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Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
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61
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61man zu bawen anfangen sol.sen vmbgeht, deßgleichen ist auch in dem obern Balcken eine eiserne Büchse, darinnen der Tapff der Stillen vmbgetrieben wird, die Spillen werden an beyden örternmit eisern Ringen beschlagen, damit sie desto fester halten, vnnd nicht auffreissen.Vom Wintgåpel.QVerhütung grosser Vnkosten, vnnd in mangelung der Wasser, kan manein Gäpel bawen, welchen der Windt ombtreibt, damit man die Ertz vnd Bergk beyTag vnd Nacht/ wann der Windt wehet, aus den Gruben bringen kan, welcher alsogebawet, das Ständerwerck wird von Eichen, Dannen oder Föhrenholtz/ in die run-de abgebunden, zwantzig Werckschuch weit vnd hoch, in der runde vmbher wird ermit Delien oder schwarten dicht beschlagen, das kein Wasser, Regen oder Schneedardurch kommen möge/ vnd wird allein das Dach mit den Flügeln gegen den Wintauff drillen oder rollen vmbgetrieben, auff solch rundt Ständerwerck wird oben einstarcker Ringk von Eichen oder andern Holtz gemachet, darinnen die Seulen oderStänder gezapffet vnd verbunden werden, in demselben Ringk werde starcke rollenoder drillen, eine von der andern zwey Werckschuch weit eingelassen, also, das sienur drey Zoll vber den Ringk heraus gehen, damit der Ober Ringk, davon ich jetztsagen wil/ so vmbgetrieben wird, auff den rollen herumb gehe, vnd nicht auff dem vn-tern auffliege, ist derhalben von nöhten, das vber diesen jetztgemelten Vnter Ringkoben noch einer gemacht werde, darauff die Wellen sampt den Flügeln vnd Spar-ren des Dachs befestiget seyn, herumb gehet, die Wellen darüber das Eiserne Seilin den Schacht gehet, sol zehen Werckschuch hoch gerade vber den Schachtkommen/damit sie im außstuͤrtzen der Tonnen nicht hindert.Vber dem Kampradt an der obersten Wellen mus eine Premsen, von ei-nem grossen starcken breiten Eschen oder Eichenholz, von ein Reiff gemacht, seyn,damit, wann die Tonne aus dem Schacht heraus kömpt, man die Wellen samptden Flügeln hemmen vnd auffhalten kan, biß das die Tonne außgestürtzt ist, das ei-serne Seil mus kein Drumb oder ende haben, dieweil die ledige Tonne nicht mit vberdie Welle gehen kan, mus man sie mit den Haken aus dem einen Seil, vnd gegenvber in das andere Seil hengen.Von Wassernöhtigen Zechen.Das Wasser das in den Zechen ist, wird durch dreyerley mittel abgefuͤrth,als nemblich durch Pompen, Zum andern durch die Kunst, vnnd zum dritten durchdie Stollen. Die Pompen werden zwar auff vnterschiedtliche Manier gemacht,vnd mit Menschen händen gezogen oder getretten, nach dem die Gruben viel wassershaben. Zum andern, wo viel Wasser in einem Schacht ist, das die Häwer außtreibt,da henget man eine Kunst mit krummen zapffen. Zum dritten sind die Stollen.Om PompenDJe Pompen belangent, werden dieselben also gemacht, auff den Sumpffƒwird ein Gebew mit jochern geschlagen, zu welchem ein rohr oder zwo, die in einanderschlossen sind, auff den boden des Sumpffs gelassen, mit starcken eisernen gespitztenklammern/ zu beyden seiten strack angehefft/ das sie fest stehen, das Vntertheil aberder vntern Röhren ist in ein Pompenstock gefast, der bey zweyen Werckschuhen hochist/ dieser ist vnten durchboret, aber sein vnterloch wird mit einem zapffen vermacht.Dieser Stock hat allenthalben Löcher, durch welche das Wasser hienein gehet, wannaber in seinem oberntheil/ das da außgeholet, eine röhre ist, so schleust man entwederseine eiserne, küpfferne oder meßinge büchsen einer spannen hoch, ohn ein boden da-rein/ dieselbe verschleust ein rundes Ventil thürlein, so enge, daß das Wasservbersichdurch den Windt gezogen, nicht wieder zu ruͤcke fliessen mag.Der-Hiij