Rösten vnd Schmeltzen der Ertz.71Wissesten Proben, wie es zwar besser seyn kan, im Kupffer dann in vngleichen Ertzprobieren, aber obichs wol nicht fechte, eine Scheibe vnd Blick sey an einem orth rei-cher dann am andern, wann zumahl Schmelzer vnd Abtreiber vnvleißig seyn, vnd ineinem Fessel ist mannicherley Ertz/ dennoch ist viel an einem geschickten vnd vleißigenProbierer gelegen/ Es macht böß geblüte vnd schwere gedancken, wann das angebenofft wol vmb ein Bawrenschuch fehlet, vnd zumahl/ wann die Gewicht in Hüttenund Zehenden vngleich seyn, Reichlich probieren ging noch wol hin, wann sichs wie-der fünde, aber etliche Marck schwinden, oder dahinden im Absirich lassen/ das lautnicht sagt der Schaͤffer, wann sichs nicht wieder findet.Wer sich nun eines dinges vnterstehen wil, der sols zuvor recht gelernet,vnd von ingendt auff gebrauchet haben, also geben Alte arbeiter hernach gute auff se-her, als die sich darauff verstehen, was dem Ertz vnd Prob im kleinen vnd grossenFewr zu oder abgeht/ Kleine flußlein machen endtlich auch ein Bach/ es ist kein Probso klein/ es gehet ihr etwas im Feur ab/ oder es trenckt sich was darvon ein, Warumbwolte man sonst die Capellen auffheben, viel kleine Außschläge tragen in einer Sum-ma auch was zu/ quinten vnd lohten/ so halbe vnd viertels Heller/ nach silber gewicht/zumahl, wann der Posten viel seyn.Ich halte das Schmeltzen vnd Probieren für ein Meisterstück, derhalbenwer solches treiben, oder düchtige Leute vorschlagen, vnd sich zum Auffseher selberangeben wolte, der solte billig zuvor ein Schüler vnd Lehr Jung gewesen seyn.Wann man im schmeltzen, treiben oder brennen eine Saw macht, oder improbieren ein fehlschuß thut, gehet Bergkherren vnd Gewercken sehr viel daran abe,und da sichs schon im Gekrätze vnd breiten Gangk zum theil wieder finden möchte/macht es böß Geblüt vnd schele Augen.1167 nde la riviere et deVom Gestub vnd Herdt zu machen.f.Ehe achte nicht für nöhtig zu schreiben, wie die Schmeltzhütten gebawet wiehoch und groß die Wasserrath/ wie langk vnd breit die Balgen vnd Wellen, wie weitvnd hoch die Schmeltz: Treib: vnd Brenofen gemacht seyn sollen, weil solches nichtan allen orten vnd enden auff einerley arth vnd weise gemacht vnnd gebraucht wird,Wil derhalben anfengklich sagen, wie die Materia oder das Gestübe, daraus derHerdt oder Tiegel gemacht werden, seyn sol/ Das Gestübe wird aus Kohlen vnndLehm auff nachfolgende weise bereitet:Die Kohlen werden mit den Puchstempeln zerknirscht vnnd gepucht, daszerstossene gestübe wird in ein höltzern Sieb geworffen vnd durchgeruttelt, das Kohlgestübe aber das durchfelt/ ist nützlich vnd gut zum Herd/ die Kohlen die im Sieb blei-ben/ werden wiederumb gepucht vnd durchgesiebet.Aber der Lehm, so außgraben, wird erstlich an die Sonne gelegt, damit erdrucken werde, darnach wird er gleicher gestalt durch das gestübe Sieb gesichtet, da-mit der kleine Lehm durch das Sieb falle, vnnd die Steine vnd Schollen davon ge-scheiden werden, der kleine Lehm wird mit schupkarren in die Hütte geführet vnd ge-pucht/ welche man nachmahls in ein Gruben schlegt/ mit Bretern zudeckt/ damit sierein bleiben, alßdan nimpt man zwey theil Kohlgestübe vnd ein theil des Lehms ge-stübe, vnd vermischets mit einer Kreil durch einander, darnach feucht mans mitWasser an, also das mans zusammen halten kan, ein solch Gestübe, wann es leicht ist,macht mans wol naß/ wann es aber schwer ist/ netzt mans desto weniger.Ie man die Schmeltzosen zumachen, vnddas Gespör machen sol.DEr Schmeltzofen, wann er außgelassen vnd wieder erkalt, vnd das Feurdie Stein in ruck vnd seitwenden gehoben, zerbrechen sie leichtlich, insonderheit wannder fürläuffer den Kobolt der an den Wenden hangen bleibt, mit den stoßeisen ab-stöst/
Vom Pro-bieren.