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Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
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90
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Der fünffte Theil saget von90Wann nun die Ertz geschieden vnd probiret seyn, werden sie geröst darnachsetzt der Schmeltzer die Schlacken in den Ofen, welche, so sie flüßig worden, vnd ausdem Auge Herab in Tiegel fliessen, alßdan stopffet er das Auge mit dem Lehm wiederzu/ mit welchem das Kollengestübe vermischet ist/ darnach zeucht er die Schlacken inden Tiegel mit den Schlackenhaken ab, vnnd wann er reich Silberertz schmeltzet, soleget er in den Schmeltzofen ein Centner Bley/ wann aber das Ertz geringe ist/ einenhalben Centner, dann zudem reichen Ertz mus er viel Bley haben, zu dem armenaber wenig/ alßdan wirfft er auff das Bley in den Vortiegel Kollbrende/ das es flies-se, darnach thut er die Kollen in den Ofen, so viel er für nöhtig erachtet, alßdan dasErtz mit Silberglöt, Härtblen vnd Flüssen vermenget, so viel als er in zweyen Berg-tröglein fassen kan, vnd zu letzt die frischschlacken, So nun der Ofen also gefüllet ist,lest er das Gebläß fein gemachsamb an, er sol aber auffacht haben, das er nicht zu vielErtz zur hintern Wandt des Schmeltzofens, sondern auff die seiten setze, auff dasnicht bey den Balgenliesen, die Erz den Windt im Ofen verhindern, er sol auch zusehen, das der Ofen nicht zu helle, sondern dunckel gehe-Nach einer viertel stunde, wann das Bley, welches der Vorläuffer in denTiegel gelegt hat, geflossen ist, so thut der Schmeltzer das Auge mit dem Stecheisenauff, alßdan fliessen die Schlacken herab in den Tiegel, in welchen der Stein, mitdem Metall oder Werck vermischt ist, alßdan nimpt das Bley, so im Tiegel fluͤßigworden, das Silber an sich/ wann nun die materia so heraus geflossen, eine zeitlangkim Tiegel gestanden ist, das eins von dem andern mag gescheiden werden, so zeuchtder Schmeltzer die Schlacken mit dem Schlackenhaken oder Schlackengäblein ab,aber das Werck/ welches schwer ist, vnd sich am boden helt/ das lest er in den Tiegel/###dieweil aber in den Schlacken der vnterscheidt ist/ das die öbersten nichts, die mittel-sten ein wenig/ die vntersten aber noch mehr halten, lest er dieselben an einen sonderli-chen ort lauffen, auff daß, wann er wieder schmeltzen wil, dieselben zum Vorschlaghaben kan/ in den Schlacken aber, so wiederumb sollen geschmeltzt werden, ist der vn-terscheidt, wann sie viel rauchen, so ist noch etwas von Metall drinnen, wo sie abernicht rauchen, so ist nichts drinnen, deßgleichen sol er den Stein absonderlich legen,dieweil er der Metall am negsten gewesen ist, alß dan macht der Schmeltzer das Augendes Ofens wiederumb zu/ vnd füllet ihn mit Kollen vnd Ertz, vnd wann das Ertz ge-flossen ist, thut er das Aug wiedrumb auff, vnd nimpt die Schlacken im Tiegel, miteinem Schlackenhaken heraus, diese Arbeit thut er so offt, biß das die vorgenommene anzahl Ertz geschmeltzet ist, wann das Ertz reich ist, so wird die Schicht in achtstunden, so es aber arm, in lengerer zeit vollbracht, wann aber das Ertz reich ist, wirdes ehe dann in 8 stunden geschmelzt, nach dem man dessen viel zu schmeltzen hat, sowird zu zeiten auch ein andere Schicht mit der ersten herdurch gesetzt, vnnd werdenalso beide Schicht innerhalb zehen stunden verrichtet.Wann aber das Ertz gar geschmelzt ist, so wirfft er Silberglöt vnd Härt-bley in den Ofen, so viel der Trog fassen mag, das also die Metall, welche sonst imKobolt bleibt mit heraus fliesse, wann er aber zu letzt die Schlacken vnd Fletz aus denTiegel gezogen hat, alß dan geust er das Werck, welches mit Silber vermenget, mitder Kellen heraus in die eiserne pfänlein, die er zuvor inwendig mit Lehm bestrichen,vnd wiederumb abgedrucknet hat, damit sich das Werck nicht an die pfänlein henge,sondern rein davon ablöse, so offt das Aug im Schmeltzofen das vermacht ist, mitdem Stecheisen auffgethan wird, so offt solder Schmeltzer sehen, ob das Ertz zulangsamb oder zu bald fliesse, vnnd das es sich nicht zusammen sündere, sondern zer-sprewet bleibe, wann aber das Ertz nicht fliessen wil, so thut er ihm Zusatz von Bley-schlacken oder Weichflöße/ die das Ertz flüßig machen/ so es aber gar bald fleusset, sothut er etwas von Zusatz hinweg, er nimpt auch von allen Stichen die Stichprobaus dem Herdt/ damit er wissen möge wie reich das Werck sey.Vom