Der dritte Theil saget vom Process, wie60Die ander arth Wetter in den Schacht zu bringen, ist diese, das man denblaß des Windes durch eine lange Lotten in den Schacht führet, welche aus vierbrettern zusammen geschlagen, vnd in das gevierdte geformirt wird, seine fugen wer-den gehebe durch ein Discher gemacht, vnd mit Leim oder Letten verstrichen, dessenGerinne vnd Mundtloch gehet aus dem Schacht herfür/ vnd hat eine form, wie einegevierdte Kinne, das es den Windt desto leichter fangen kan, so es aber nicht her-für gehet, so darffs nicht breiter seyn, dann die Gerinne, es werden aber, gegen vberda der Windtbläst, bretter geschlagen, die den Windt den sie fangen, in dasselbigebringen.Der dritte Wintfangk ist aus einem Faß und Röhren gemacht, dann vberdie oberste Röhren setzet man ein höltzern Faß, mit eisern Reiffen gebunden, das vierWerckschuch hoch/ vnd drey Werckschuch breit ist, dessen Spuntloch ist viereckigt,vnd bleibet allwegen offen/ es nimpt auch den blaß des Windes an sich/ vnd bringetdenselbigen entweder mit einer Röhren in den langen Canal oder in den Schacht,das oberste theil der Röhren ist in eine so dicke Scheiben geschlossen, als dicte derFaßboden ist/ doch ein wenig schmäler/ damit das Faß vnd die Scheiben mögen umb-getrieben werden/ Man leget aber auch die Röhren der Scheiben in ein rundes lochvnten am Faßbodem, da ein Spillen geschlagen ist, die bey nahe mitten in das Faß/durch des deckels loch gehet, der dem Faßboden ähnlich ist, in demselbigen wird siegeschlossen, vnd mag also das bewegliche Faß an der steiffen Spillen vnd an der röh-renscheiben ein kleines lüfftlein vmbtreiben, ich wil eines grossen Windes geschwei-gen der seine Flügel regieret, dieser ist aus einem kleinen bretlein gemacht, vnnd andas oberste theil des Fasses geschlagen, vnnd zwar gegen dem Spunde vber, so denWint fähet, das viereckigt ist/ vnd allewege offen bleibet/ dan es wehe nun der Wintwoher er wolle, so stost er den Flügel von sich, der sich gestracks diesem theil entgegenaußstrecket, mit welcher weise das Faß den Spundt, so den Wintfähet, stets gegenden Wintkeret, das es sein blaß in sich fahe, vnd denselbigen mit der Röhren in denlangen Canal oder in den Schacht fuͤhren.Die vierdte arth Wetter in die Schacht zu bringen, ist/ wann man Was-serröhren oben zum Schacht oder vnten zum Stollen hienein leget, vnnd gleichwieman die Brunnen fasset, mit eisern Büchsen an einander stosset, damit keine Lufftheraus kommen könne, für dieselben Röhren wird einer oder zwene starcke doppelteBlaßbälge gelegt, auff welchen ein grosser Stein(der den Balgen, wann er auffge-zogen wird/ wiederumb niederdruckt) liegen sol/ vnd wo ferne man ihn vor kein Was-serrat legen kan, wird er von den Menschen mit den Händen gezogen, oder mit denFüssen getretten, wie die Balgen an den grossen Orgeln, vnd je weiter das Felt oderStollorth getrieben wird, je mehr Rohren man obbemelter weise daran stosset/ dasman also dadurch das Wetter von Tage in die Schacht bringen kan.Hiebey ist aber zu mercken, wann in den Gruben faul Wetter ist, so wechst inden Lutten oder Rören, Moß, biß entlich die Röwen gar voll werden, das der Windtnicht mehr dardurch kommen kan, welche man dann wieder mit durchziehung einesdicken Lampen reinigen muß.Von Haßpeln vnd Gäpeln.WAnn die Zechen nicht tieff oder Wassernöhtig seyn, oder nicht viel Ertz-und Bergk zu fordern haben, so braucht man die Haßpeln, wann aber die Zechen tieff,vnd viel forderns haben, da brauchet man die Gäpel, mit welchen man die grossemenge Ertz vnd Bergk heraus treiben kan, Die Gäpel werden rundt gebawet, vnnd30 Ellen weit, in die runde aber 90 Ellen, damit die Pferderaum zu gehen haben,mitten in dem Gäpel wird eine tieffe Gruben oder Kessel gemacht, darin die Spil-len/ so mit zweyen Pferden vmbgetrieben wird/ gewisse stehet, damit sie aber vnbe-weglich stehen bleibe/ ist ein Pfulbaum an den andern gesetzt vnd geschlossen/ in wel-chen ein eisernes pfänlein gesenckt ist, darinnen der vnter eistern Tapff von der Spil-len
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Buch
Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
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Seite
60
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