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Bericht vom Bergkwerck, wie man dieselben bawen und in guten Wolstandt bringen soll, sampt allen darzu gehörigen Arbeiten, Ordnung und rechtlichen Process / beschrieben durch G. E. Löhneyss
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174
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Der siebende Theil saget von174Som zienEr Zwitter oder der Zienstein, davon das Zien gemacht wird, ist ein sehrschwer Ertz/ vnd doch daß Metall das davon geschmelzt wird/ vnter den andern Me-tallen das leichteste, vnd ist der Zwitter gut zuerkennen, dann er ist braunfarbe, welcheFarbe sich ein wenig auff eine kleine gelbe zeucht, doch die reichen Ziengraupen sindschwartz auch schön von gewächs vnd so glatt als weren sie pollirt, vnd sehr reich amZien/ wiewol offtmals die Zwitter, auch anderer gestalt gleich einem Eisenstein, deß-gleichen einem speissigen Wolffram gefunden werden, welchen die alten Bergkleutenicht gekant haben, vnd derhalben mit der Arbeit abgelassen, der nachmahls beym Ei-senstein am Anbruch gefunden, vnd auff bereitet worden, Auß der Vrsach wol vonnöhten, das man die Zwitter mit vleiß probiere, obs Zienstein sey oder nicht, ob er vieloder wenig Ziehn gebe/ damit sich die Bergkleute desto daß darnach zu richten wissen.Es mus aber der Zienstein so wol in der kleinen Probe, als im grossen Werck/vor dem schmeltzen nicht allein gebrant, sondern auch auffs reineste gemacht werden,dan wo er nicht gar rein ist/ oder nach notturfft gebrant/ so gibt er im schmeltzen nichtso viel Zien, als wann er zuvor rein zugerichtet ist.WIe der Zienstein auff zien sol probie-ret werden.Jewol das Probiern des Ziensteins, wie viel eigendtlich ein Centner helteine vngewisse Probe ist, so kan man doch dardurch so viel erlernnen, das man dennochwisse, ob der Zienstein geringe oder gut sey, deßgleichen was beyleufftig an Zien kön-ne gemacht werden, welches dann hierin der rechte Halt ist, vnnd sind diß die breuch-lichsten wege hierin zugebrauchen, wie hernach solget:Erstlich, wann du von den Zwittern oder gepuchten Zienstein, ein gemeineProbe genommen hast/ so reibe die gar suptil/ wieg davon ab nach deinem Probierge-wicht/ so viel dich düncket/ und zeuch das abgewogene zu reinem Schlich/ vnnd wiegedenselben auch/ setze ihn alßdan in einen Probierofen auff einen Scherben/ vnd rösteihn in zimblicher glut, vnd so er kalt worden, reibe ihn wieder, sicher das taube in einenSichertrog davon, vnd wiege den reinen Schlich abermahls/ vnd habe allewege gutacht darauff, wie viel dem Schlich abgehet, das Rösten und Sichern thue einmahloder viere, biß der Stein gar rein ist, vnd ihm nichts mehr abgehet, so ist er zum Pro-bieren bereitet.Dieses bereiteten Ziensteins wiege zwene Centner ab/ vnd vermenge darun-ter klein gerieben Pech/ vnnd nimb eine glüende Hasseln oder Linden Kolle/ oder eineandere/ die im Feur nicht springet, sondern gantz bleibet/ laß die in einem Sande kaltwerden/ vnd schneide darein ein Faltzen/ vnnd vnten an dieFaltzen ein grüblein/ dareinthue den vermengten Zienstein oben auffs breite ort des Faltzes/ vnnd lege auff densel-bigen Kollen eine ander Kolle/ der gleich so breit sey als der erste/ vnnd der auch vntenvnd oben ein Loch habe, das einer mit einem Blaßbalg zwischen hienein kan blasen,vnd verkleibe auff beyden seiten die Kollen, das sie beysammen bleiben.So es nun also zugerichtet, so lege ihn mit sampt dem Zienstein in ein Koll-fewr/ zimblich schüßig/ also/ das der Zienstein ober das grüblein/ darein das Zien flies-sen sol/ zu liegen kömpt, lege glüende Kollen darauff, vnnd blase mit einem Blaßbalgzu /also/ das der Blaß gleich in den Kollen/ darein der Zienstein ist/ stehet/ so fleust dasZien mit einem frischen flammen aus dem Zienstein in das grüblein, dann so hebe denKollen heraus/ vnd laß ihn kalt werden, vnnd wiege wie viel die zwene Centner des be-reiteten Ziensteins, Zien geben haben, nach dem kan man die Rechnung machen, wieviel Centner der gemeinen Zwitter, einen Centner Zien geben, Diß achte ich für diebeste vnd gewiste Probe.Darnach