Goltertzen vnd Goltschlichen.139Nachmals genß rein Regenwasser auff die Röllein/ laß ein wenig stehen/ geußes ab/ vnd wieder ander warm Wasser darauff, vnd setz das Kölblein mit dem rölleinvnd ein Kollfewr, laß es sieden, vnd in grossen blasen arbeiten, hebe es dann ab/ vndgeuß das Wasser wieder davon, solches thue dreymahl mit warmen Wasser, damitsich das silberich Scheidewasser, das noch an den Röllein henget, rein absüsset, alßdan so ists genug/ Wann die Röllein rein abgesüst seyn/ so geuß die gar mehlich mitdem letzten Süssewasser heraus, in ein glässern Absußschällichen, vnnd das Wasserdavon ab vnd hebe die güldene Röllein mit einer reinen Korn Zange aus dem Absüß-schällichen, vnnd lege sie auff ein rein tüchlein, so zeucht sich das vbriege Wasser da-rein/ vnd werden die Röllein schön braun sehen/ darnach thue sie in das güldene schäl-lichen, setze sie in einen Probierofen, jedoch nicht in die jähling Glut, vnnd glüe diewol aus, so werden sie schön als ein rein Golt, wann das geschehen, so nimb solchezwey Röllein, wege sie gegen einander, sind sie am Gewicht gleich, so hastu recht pro-biert/ leg sie zusammen in die eine Wageschale, vnd wieg sie gegen dem Karatgewicht,wie viel sie dann wegen, so viel helt ein Marck gemischtes Goldes an feinem Golt/Hierbey ist zu mercken, das man die Wasserschweren, so viel das Wasser hinter sichbey dem gülden Röllein gelassen, von solchem Halt in allewege am Gewicht abziehe,wie viel aber abzuziehen sey, das mustu durch eine sonderliche Probe, mit welcher dudas Scheidewasser probierest, innen werden, allein wann du einmahl das Scheide-wasser probieret hast/ darffstu hinfort solches nicht mehr Probieren, sondern magstsim Vorath behalten, Es begibt sich aber gemeiniglich, das man auff eine Marck feinGolt/ als auff 24 Karath/ anderthalb/ biß auff zwo Grän, zur Wasserschwere ab-rechen muß.Das were auff das Exempel vorgemelter Probe/ als auff 14 Karath 9 Grän/so viel das gülden Röllein gewogen hat, einen Grän-abzurechnen, bleiben noch 14Karath 8 Grän fein Golt/ dann in der Goltprob gibt man an vielen örtern keinenhalben Grän in ein Kauff/ So dann die Röllein 14 Karath 8 Gränen in feinem Gol-de halten, so würde eine gemischte Marck Golt/ 7 Karath 4 Grän weiß oder feinSilberhaltRechne nun den Zuschnitt und das Golt/ als 24 Karath/8 Graͤn von dengantzen Einschnitt, als von 24. Karahten Golt, vnnd 44 Kärahten Silber ab, sowird sichs befinden, wie ich ge sagt habe, Hette also ein gemischte Marck 14 Karath8 Grän fein Golt/ 7 Karath 4 Gräntweiß/ und 2 Karath roth/ das die drey Haltzusammen thun eine vollige Marck.Auff diese arth vnnd weise sol man alle andere Gölder/ deßgleichen das ge-müntzte Golt Probieren, allein das man in gemüntstem Golt/ so man den beyleuffti-gen Halt weiß, der versuchprob nicht bedarff, in welcher man aber den Halt auff einKarath nicht gewiß weiß, muß man die versuchprob machen, darneben wissen, dasmans mit dem Auffschnitt also halte, vnd gemeiniglich am Silber oder Auffschnitt,zwey Karath oder etwas darüber, weniger Silber auffschneide, wie es sich im mul-tipliciren mit dreyen, wie oben gedacht, befindet, dann es ist besser zwene Karath Sil-ber zu wenig, als ein Karath zu viel auffgeschnitten, so bleiben die Röllein desto dich-ter vnd gantzer, vnnd man darff sich nicht besorgen, das etwas von dem Röllein wegkomme oder abrie selt.Man mag in einem Golt/das man Probieren wil/ das roth und weiß alsoinnen werden, wann man die versuchprob machet, wie oben gemelt, so schneide man einMarck Goldes ein, vnd setze dieselbigen mit dem gebürlichen Bley, ohn auffschnittauff die Capellen/ vnd lest sie mit der versuchprob abgehen, vnd wieget alßdan dassel-bige Korn, so siehet man was abgangen ist, wie viel dasselbige nun leichter herauskömpt/ so viel ist roth darbey gewesen, dadurch wird man des roths auch gewar, alsohat man der Goltprob rechten vnd klaren bericht.S 11Das
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Buch
Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
Entstehung
Seite
139
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