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Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
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172
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Der siebende Theil saget von172Ie man die schwartzen Kupffer auff gar-kupffer probieren sol.Ach dem die Kupffer alle schwartz aus den Ertzen durchs schmeltzen konnen,doch eins schöner vnd reiner als das ander, welche nachmals geseigert, vnd allesampt,auch die gleich kein Silber halten, vnnd nicht geseigert, gar vnd schmeidig müssen ge-macht werden, Wilman nun ein eigentlichen gewissen bericht haben, wie viel Cent-ner desselben nachm Seigern gar oder rein Kupffer geben, so mus mans im kleinenewr probieren.Es vermeinen etliche/ man könne solches durch sonder darzu gemachte kupfferneStreichnadeln erfahren, Dieweil aber die schwartzen Kupffer nicht vberein, sonderneinß theils darunter Eisenschüssig, eins theilß Zienicht, speissigt oder Bleyicht seyn,so kan ich solche ihre Probe nicht für gewiß achten/ sondern geschicht im Febr besser.Erstlich schrote den gegossen Kupfferzien, vnd wieg davon zwey oder dreyCentner ab 1 vnnd bestreich ein Scherben mit klein geriebnem Bleyglaß(welches improbieren der Silberertz gebraucht wird) setz das abgewogene Kupffer darauff/ vnnddann in ein frisch Kollenfewr, vnd verblaß es/ biß es einen reinen grünen Kupfferblickthut, so bald du denselben siehest, so nimb den Scherben aus dem Feur, vnd hebe miteiner Klufft das Kupffer aus den Schlacken, vnnd lesch es ab, schrote es mit einemMeissel entzwey/ so siehestu ob die gar gut ist/ darnach zeuch es es auff, vnd rechne wieviel das eingesetzte schwartze Kupffer/ garkupffer geben hat.Diese Probe, ob wol das Kupffer gewisser darin zu finden, dann durch dieStreichnadeln/ so ist doch auch nicht eigentlich darauff zu gründen, aus der Vrsach,das diese Prob klein/ vnd des Kupffers wenig ist/ derhalben gar leichtlich etwas davondurchs Feur kan abgeführet vnd verbrennet werden, so man ihm zu viel thut, welchesim grossen Werck/ da viel Kupffer im Seigern vnnd garmachen beysammen/ nichtgeschehen kan, vnd billig mehr garkupffer kommen sol.Wil nun einer die rechte Probe treffen, vnnd den rechten Halt wissen anzu-geben der mus sich nicht verdriessen lassen, vnnd von einem schwartzen Kupffer mehrals eine Probe machen, vnd daraus das mittel nehmen.So man wil/ mag man zu dieser Prob auch Borras brar- en/ dan es reinigetdas Metall sehr vnd bringet das Kupffer ehe zur gar, Aber mein s bedünckens, weilman zu grossen Wercken kein Borras brauchen kan, were es besser, das dieser Probe(sonderlichen Eisenschüßigen Kupffern) mit einem wenigen reinen Bley geholffenwerde/ weil solches im Seigern darzu gebraucht wird/ davon die Künstöck Bleyichtwerden, welches die Kupffer sehr reiniget, wann aber die Kufffer Bleyicht sind,denen darffman mit Bley nicht helffen.4.Vprobieren ob ein Bley sehr Kupffer-reich ist.WAnn du ein Bley hast/ vnd vermeinest, es habe viel Kupffer bey sich/ vnndwilt solches recht erfahren, So nimb das Bley, wiege davon einen Centner des gros-sen Gewichts, vnd setz es auff einen gar flachen Herdt, mache ein geringes Fewr vonHoltz darauff/ lege auch ein grün Holtz für, daß das Bley zergehe, vnnd gar gemachunter dem vorgelegten Holtz ablaufft, So nun solch Bley Kupffer bey sich hat/wans auch gleich nur 2 pfundt weren, so wird das Kupffer auff dem flachen Härdt-lein sitzen bleiben, vnnd was du findest, das ist Bleyichtkupffer, Wiltu dasselbe garrein haben, muste es auff ein Härdtlein, für einem Balg verblasen, biß es gar wirdIn der kleinen Probe aber siehet mans auff der Capellen, dann wann das Bley, dasviel Kupffer hat, abgehet, so streichen die Kupfferblumen, vnd machen, das die Capel-len nach dem abgehen schwartz werden.Wie