnd der Schwa-den vberhandt nimpt, fallen sie wieder hienunter, dieweil sie neder Hände noch füsseregen können, sondern es düncket sie das ihnen die Hände sampt den Füssen gantzrundt vnd kugelicht seyn, vnd wann sie schon diesem Gifft mit zuhalten Nasen vnndMundt vnd niederlegung auffs Angesicht, entfliehen, setzen sie doch hernachmahlsgar bleich, wie die todten Leichnam, derhalben fahre keiner in eine solche Gruben,da erst mit Feur gesetzt ist, Vorsichtige, Verstendige Bergkleute fahren vor demMontag nicht in solche Zechen, dann zwischen den Sonnabent und Montagfrüh/vergehet der böse gifftige Dampff des Schwadens, Etliche örter haben selbst denSchwaden, vnd dampffen von sich die böse gifftige Lufft, wie dann von etlichen drü-sen boßdampfigt Wetter herkömpt/ welches man an dem gewiß erfahren kan, wannman ein brennent Licht hienab lest, so dasselbe erlöschet, so ist kein gut Wetter an demort/ Solchem vorzukommen vnd zu endern, geschicht, das man in den Schacht oderStollen/ Lotten oder Röhren wol vermacht/ hienein richte, dadurch das böse Wet-ter außziehen, vnd die Lufft sich wechseln kan, davon nachfolgendts weiter meldunggeschehen sol/ Es begibt sich auch das offtmahls die Arbeiter mit den Fahrten in dieZechen fallen, das sie Arm vnnd Bein, ja den Halß gar brechen, oder hienab in dieSümpffe fallen, vnnd darin versauffen, In solchen vnfällen ist gemeiniglich derSteiger schult, dieweil sein ampt erfordert, das er die Fahrten in Schachten wol be-festige, damit sie nicht brechen, vnd die sümpffe oder tieffsten zubönne vnd verwahre,das niemandt darein fallen kan.Es sollen auch die Thür der Kawen nicht gegen dem Nordt Ost gebawetwerden/ damit zu Winterßzeit die Fahrten nicht mit Eyß befrieren, dann wo das ist,so erstarren ihnen die Hände für kälte, oder werden schluffericht, das sie nicht zu-greiffen können/ darumb sollen sie sich vorsehen, das sie aus ihrer fahrläßigkeit keinenSchaden nehmen, Es gehen auch zu zeiten die Wände, Schacht vnd Stollen ein,und zerschmettern die Leute, das sie hernachmahls Krüppel, vnnd vmb ihre gesundt-heit/ ja gar ombs leben kommen.Man schreibt, das auff ein zeit ein first im Ramelßberg bey Goßlar eingangensey, das auff einen Tag bey vierhundert Witfrawen worden sind, wie der Exempel,so sich täglich zutragen, viel könten erzehlet werden, derhalben sollen die Steiger alsozimmern, damit die Gebäwde wol verwahret seyn, vnd kein schade geschehen möge.A He die Bergkleute anfahren, sollen siezuvor in dem Zechenhauß mit einanderdiß Gebet thun.Allmächtiger Barmhertziger GOtt, Himlischer Vater, der du allenwas vnter dem Himmel/ in: vnd auff der Erden ist/ erschaffen vnnd gemacht hasi,Wir bitten dich hertzlich/ du wollest vns solch dein Geschöpff zum nutz vnd guten er-spriessen, auch zu erhaltung vnd fortpflantzung vnser Nahrung gedeyen lassen, vnnddeinen Segen zu vnser arbeit sprechen, Wir dancken dir auch von Grundt vnsersHertzens, das du vns biß auff diese gegenwertige stunde so gnädiglich und Väterlichbehütet vnd erhalten hast, Vnd bitten ferner deine grundtlose Güte und Barmher-tzigkeit/ du wollest vns hinfort in vnserm ein: vnd außfahren, für allem schaden vnndgefahr auch gnädiglich behüten, damit wir sampt den vnserigen unser täglich Brotin diesem zeitlichen leben erwerben, vnnd diese irdische Güter also gebrauchen, auffdas wir darneben auch der ewigen vnd Himlischen nicht vergessen, sondern dich rechtanrufen vnd in ewigkeit dafür dancken vnd preisen mögen, vnd solches wollesturthunvmb deines lieben Sohns IEsu Christi willen, der mit dir vnd dem H. Geist lebetvnd regieret, gleicher GOtt, hochgelobet in alle ewigkeit, Amen.Geben